Carl Bergengruen

Carl Bergengruen (* 25. Februar 1960) ist ein deutscher Medienmanager. Er ist Geschäftsführer der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg.

Leben

Bergengruen studierte Germanistik und Romanistik und absolvierte als Fulbright-Stipendiat[1] ein einjähriges Filmstudium in den USA. Nach einem Redaktionsvolontariat beim damaligen Südwestfunk (SWF) war er dort und beim Mitteldeutschen Rundfunk als Fernsehfilmredakteur tätig.

Im Jahr 1998 wurde er im neu gegründeten Südwestrundfunk (SWR) Redaktionsleiter und Produzent der Stuttgarter „Tatort“-Folgen und 2002 Hauptabteilungsleiter „Film und Serie“. 2005 wurde Bergengruen zusätzlich das Kinder- und Familienprogramm des SWR übertragen. Unter Bergengruens Leitung entstanden viel beachtete Fernsehfilme wie Stauffenberg, Margarete Steiff, Nicht alle waren Mörder, Mogadischu oder Romy, zahlreiche Tatort-Folgen und verschiedene TV-Serien. Bergengruen erhielt für von ihm betreute Filme zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere deutsche Fernsehpreise.

2010 bis 2013 war Bergengruen Vorsitzender der Geschäftsführung der Studio Hamburg GmbH. Dort führte er umfangreiche Restrukturierungen durch. Seit 2013 ist er Geschäftsführer der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg, zu der die Filmförderung von Baden-Württemberg und eine Einrichtung zur Förderung der dortigen Kultur- und Kreativwirtschaft gehört. Ende Juni 2026 tritt er in den Ruhestand.[2]

Förderschwerpunkt der MFG-Filmförderung ist unter Bergengruen der Bereich Animation und visuelle Effekte. Dieser Bereich ist durch gezielte Fördermaßnahmen der MFG laut einer Studie des Forschungsinstituts Goldmedia in Baden-Württemberg seit 2010 um 800 Prozent gewachsen. Baden-Württemberg ist in der Zeit von Carl Bergengruen zum führenden deutschen Standort im Bereich des Animationsfilms und der digitalen Filmherstellung aufgestiegen.

MFG-geförderte Filme gewannen wiederholt höchste Auszeichnungen wie „Emmys“ (z. B. 2025 für „The Penguin“), „Lolas“ (z. B. 2025 für „Cranko“) und Grimme-Preise (z. B. 2025 für „Total Trust“). Der von der MFG vergebene Thomas Strittmatter Preis gehört zu den wichtigsten deutschen Drehbuchpreisen. Hier wurden z. B. die Drehbücher der Filme „Systemsprenger“ und „In die Sonne schauen“ zum ersten Mal ausgezeichnet und damit entdeckt.

Bergengruen leitet außerdem den von ihm 2017 gegründeten „Arbeitskreis Green Shooting“.[3] Diesem gehören unter anderem alle deutschen Fernsehsender, große VoD-Dienste und Film/TV-Produktionsfirmen und -verbände in Deutschland an. Der Arbeitskreis hat 2022 ökologische Standards erarbeitet, zu deren Einhaltung und damit zur Reduktion von CO2-Emissionen sich seither die Mitglieder und weitere Filmproduktionsfirmen bei vielen ihrer Produktionen verpflichten. Der Arbeitskreis konnte unter Carl Bergengruen auch die deutschen Filmförder-Einrichtungen dafür gewinnen, dass alle Produktionen, die in Deutschland Filmförderung erhalten, diese Standards einhalten müssen. Damit nimmt die audiovisuelle Branche in Deutschland weltweit eine Vorreiterrolle bei der Reduzierung von CO2-Emissionen ein.

Bergengruen war einige Jahre Honorarprofessor an der Hochschule RheinMain im Studiengang Medienmanagement.[1]

Commons: Carl Bergengruen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Bergengruen wird neuer Geschäftsführer in der MFG (Memento des Originals vom 17. November 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/mwk.baden-wuerttemberg.de, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, abgerufen am 17. November 2021.
  2. Wiebke Wiesner führt ab Juli 2026 die MFG Baden-Württemberg. In: baden-wuerttemberg.de. 3. November 2025, abgerufen am 5. November 2025.
  3. Arbeitskreis "Green Shooting" auf www.green-motion.org, abgerufen am 3. November 2025