Bye Bye, Love

Film
Titel Bye Bye Love
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 102 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen 20th Century Fox
Stab
Regie Sam Weisman
Drehbuch
Produktion
  • Gary David Goldberg
  • Brad Hall
  • Sam Weisman
Musik J. A. C. Redford
Kamera Kenneth D. Zunder
Schnitt Roger Bondelli
Besetzung

– im Abspann nicht genannt –

Bye Bye, Love (englisch für Tschüß Liebste) ist eine US-amerikanische Filmkomödie von Sam Weisman aus dem Jahr 1995. Die Hauptrollen des Films sind besetzt mit Matthew Modine, Randy Quaid, Paul Reiser, Janeane Garofalo, Amy Brenneman und Eliza Dushku. Auf dem seinerzeitigen Filmplakat ist zu lesen: „Donny, Dave and Vic are best friends. They have everything in common… ex-wives, new girlfriends, and the kids for the weekend.“ (Donny, Dave und Vic sind beste Freunde. Sie haben alles gemeinsam: Ex-Frauen, neue Freundinnen und die Kinder am Wochenende.)

Handlung

Die unzertrennlichen Kameraden, die in guten wie in schlechten Zeiten zusammengehalten haben, Dave Goldman, Vic Damico und Donny Carson sind seit kurzem alle geschieden. Seit dieser Zeit ist die Stimmung unter ihnen eher brüchig. Ihre Frauen waren und sind es immer noch, die, die sich hauptsächlich um die Kinder gekümmert haben. Mit ihrem Besuchsrecht am Wochenende wissen die Männer nicht so recht, wie sie damit umgehen sollen.

Dave Goldman, der seine Frau ständig betrogen hat und ein opportunistischer Frauenheld ist, hat zwei Kinder und trifft sich mit der viel jüngeren Kim, was seine Ex-Ehefrau Susan ärgert. Eines von Daves Problemen ist, dass er sich nur sehr schlecht binden kann. Mit nahezu der Hälfte der Mütter aus der Fußballmannschaft seines Sohnes hat er außerdem angebändelt und hält die Frauen hin. Kim durchschaut sein Verhalten, als während eines gemeinsamen Abendessen in Daves Wohnung plötzlich zwei der „Fußballmütter“ auftauchen. Ihre Vermutung geht dahin, dass er sich mit Frauen umgibt, um eine feste Beziehung zu vermeiden.

Vic Damico, ein Zyniker und Griesgram, arbeitet als Sporttrainer und Fahrlehrer. Er ist voller Wut auf seine Ex-Ehefrau Grace, die einen neuen Freund hat. Dass seine Ex-Frau Geld für neue Autoreifen ausgibt, ist ihm ebenfalls ein Dorn im Auge. Mehr zufällig landet er bei einem Blind Date mit Lucille, das ihm den letzten Nerv raubt. Sie ist eine von diesen Frauen, die ewig lang die Speisekarte studieren, verschiedene Gerichte bestellen und wieder zurückgehen lassen, bevor sie sich am Ende entscheiden, das Abendessen ihres Dates aufzuessen. Für Vic zieht sich der Abend endlos quälend in die Länge.

Der Immobilienmakler Donny Carson, ein Romantiker, hat eine Tochter, die bereits im Teenageralter ist und sehr viel Zeit mit dem jugendlichen Max Cooper verbringt, der bei McDonald’s jobbt. Donny tut sich schwer damit, eine stabile Verbindung zu seiner Tochter Emma aufzubauen. Emma hegt insgeheim Groll gegenüber ihrem Vater, was dazu führt, dass sie auf einer Party zu viel Alkohol trinkt, betrunken Auto fährt und sich sodann schmollend im Baumhaus ihres ehemaligen Elternhauses verschanzt. Um mit ihr zu reden, klettert Donny ein Spalier hinauf, um sich sodann an einem Ast hängend Richtung Baumhaus entlangzuhangeln. Als der Ast bricht, hängt er hilflos in der Luft, was seine Tochter dazu bringt, ihm zu helfen. Donny hatte sich bereits zuvor lächerlich gemacht, als er eifersüchtig über den Rasen des neuen Hauses seiner Frau geschlichen war, um sie und den neuen Mann an ihrer Seite zu beobachten. Prompt ging die Rasensprengeranlage an und entlarvte ihn. Er hat nach wie vor damit zu kämpfen, dass er noch Gefühle für seine Ex-Frau hat.

Allen drei Männern ist nicht nur gemein, dass sie mit dem Wochend-Sorgerecht für ihre Kinder und ihrem auf schwachen Füßen stehenden Sozialleben zu kämpfen haben, sondern auch, dass sie das Gefühl haben, von einem unaufhörlich schwadronierenden Psychologen im Radio mit Ratschlägen zum Thema Scheidung genervt zu werden, was Vic dazu bringt, ins Studio des Mannes einzubrechen und den Mann tätlich anzugreifen. Das bringt ihm so einige Schwierigkeiten ein.

Produktion

Dreharbeiten, Veröffentlichung, Erfolg

Gedreht wurde der Film in Kalifornien, unter anderem in Los Angeles und in Pasadena.[1] Das McDonald’s-Restaurant in diesem Film befindet sich gegenüber von Green Drive in Industry in Kalifornien. Es ist nicht öffentlich zugänglich, da es ausschließlich als Drehort für Werbespots und Filmaufnahmen dient. Das Aussehen des Restaurants wird laufend verändert. Green Drive ist keine Hauptstraße und das Restaurant ist von hohen Eukalyptusbäumen umgeben, die es vor neugierigen Blicken verbergen sollen. Dieser Film enthielt umfangreiche Produktplatzierungen von McDonald’s, obwohl er nicht von einer Werbepartnerschaft mit der Fast-Food-Kette begleitet wurde.

Für Ed Flanders war dieser Film sein letzter; er starb am 22. Februar 1995, weniger als einen Monat vor der Kinopremiere des Films. Amy Brenneman hingegen gab hier ihr Spielfilmdebüt, nachdem sie zuvor nur fürs Fernsehen gedreht hatte.

In den US-Kinos startete der Film am 17. März 1995 und spielte dort ca. 12,1 Millionen Dollar ein.[2] Seine Produktionskosten wurden größtenteils durch Produktplatzierungen bei McDonald’s gedeckt. Bereits am 4. März 1995 wurde der Film in Los Angeles im Avco Center Cinema erstmals aufgeführt. In Australien, im Vereinigten Königreich und in Irland wurde er erstmals im Mai 1995 veröffentlicht. In Ungarn erschien er 1995 auf Video, in Japan, Schweden und in Argentinien im darauffolgenden Jahr. In Deutschland kam der Film ebenfalls nicht ins Kino, sondern wurde am 7. März 1996 auf Video veröffentlicht.

Veröffentlicht wurde der Film zudem in Brasilien, Bulgarien, Kanada, Ecuador, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Russland, Serbien und in Spanien.

Soundtrack

Rezeption

Kritik

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 24 %[3]
AllMovie [4]
CinemaScore B[5]
James Berardinelli [6]
Roger Ebert [7]

Bye Bye, Love erhielt ein schlechtes Presseecho. So erfasst der US-amerikanische Aggregator Rotten Tomatoes größtenteils kritische Besprechungen und ordnet den Film dementsprechend als „Gammelig“ ein.[3]

James Berardinelli schrieb bei ReelViews, dass man als Zuschauer nicht besonders viel Inhalt oder Tiefgründigkeit erwarten sollte. Die wenigen im Film gestellten Fragen seien nicht zufriedenstellend beantwortet. Berardinelli lobte die „urkomischen“ Szenen mit Randy Quaid und Janeane Garofalo, die sich „perfekt“ ergänzen würden. Moniert wurde, dass der Film viel zu sehr für die Restaurantkette McDonald’s werbe.[6]

Der Kritiker Roger Ebert meinte in der Chicago Sun-Times vom 17. März 1995, der Film sei eine „schnulzige Sitcom“, die sich als die halbherzige Geschichte dreier geschiedener Väter und ihrer Probleme mit dem Single-Leben ausgeben möchte. Der Film wirke jedoch unfertig, als wären die Zutaten vorhanden, jedoch nicht viel darüber nachgedacht, ob sie zusammenpassen würden oder notwendig seien. Ebert verwies darauf, dass es heiße, europäische Filme handelten von Erwachsenen und amerikanische Filme von Erwachsenen, die sich wie Kinder benehmen würden. Wenn man Bye Bye, Love sehe, erkenne man etwas Wahres an dieser Aussage. Keiner der Charaktere des Films sei emotional komplex, besonders intelligent oder von komplexeren Gründen angetrieben. Das Drehbuch gleiche mehr einem Malen nach Zahlen. Aus anderen Filmen wisse man, dass Modine, Quaid und Reiser intelligente, komplexe Charaktere spielen könnten. In diesem Film sei es, als würden sie durch Sand laufen.[7]

Hal Hinson schrieb in der Washington Post, großzügige Menschen könnten Bye Bye, Love als Film bezeichnen, aber in Wirklichkeit sei er kaum mehr als eine herzerwärmende Werbung für traditionelle Familienwerte. Dieser rührselige, belehrende Film zeige die elterlichen Missgeschicke eines Trios bester Freunde, die versuchten, nach der Scheidung ihre Familien – und nicht zuletzt ihren Verstand – zusammenzuhalten. Regisseur Weisman und seine Mitwirkenden schwankten schamlos zwischen seichter Komik und gezwungenem Pathos. Dadurch wirkten die Darbietungen doppelzüngig und bedingt, sie seien in einer Minute das eine und in der nächsten das andere. Reiser treibe das sensible 90er-Jahre-Mann-Image so weit, dass Alan Alda im Vergleich wie Conan der Barbar wirke. Modine, der einen Hottie spiele, sehe aus, als versuche er, den Geist von John Wayne zu beschwören. Quaid sei die einzige glorreiche Ausnahme – besonders wenn Vic sein Blind Date mit Lucille, gespielt von der göttlich verrückten Janeane Garofalo habe.[8]

Auf der Seite Cinecaps Digest hieß es, dass die abendfüllende Sitcom plumpe Witze und kitschigen Schmalz anhäufe und jede Chance auf Aufrichtigkeit in der Botschaft begrabe. Auch gebe es zu viele Handlungsstränge, als dass einer davon funktionieren könne. Die Ensemble-Besetzung spiele größtenteils nur ihre Rollen. Ein paar amüsante Zeilen von dem Date-aus-der-Hölle Garofalo und Quaids pelzigem Hund seien die einzigen Momente, die nicht zumindest ein bisschen unerträglich seien. Die Produktplatzierung von McDonald’s sei hier wohl noch eklatanter als in Mac and Me.[9]

Jerry Saravia stimmte auf der Seite Divorced Family hinsichtlich der Werbung für McDonald’s den anderen Kritikern zu und meinte, wenn ein Film aussehe, sich so verhalte und anfühle wie ein Werbespot, dann müsse es ein Werbespot sein. Das gleiche treffe auf den Begriff Sitcom zu. Bye Bye Love schaffe es, ein Werbespot für einen Film zu sein, den wir nie zu sehen bekämen, komplett mit einer endlosen Produktwerbung für McDonald’s. Eine Figur steche jedoch aus der Masse heraus: der verstorbene Ed Flanders als Rentner, der bei McDonald’s arbeite. Dieser alte Mann verkörpere echten, angedeuteten Herzschmerz und Pathos, von dem all die anderen stereotypen Figuren so viel lernen könnten. Saravia meinte, er hasse den Film nicht, denn es sei ein netter, harmloser Film. Aber genau das sei das Problem – einfach sympathisch, ohne Ernsthaftigkeit. Der Film lebe davon, niedlich und süß zu sein, mit der simplen Weisheit, dass die Liebe der Eltern zu ihren Kindern sie definiere, wobei die Frauen in diesem Film irgendwie fremde, oberflächliche Wesen seien, die die Welt eines geschiedenen Mannes nicht verstehen könnten.[10]

David Nusair hingegen lobte auf der Seite Reel Film Reviews, dass Weisman eine fesselnde Komödie liefere, die von ihren sympathischen Darstellerin profitiere, die mit einnehmendem Charisma überzeugen würden. Überzeugend seien auch die Darsteller in den Nebenrollen. In dem hochkarätigen Ensemble würden besonders Amy Brenneman, Rob Reiner und Maria Pitillo hervorstechen. Daher könne man Weismans gelegentliche Verwendung von Sitcom-Klischees und -Gags leicht verzeihen. Anzumerken sei jedoch, dass Weisman es im Allgemeinen hervorragend verstehe, selbst aus etwas klischeehaften Situationen echte Lacher zu zaubern (Das gelte insbesondere für Vics desaströses Blind Date mit Janeane Garofalos unglaublich schwieriger Lucille). Zweifellos profitiere der Film auch von den immer wieder überraschend wirkungsvollen (und berührenden) dramatischen Momenten, allen voran von der herzerwärmenden Freundschaft zwischen dem smarten Teenager Max (Johnny Whitworth) und dem trauernden Witwer Walter (Ed Flanders). Bis zum überaus befriedigenden Schluss etabliere sich Bye Bye Love als liebenswertes und unterhaltsames Werk, das die Erwartungen weit übertreffe.[11]

Andrew Wickliffe hingegen stimmte auf der Seite The Stop Button wiederum den meisten Rezenzenten zu und konnte dem Film nur wenig abgewinnen. Interessant sei es, dass es Bye Bye Love keinen einzigen Lacher gebe und man daher nach interessanten Dingen suchen müsse, über die man nachdenken könne, zum Beispiel darüber, dass der Film von einer unterschwelligen Frauenfeindlichkeit durchzogen sei. Man müsse schon sehr genau hinsehen, um eine positive weibliche Figur zu entdecken und einige eklatant schreckliche zu ignorieren. Der größte Anziehungspunkt im Film sei Maria Pitillos herausragende Leistung als Modines leidende Freundin. Aber auch Benson sei gut, die Filmmusik hingegen unerträglich.[12]

Auf der Seite Filmdienst war die Rede von einer „menschlich anrührenden Komödie zum Thema Scheidung, die, von drei guten Darstellern getragen, sehr ansehnliche Unterhaltung“ biete. – „Ab 12.“[13]

Nominierung

  • Eliza Dushku war 1995 für den YoungStar Award in der Kategorie „Beste Leistung einer jungen Schauspielerin in einem Comedyfilm“
  • Janeane Garofalo war 1996 für den American Comedy Award in der Kategorie „Lustigste Nebendarstellerin in einem Spielfilm“ nominiert.

Belege und weiterführende Informationen

  1. Bye Bye Love (1995) – Filming & Production. In: IMDb. Abgerufen am 31. Mai 2018 (englisch).
  2. Bye Bye Love. In: Box Office Mojo. Abgerufen am 1. September 2024 (englisch).
  3. a b Bye Bye, Love. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 21 Kritiken).
  4. Karl Williams: Kritik zu Bye Bye, Love (Memento vom 3. August 2019 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
  5. Datenbankabfrage bei cinemascore.com
  6. a b James Berardinelli: Bye Bye Love: A Film Review. In: Reelviews Movie Reviews. 1995, abgerufen am 31. Mai 2018 (englisch).
  7. a b Roger Ebert: Bye Bye, Love Movie Review & Film Summary (1995). 17. März 1995, abgerufen am 31. Mai 2018 (englisch).
  8. Hal Hinson: Bye Bye, Love In: The Washington Post (englisch), 17. März 1995. Abgerufen am 19. November 2025.
  9. Bye Bye Love (1995) cinecapsdigest.wordpress.com 26/100 (englisch). Abgerufen am 19. November 2025.
  10. Jerry Saravia: Bye Bye Love (1995) jerrysaravia.blogspot.com (englisch), 23. August 2014. Abgerufen am 19. November 2025.
  11. David Nusair: Bye Bye Love reelfilm.com (englisch), 16. Oktober 2023. Abgerufen am 19. November 2025.
  12. Andrew Wickliffe: Bye ByeLove (1995, Sam Weisman) thestopbutton.com (englisch), 8. August 2011. Abgerufen am 19. November 2025.
  13. Bye Bye, Love. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 19. November 2025.