Carl Alexander Ferdinand Kluge
Carl Alexander Ferdinand Kluge oder Karl Alexander Ferdinand Kluge (* 9. September 1782 in Strausberg; † 26. Mai 1844 in Berlin) war ein deutscher Chirurg, Geburtshelfer und Hochschullehrer. Er war Direktor der Charité.
Leben
Kluge war der Sohn des Stadtchirurgen Johann Georg Friedrich Kluge. Am 1. Mai 1800 wurde er an der medizinisch-chirurgischen Pépinière in Berlin zum Studium aufgenommen. Außerdem wurde er im Collegium medico-chirurgicum in Berlin immatrikuliert. 1804 erhielt er als Unterchirurg am Kadettenkorps in Berlin eine Anstellung. Am 13. September 1806 wurde er an der Universität Erfurt mit der Dissertation De iridis motu zum Dr. med et. chir. promoviert. Am 1. Januar 1807 wurde er als Oberchirurg beim Hofstaat des Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm IV. angestellt. Im Mai 1809 wechselte er in selber Position an die medizinisch-chirurgische Pépinière. 1811 wurde er dort Stabschirurg, bevor er 1812/1813 eine größere Studienreise unter anderem durch die deutschen Lande und Italien unternahm.
Kluge wurde 1814 außerordentlicher Professor an der Medizinisch-Chirurgischen Akademie für das Militär sowie 2. Direktor der chirurgischen Anstalt und der Entbindungsstation der Charité, 1820 außerdem Mitglied der Medicinischen Ober-Examinationscommission. Nachdem er 1820 einen Ruf an die Universität Greifswald abgelehnt hatte, erhielt er am 22. März 1821 eine Stelle als ordentlicher Professor an der Medizinisch-Chirurgischen Akademie für das Militär und zudem am 30. April eine außerordentliche Professur der Medizin an der Berliner Universität. Außerdem wurde er zum Direktor des Chirurgischen Instrumenten- und Bandagen-Cabinets der Universität ernannt.
Kluge wurde am 28. Februar 1825 zum Medizinalrat bei dem erweiterten Medizinalkollegium der Provinz Brandenburg, 1828 zum Geheimen Medizinalrat ernannt und im selben Jahr Direktor der Charité. 1829 schließlich wurde er Mitglied der höchsten Medizinalbehörde Preußens. 1833 erhielt er den Roten Adlerorden IV. Klasse, 1835 jenen der III. Klasse mit Schleife. 1844 hatte er Probleme mit seiner Gesundheit, kurz darauf starb er. Er lebte bis zu seinem Lebensende in einer Dienstwohnung in der Charité.
Kluge soll Mitglied einer Freimaurerloge gewesen sein und Interesse an Musik gehabt haben. Als Geburtshelfer und Chirurg genoss er einen hervorragenden Ruf.
Der Turner und Sportpädagoge Hermann Otto Kluge war sein Sohn.
Werke (Auswahl)
- Versuch einer Darstellung des animalischen Magnetismus als Heilmittel, Salfeld, Berlin 1811 (mehrfach aufgelegt und ins Niederländische, Schwedische, Dänische, Russische übersetzt).
- mit Hermann Eduard Fritze: Arthroplastik oder die sämmtlichen, bisher bekannt gewordenen künstlichen Hände und Füsse, zum Ersatz dieser verloren gegangenen Gliedmassen, Meyer, Lemgo 1842.
Literatur
- Carl Alexander Ferdinand Kluge. Nekrolog. In: Neue medicinisch-chirurgische Zeitung 1844, S. 60 f.
- Ernst Gurlt: Kluge, Karl Alexander Ferdinand. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 250–253.
- Werner E. Gerabek: Kluge, Karl Alexander Ferdinand. In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin und New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 764.
- Kluge, Karl Alexander Ferdinand. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 5: Hitz–Kozub. K. G. Saur, München 2006, ISBN 3-598-25035-5, S. 725 (books.google.de – eingeschränkte Ansicht).
Weblinks
- Werke von und über Carl Alexander Ferdinand Kluge in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Biografie Carl Alexander Ferdinand Kluge auf sammlungen.hu-berlin.de