Burris B. Cunningham

Burris Bell Cunningham (* 16. Februar 1912 in Springer (New Mexico); † 28. März 1971 in Berkeley (Kalifornien)) war ein US-amerikanischer Chemiker, bekannt für seine Beiträge zur Chemie der Transurane (Actinoide).[1][2][3]

Cunningham studierte an der University of Southern California und ab 1931 an der Universität of California, Berkeley mit dem Bachelor-Abschluss in Chemie 1935 und der Promotion in Biochemie (The metabolism of Paramecium caudatum) bei dem Biochemiker und Mikrochemie-Spezialist Paul L. Kirk 1940. Dort wurde er beim Studium des Stoffwechsels einzelner Bakterienzellen mit mikrochemischen Verfahren vertraut, die ihm bald darauf bei der Chemie der Transurane nützlich sein sollten.[4] Cunningham und Mitarbeitern entwickelten die Techniken der Ultramikrochemie weiter.

Ab Juni 1942 war Cunningham im Manhattan-Projekt, bzw. dem Metallurgical Laboratory (Met Lab), an der Universität of Chicago, dem dortigen Chemielabor, dem George Herbert Jones Chemical Laboratory. Das Met Lab war unter der Leitung von Glenn T. Seaborg.

Am 20. August 1942, im Raum 405 des Jones Laboratory, gelang es Burris B. Cunningham mit Louis B. Werner (seinem engsten Mitarbeiter) eine erste Menge Plutonium als Fluorid auszufällen.

Am 10. September 1942 gelang ihnen dann die Ausfällung eines Plutoniumhydroxids, welches nach weiteren Prozessschritten die erste wägbare und isolierte Mengen des synthetischen Elements Plutonium war. Diese Probe eines Plutoniumoxids wurde auf 2,77 Mikrogramm genau auf einer selbstgebauten Quarzfaser-Waage gemessen.[5]

Ihre analytischen Methoden waren die Voraussetzung dafür, in den folgenden Monaten und Jahren die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Plutonium zu erforschen, was in der von Cunningham geleiteten Gruppe erfolgte.

1946 ging Cunningham wieder als Assistant Professor – auch bekannt als Dekan der Actinidenchemiker – nach Berkeley, wo er mit Mitarbeitern erstmals wägbare Mengen weiterer Transurane isolierte (Americium, Berkelium, Californium, Einsteinium) und in Experimenten nur mit Nanogramm-Mengen Informationen über deren chemische Eigenschaften erhielt (oftmals standen die an Zyklotronen neu erzeugten Elemente nur in solch geringen Mengen zur Verfügung). Zu seinen engen Mitarbeitern und Kollegen am Radiation Laboratory gehörten Seaborg und Stanley G. Thompson. 1948 wurde er Associate Professor und 1953 Professor in Berkeley. Er teilte sein Wissen mit zahlreichen Wissenschaftlern im Bereich der Radiochemie.[6][7]

Er hatte eine tödliche Krankheit und war im Frühjahr 1971 nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Er erlitt der Krankheit am 28. März 1971. Cunningham hinterlässt seine Frau Juliana und seine Kinder Susan Mae (Frau Robert T. Moore), Bruce Jon und Joseph Martin sowie deren Mutter Irene.

Einzelnachweise

  1. University of California (System) Academic Senate: Burris Bell Cunningham, Chemistry: Berkeley 1912-1971. In: 1974, University of California: In Memoriam. 1974 (englisch, berkeley.edu [abgerufen am 1. Dezember 2025]).
  2. Burris Bell Cunningham | College of Chemistry. In: UC Berkeley. UC Regents, 2025, abgerufen am 1. Dezember 2025.
  3. B. B. Cunningham: Coordination chemistry and physical properties of transplutonium actinide compounds. In: Pure and Applied Chemistry. Band 27, Nr. 1-2, 1. Januar 1971, ISSN 1365-3075, S. 43–60, doi:10.1351/pac197127010043 (englisch, degruyter.com [abgerufen am 1. Dezember 2025]).
  4. Burris B. Cunningham: Ultramicrochemistry. In: Scientific American. Band 190, Nr. 2, 1954, ISSN 0036-8733, S. 76–83, JSTOR:24944471 (englisch).
  5. B. B. Cunningham, L. B. Werner: The First Isolation of Plutonium. In: Journal of the American Chemical Society. Band 71, Nr. 5, Mai 1949, ISSN 0002-7863, S. 1521–1528, doi:10.1021/ja01173a001 (englisch, acs.org [abgerufen am 1. Dezember 2025]).
  6. Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements. Springer Netherlands, Dordrecht 2011, ISBN 978-94-007-0210-3, doi:10.1007/978-94-007-0211-0 (springer.com [abgerufen am 1. Dezember 2025]).
  7. Leslie G. Castro, Nolwenn Mahieu: Giving actinide chemistry a new start. In: Nature Reviews Chemistry. Band 9, Nr. 2, 9. Januar 2025, ISSN 2397-3358, S. 86–87, doi:10.1038/s41570-024-00682-3 (englisch, nature.com [abgerufen am 1. Dezember 2025]).