Burgwall Bertikow
| Burgwall Bertikow | |
|---|---|
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Burgwall Netzeband | |
| Staat | Deutschland |
| Ort | Walsleben |
| Entstehungszeit | 8. bis 10. Jahrhundert |
| Burgentyp | Niederungsburg |
| Erhaltungszustand | Burgstall, gut erhalten |
| Geographische Lage | 52° 58′ N, 12° 36′ O |
Bei dem Burgwall Bertikow, gelegen in der Gemarkung Walsleben im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, handelt es sich um den Burgstall einer Niederungsburg, welcher dem slawischen Mittelalter zuzurechnen ist. Er ist eine der besterhaltenen Anlagen seiner Art im Ruppiner Land, auch wenn im Nordosten ein kleines Stück abgetragen wurde. In der örtlichen Bevölkerung wird er „Hünenwall“ genannt. Google Maps und sich darauf beziehende Autoren bezeichnen ihn fälschlich als „Burgwall Netzeband“. Einen Weg durch den Sumpf Richtung Netzeband gab es allerdings früher und gibt es bis heute nicht, und weitere Beziehungen zum etwa drei Kilometer Luftlinie entfernten Ort Netzeband sind ebenfalls nicht ersichtlich.
Das Bodendenkmal liegt etwa 800 Meter von der Temnitz und einen Kilometer nördlich des ehemaligen Vorwerks Bertikow des Gutes Walsleben entfernt in einer ausgedehnten Niederung. Die ovale Burganlage hat einen Durchmesser von etwa 105 bis maximal 130 Metern und ist heute mit alten Eichen bestanden. Die eintorige Wallburg stellt eine typisch slawische Fluchtburg dar, die im 8. bis 10. Jahrhundert genutzt wurde. Damals lag die Burg inmitten von feuchten und sumpfigen Wiesen und war so auf natürliche Weise geschützt. Nachgewiesen und ebenfalls unter Denkmalschutz ist ein alter Erddamm, der nach Süden zum damals bestehenden Dorf Bertikow führte.
Der Erdwall ist etwa 2–3 Meter hoch, bis zu zwei Meter breit und besteht vor allem aus gelblichem, lehmhaltigem Sand. Um die gesamte Anlage führt ein heute meist wasserloser Graben. Der Innenraum liegt etwas höher als die umliegenden Wiesen. In ehemaligen Sandgruben aufgetretene Keramikfunde deuten darauf hin, dass der Wall in spätslawischer Zeit möglicherweise nicht, dann aber im Mittelalter von deutschen Siedlern nachgenutzt wurde.
Der Burgwall lag zu seiner Zeit etwas abseits der Hauptsiedlungsgebiete und diente in unruhigen Zeiten als Fluchtpunkt. Denkbar ist aber auch, dass hier Vieh hineingetrieben wurde, um es nicht in die Hände von Feinden geraten zu lassen.
Der Burgwall ist nicht mit PKW erreichbar.
Literatur
- Wilhelm Bartelt, Karl Waase: Die Burgwälle des Ruppiner Kreises. Ein Beitrag zur Heimatkunde. Würzburg 1910.
- Joachim Herrmann: Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle Gross-Berlins und des Bezirkes Potsdam. Akademie-Verlag, Berlin (Ost) 1960.