Busso von Bismarck

Busso von Bismarck, eigentlich Busso Klaus Jobst Valentin Ludolf von Bismarck (* 1. Mai 1824 in Schönhausen; † 10. Oktober 1887 in Gotha) war ein deutscher Richter. Er gehörte dem Preußischen Abgeordnetenhaus an.

Familie

Er war Sohn des Friedrich von Bismarck (* 1784; † 1846) und der Mutter Charlotte geb. von Bredow (* 1786; † 1850), Tochter des preuß. Kapitäns (Hauptmann) Georg Ludwig von Bredow auf Schloss Wagenitz und der Luise Freiin von Hertefeld. Sein Vater musste 1830 Gut Schloss Schönhausen II. verkaufen. Der alte Besitz gelangte aber durch den preußischen Staat 1885 wieder in die Hand der Bismarcks, hier dann der gefürsteten Linie.

Er selbst heiratete 1869 die aus Anklam stammende Pauline Borchmann (* 1851; † 1916), Tochter des Friedrich Borchmann und der M. E. L. Haack. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Der Sohn Busso (* 1876; † 1943) war zuletzt Oberstleutnant und heiratete zweimal, Maria Frederich und dann Helene Freiin von Friesen; von beiden stammen Nachfahren. Die Tochter Gertrud (* 1879; † 1946) heiratete den preuß. Ober-Regierungsrat Otto von Varendorff (* 1869; † 1932).[1] Der Sportler Hasso von Bismarck ist ein Enkel.

Leben

Busso von Bismarck studierte Rechtswissenschaft und trat in den preußischen Justizdienst ein. Er war 1855 Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft in Marienburg, später in Anklam. Ab 1869 war er Kreisgerichtsrat in Flatow und ab 1871 Direktor des dortigen Kreisgerichts. Im Jahr 1874 wechselte er in derselben Funktion an das Kreisgericht Merseburg. Im Jahr 1879 war er Landgerichtsdirektor am Landgericht Liegnitz. Ein Jahr später wurde er Präsident des Landgerichts in Schneidemühl. Dieselbe Funktion hatte er ab 1883 am Landgericht Cottbus. 1887 wurde er Senatspräsident am Oberlandesgericht Breslau.

Von Bismarck betätigte sich auch politisch als konservativer und freikonservativer Abgeordneter im Preußischen Landtag. Dem Abgeordnetenhaus gehörte er von 1870 bis 1876 und von 1882 bis 1887 an.

Busso von Bismarck starb im Oktober 1887 im Alter von 63 Jahren in Gotha. Er wurde auf dem Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden in Berlin beigesetzt (Grablage: Feld CL). Die Grabstätte ist erhalten.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. GGT/UA 1901. Jg. 2, Justus Perthes, Gotha 1900./Vgl. GGT/UA 1940. Jg. 39, Justus Perthes, Gotha 1939. Siehe: FamilySearch (Kostenfrei). Stammreihen.
  2. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 94.