Burkhard Scheffler

Burkhard Scheffler (* 1. Mai 1961 in Gladbeck; † 25. November 2022 in der Vatikanstadt) war ein deutscher Bettler, der als Apostel Petrus auf dem Gemälde des Cranach-Triegel-Altars verewigt wurde.

Leben

Über das Leben von Scheffler ist wenig bekannt. Er kam aus dem Ruhrgebiet und war Installateur.[1] Scheffler war evangelisch getauft, alleinstehend und hatte keine Kinder.[2] Ungefähr im Jahr 2010 zog es ihn nach Rom, wo er als Obdachloser lebte.[3]

2017 war er Komparse im Video „Oh, vita!“ des italienischen Rockmusikers Jovanotti und für wenige Sekunden zu sehen.[4]

Im Frühjahr 2020, während des Corona-Lockdowns, bedrohte er einen Mann, der ihm kein Almosen geben wollte, mit dem Messer und verfolgte ihn bis in ein Lebensmittelgeschäft. Ein römischer Richter verurteilte ihn dafür zu mehr als drei Jahren Haft. Wegen guter Führung kam er nach zweieinhalb Jahren aus dem Regina-Coeli-Gefängnis frei.[5]

Unter den überdachten Säulengängen, den Kolonaden des Petersplatzes schlug er regelmäßig sein Nachtquartier auf, wo er in einer bitterkalten Nacht und nur wenige Tage nach seiner Haftentlassung – nicht mehr an die Kälte gewöhnt – im November 2022 erfror.[6]

Papst Franziskus nahm Scheffler in sein nächstes Sonntagsgebet auf und sorgte dafür, dass er auf dem deutschen Friedhof neben dem Petersdom, dem Campo Santo Teutonico ein Grab erhielt – als erster Protestant überhaupt.[7][8][9]

Cranach-Triegel-Altar

Im Winter 2018 sah der deutsche Maler Michael Triegel den Bettler mit dem gewaltigen Bart im Stadtteil Trastevere und porträtierte ihn für 70 € eine halbe Stunde lang. Aus der Skizze ist das Porträt „Römischer Bettler“ geworden, das inzwischen im Suermondt-Ludwig-Museum hängt.[10] Als Triegel 2022 den Auftrag bekam, für ein schwer beschädigtes Altargemälde von Lucas Cranach dem Älteren aus dem Dom von Naumburg ein neuer Mittelteil zu machen, nutzte er das Porträt Schefflers. Dort ist Scheffler inmitten anderen moderner Figuren als Petrus mit rotem Baseballcap verewigt. Der Cranach-Triegel-Altar ist als Leihgabe bis zum Herbst 2027 in der Marienkirche des Friedhofs Campo Santo Teutonico zu sehen.[11]

Einzelnachweise

  1. Ein deutscher Bettler in Rom. Abgerufen am 28. November 2025.
  2. Wie ein deutscher Bettler in Rom zum Heiligen wurde. 17. November 2025, abgerufen am 28. November 2025.
  3. L'ultima "dimora" di Burkhard - RASSEGNA STAMPA - COMUNITÀ DI SANT'EGIDIO. Abgerufen am 28. November 2025 (italienisch).
  4. Ein Grab für einen deutschen Bettler in Rom. Abgerufen am 28. November 2025.
  5. Vatikan: Deutscher Obdachloser findet letzte Ruhe am Camposanto - Vatican News. 16. Juni 2023, abgerufen am 28. November 2025.
  6. Obdachloser soll im Campo Santo Teutonico bestattet werden. Abgerufen am 28. November 2025.
  7. EWTN: Papst Franziskus betet für verstorbenen Obdachlosen aus Deutschland. Abgerufen am 28. November 2025.
  8. Deutscher Obdachloser wird im Campo Santo Teutonico bestattet. Abgerufen am 28. November 2025.
  9. Grabstein. Abgerufen am 28. November 2025.
  10. Michael Triegel, Römischer Bettler, 2018. In: Suermondt-Ludwig-Museum. Abgerufen am 28. November 2025.
  11. Salzburger Nachrichten: Altar von Lucas Cranach aus Deutschland nun in Italien. 2. November 2025, abgerufen am 28. November 2025.