Carl-Hermann Rudloff

Carl-Hermann Rudloff (* 27. Juli 1890 in Gründorf, Schlesien; † 7. Juni 1949 Frankfurt am Main) war ein deutscher Architekt, der unter der Leitung von Ernst May am Neuen Frankfurt arbeitete.

Leben

Rudloffs Eltern waren der Domänenpächter Hermann Rudloff und dessen Ehefrau Emma Rudloff, geb. Boer. 1893 zog die Familie nach Breslau, wo Carl-Hermann Rudloff die Volksschule, die Realschule und das Realgymnasium am Zwinger besuchte. Anschließend machte Rudloff eine Maurerlehre und besuchte ab 1908 die Königlich Preußische Baugewerkschule. Nach dem Abschluss arbeitete Rudloff ab 1910 als Bautechniker bei der Königlich Preußischen Fortifikation Breslau und anschließend in zwei verschiedenen Breslauer Architekturbüros, bevor er ab 1913 als Bauführer in das Technische Büro der Provinzialverwaltung wechselte.

Im Ersten Weltkrieg diente Rudloff im Infanterie-Regiment 43 und im Infanterie-Regiment 44; im Oktober 1914 wurde er in der Schlacht bei Tannenberg verwundet. 1917 gründete Rudloff ein eigenes Architekturbüro in Breslau, Büro hatte er im Haus Sternstraße 45. Ab 1918 führte er ein eigenes Architekturbüro in Goldap. Während dieser Zeit – 1922 – entstand auch sein (nicht ausgeführter) Wettbewerbsentwurf für den Chicago Tribune Tower. Ende 1922 ging Rudloff nach Ratibor, wo ihm der Senat die Bauleitung für eine Flüchtlingssiedlung übertrug. Von Januar bis Mai 1924 leitete er eine Bauproduktivgenossenschaft in Oberschlesien mit Sitz in Gleiwitz.

Im April 1924 lernte Rudloff Ernst May, den Technischen Direktor der Schlesischen Heimstätte in Breslau kennen. Von Mai 1924 bis Oktober 1925 arbeitete er erst in der Hirschberger Filiale der Schlesischen Heimstätte, anschließend in der Breslauer Zentrale. Als Direktor der Schlesischen Heimstätte beauftragte Ernst May Rudloff mit der Ausarbeitung des Entwurfs der Domäne Hirschberg.

Als May 1925 nach Frankfurt ging, nahm er Rudloff mit, der fortan für die „Aktienbaugesellschaft für kleine Wohnungen“ (heute: ABG Frankfurt Holding) tätig war.

Als Assistent Mays wird ihm mittlerweile ein wesentliches Mitwirken am Projekt des „Neuen Frankfurts“ und einigen seiner Bauten bescheinigt, so in der Siedlung Höhenblick, in der Rudloff auch selbst wohnte.

Nebenbei war Rudloff als Privatarchitekt tätig und baute verschiedene Wohnhäuser. 1931 verlor Rudloff seine Stelle bei der ABG, als diese ihre Tätigkeit infolge der Weltwirtschaftskrise ihre Tätigkeit einstellte.

1933 wurde Rudloff Mitglied der Reichskammer der Bildenden Künste, am 1. Mai 1933 trat er in die NSDAP ein, zuvor hatte er der SPD angehört. Rudloff war nun in erster Linie als Privatarchitekt tätig, 1943 war er an der Altstadtaufnahme in Frankfurt beteiligt, 1944 wirkte er an der Behebung von Fliegerschäden mit.

1948 wurde Rudloff im Entnazifizierungsverfahren als Mitläufer eingestuft und erhielt eine Geldbuße auferlegt.

Carl-Hermann Rudloff war seit 1919 in erster Ehe mit Margarethe Gastert verheiratet. Die Ehe wurde 1926 geschieden. In zweiter Ehe heiratete Rudloff 1926 Charlotte Daeglau.

Sein Nachlass befindet sich im Archiv der Ernst-May-Gesellschaft.

Ehrungen

Literatur

  • Christina Trautmann: Der Architekt Carl-Hermann Rudloff (1890–1949). Henrich Editionen, Frankfurt a. M. 2025, ISBN 978-3-96320-082-3.

Einzelnachweise

  1. Amtsblatt für Frankfurt am Main, 144. Jg., Nr. 17, Stadt Frankfurt am Main, 23. April 2013.