CMR Nr. 1 bis 18
| CMR Nr. 1 bis 18 GWR 1392 | |
|---|---|
CMR Nr. 1 Treffrey
| |
| Nummerierung: | CMR 1–18 GWR 1392–1400 |
| Anzahl: | 18 |
| Hersteller: | Sharp, Stewart & Co. |
| Baujahr(e): | 1874 |
| Ausmusterung: | GWR-Lokomotiven: 1930er Jahre |
| Bauart: | C n2t |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Gesamtradstand: | 3350 mm |
| Dienstmasse: | 31,3 t |
| Anfahrzugkraft: | 70 kN |
| Treibraddurchmesser: | 1067 mm |
| Steuerungsart: | Allan |
| Zylinderanzahl: | 2 |
| Zylinderdurchmesser: | 419 mm (16 ½ in) |
| Kolbenhub: | 508 mm (20 in) |
| Kesselüberdruck: | 9,7 bar (140 psi) |
| Anzahl der Heizrohre: | 195 |
| Rostfläche: | 1 m² |
| Strahlungsheizfläche: | 6,6 m² |
| Verdampfungsheizfläche: | 76,6 m² |
| Wasservorrat: | 3,6 m³ |
| Brennstoffvorrat: | 1,5 t Kohle |
| Kupplungstyp: | Schraubenkupplung |
| Besonderheiten: | Ursprünglich Lokomotive mit seitliche Wasserkästen, später zu Satteltankloks umgebaut |
| Konstruktive Vorläufer der GWR-Klassen 1361 und 1366 | |
Die Lokomotiven Nr. 1 bis 18 waren eine Baureihe von achtzehn Tenderlokomotiven, die 1874 von Sharp, Stewart & Co. für die Cornwall Minerals Railway (CMR) gebaut wurden. Der Entwurf geht vermutlich auf Francis Trevithick zurück. Neun Maschinen wurden 1877 von der Great Western Railway (GWR) übernommen und als Klasse 1392, ab 1906 1393 eingereiht. Ab 1883/84 wurden sie zu Satteltanklokomotiven mit klassischem Führerhaus umgebaut. Sie blieben bis in die 1930er Jahre im Einsatz und dienten als Grundlage für die GWR‑Klassen 1361 und 1366.[1]
Geschichte
Die CMR beschaffte 18 dreifach gekuppelte Tenderlokomotiven von Sharp, Stewart and Company, die in einem Rundschuppe in St Blazey stationiert waren. Vier Lokomotiven trugen Namen: Nr. 1 Treffrey, Nr. 2 Lord Robartesm Nr. 5 Fowey und Nr. 6 Newquay. Der Name Treffrey war falsch geschrieben, er hätte Treffry lauten müssen, nach dem Eigentümer der Newquay Railway und der Par Tramway.
Ab 1876 übernahm die Great Western Railway den Betrieb der CMR und damit auch die Lokomotiven Nr. 1 bis 9. Die übrigen Lokomotiven wurden für den Betrieb nicht benötigt und wurden deshalb an den Hersteller Sharp, Stewart and Company zurückverkauft.[2] Dieser vermittelte eine Lokomotive an die Colne Valley and Halstead Railway und acht an die Lynn and Fakenham Railway (L&FR). Die Lokomotiven der L&FR erhielten größere Kohlenkästen und Führerhäuser. Sie wurden 1883 zu Schlepptenderlokomotiven umgebaut.
Die GWR-Lokomotiven mit den Nummern 1392 bis 1400 wurden zu Satteltanklokomotiven umgebaut. 1883 wurde die Lokomotive Nr. 1398 an den Hafen Sharpness an der Mündung des Bristolkanals verkauft. Die Nr. 1392 wurde nach einer Kollision im Jahr 1906 verschrottet. Dies führte dazu, dass die Klasse in 1393 umbenannt wurde. Die übrigen Lokomotiven blieben bis in die 1930er Jahre im Einsatz. Im Zuge der Umnummerierung 1912 erhielt die Lok mit der Nr. 1400 neu die Nr. 1398, die ursprünglich der 1883 verkauften Lok zugeordnet war. Die letzte Maschine wurde 1936 ausgemustert.[1]
Die ehemaligen CMR-Lokomotiven bildeten die Grundlage für die 1910 beschafften fünf nahezu identische Lokomotiven, der GWR-Klasse 1361, von welcher eine Lokomotive im Didcot Railway Centre erhalten ist.[3]
Technik
Cornwall Minerals Railway
In ihrer ursprünglichen Form waren die Lokomotiven mit seitlichen Wasserkästen und ohne Rückwänden an den Führerhäusern gebaut. Damit sollten die Züge vor schweren Züge paarweise von einer einzigen Besatzung Rücken an Rücken gekuppelt betrieben werden können.[1] Der Antrieb erfolgte über zwei schräg gestellte Außenzylinder auf die mittlere Kuppelachse. Die Steuerung der Zylinder erfolgte durch einen innenliegende Allan-Steuerung mit Flachschiebern.
Great Western Railway
In den Jahren 1883/84 wurden alle von der GWR übernommenen Lokomotiven zu Satteltanklokomotiven umgebaut und gleichzeitig mit zahlreichen standardisierten GWR-Bauteilen ausgestattet. Eine hintere Rahmenverlängerung ermöglichte den Aufbau eines konventionellen Führerstandes sowie den Anbau eines hinteren Kohlenkastens. Im Laufe der Jahre erhielten die Maschinen verschiedene Führerhäuser, Wassertanks und Kohlekästen. Der Kessel wurde zweimal erneuert, das zweite Mal mit einem Kessel der gleichen Bauart wie bei der Klasse 1361. Trieb- und Fahrwerk wurden hingegen kaum verändert.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Jim Champs: GWR 1392/1393 Class 0-6-0T (ex Cornwall Mineral Railway). In: Introdcution to Great Western Locomotive Development. 10. März 2022, abgerufen am 22. Dezember 2025 (britisches Englisch).
- ↑ 0-6-0 Steam Locomotives in Great Britain: Cornwal Minerals. In: steamlocomotive.com. Wes Barris, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
- ↑ 1363 - 1361 Class. Didcot Railway Centre, abgerufen am 22. September 2018 (englisch, Lebenslauf der 5028 Llantilio Castle).