Burgholz (Weimar)
Das Burgholz ist ein schmales Waldstück mit Resten einer Wallanlage in der Flur des Weimarer Ortsteils Ehringsdorf.
Geschichte und Beschreibung
Das schmale Waldstück liegt am hinteren Steilhang des Ilmtals südöstlich von Ehringsdorf. Es steht im oberen Teil auf Travertin, im unteren auf Letten oder Lehm des unteren Keupers. Der Baumbestand besteht aus Eschen, Ahorn, Eichen, Linden und Ulmen. Die günstigen Bodenverhältnisse ermöglichen das Wachstum von Sträuchern und Kräutern wie u. a. dem Schwarzen Holunder, Zaun-Giersch, Waldbingelkraut, und dem Hohlen Lerchensporn. Am Hangfuß steht an einem schmalen Graben und an kleinen Teichen[1] Schilf und Weiden. Nördlich des einstigen Fahrwegs von Ehringsdorf nach Köttendorf befindet sich ein Erdwerk; das 1512 mit bey dem Burgholtze bezeichnet wurde, ein Wall mit davorliegendem Graben auf der Südwestseite einer kleinen Terrasse. Die Nordostseite zum Ilmtal hin ist unbefestigt. Teile der als frühgeschichtliches Heerlager zu deutende Anlage liegen in der Taubacher Flur.[2] Es reicht fast bis zum Possenbach. Die Wallanlage hat nach Osten hin eine maximale Höhe von einem Meter. Eine gesicherte Datierung und archäologische Funde liegen bislang nicht vor. Erkennbare bauliche Strukturen im Innern der Anlage wurden ebenfalls nicht gefunden.[3] Im Jahre 1559 bildete das Burgholz eine der Erweiterungen des Besitzes von Ratsgehölzen der Stadt Weimar.[4] Dieses Waldstück fand auch das Interesse der Malakologie.[5]
An der Taubacher Straße gibt es eine Bushaltestelle mit der Bezeichnung Am Burgholz.
Das Burgholz ist ein Landschaftsschutzgebiet mit einer Größe von 12,5 ha.[6]
Literatur
- Christoph Arenhövel: Die Schutzgebiete der Stadt Weimar. Teil X: Der Geschützte Landschaftsbestandteil „Brauereiteiche Ehringsdorf“.- Thüringer Faunistische Abhandlungen XXIV (2019), S. 7–33.
Einzelnachweise
- ↑ Diese sind die Brauereiteiche Ehringsdorf.
- ↑ Art. Burgholz, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 70.
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen Bd. 4.2: Stadt Weimar. Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 973.
- ↑ Gitta Günther, Lothar Wallraf (Hrsg.): Geschichte der Stadt Weimar. Böhlau, Weimar 1975, DNB 750568038. 2. Auflage 1976 , S. 178.
- ↑ Hildegard Zeissler: Schnecken und Muscheln vom Burgholz bei Weimar-Ehringsdorf, Malakologische Abhandlungen - Bände 3-4, Staatliches Museum für Tierkunde in Dresden, 1970 S. 159-170.
- ↑ Geschützter Landschaftsbestandteil Burgholz
Koordinaten: 50° 57′ 27″ N, 11° 21′ 9″ O