Burgfriedhof (Bad Godesberg)
Der Burgfriedhof ist ein kommunaler Friedhof in Bad Godesberg, einem Stadtbezirk von Bonn. Er steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1] Teil des Friedhofs ist der Jüdische Friedhof Bad Godesberg.
Lage
Der Burgfriedhof liegt am Westhang des Burgbergs der Godesburg (120,8 m ü. NN) und erstreckt sich entlang der Straßen Am Burgfriedhof und Auf dem Godesberg.
Geschichte
Der Burgfriedhof wurde 1804/05 auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg der Godesburg[2] unterhalb der Michaelskapelle in Nachbarschaft zu einem bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert bestehenden jüdischen Friedhof angelegt.[3] 1895 erwarb die Gemeinde Godesberg den Burgberg. Der Friedhof wurde hangabwärts mehrmals terrassenförmig erweitert, letztmals im Jahre 1910. 1924 entstand zu seiner Entlastung im Ortsteil Plittersdorf der neue Zentralfriedhof der Stadt.
Beschreibung
Auf dem Friedhof finden sich viele reich gestaltete Grabstätten des Großbürgertums aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert, darunter auch mit fünf Mausoleen die meisten unter den Bonner Friedhöfen.[4.1] Zu den bedeutendsten Grabmälern zählt das für Pfarrer Karl Evertsbusch aus dem Jahr 1909 mit einer von dem Bildhauer Benno Elkan geschaffenen Relief-Darstellung der Bergpredigt. Als Friedhofskapelle dient heute ein 1904–1905 für den in Philadelphia geborenen Arzt George Guier (1824–1903)[5] in orientalisierenden Formen errichtetes Mausoleum, das nach Entwurf des Kölner Architekten August Senz (1862–1912) durch den Bonner Bauunternehmer Wilhelm Weinreis (1872–1906) ausgeführt und 1952 von der Stadt Bad Godesberg erworben wurde.[4.2][6][7]
Der Friedhof umfasst auch eine Kriegsgräberstätte für 72 Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg.[8]
Beigesetzte Persönlichkeiten
- Gerhard Siebel (1784–1831), Kaufmann, Lokalpolitiker, Diplomat und Publizist aus Elberfeld
- Carl August von Groote (1831–1897), Bürgermeister von Godesberg – Ehrengrab der Stadt Bonn[9]
- Carl Maria Finkelnburg (1832–1896), Mediziner und Hygieniker
- Julius Axenfeld (1834–1896), Missionar und Pfarrer in Godesberg – Ehrengrab der Stadt Bonn[9]
- Reinhold Fellenberg (1848–1912), Militärmusiker, Stabstrompeter, Komponist und Karnevalist
- Anton Dengler (1852–1914), Bürgermeister von Godesberg – Ehrengrab der Stadt Bonn[9]
- Alfred Wiedemann (1856–1936), Ägyptologe
- Ännchen Schumacher (1860–1935), ortsbekannte Wirtin – Ehrengrab der Stadt Bonn[9]
- Theodor Wilhelm Düren (1866–1928), ortsansässiger Bauunternehmer
- Toni Wolter (1875–1929), Landschafts- und Industriemaler der Düsseldorfer Schule
- Josef Zander (1878–1951), Bürgermeister von Bad Godesberg – Ehrengrab der Stadt Bonn[9]
- Karl Schwarz (1886–1959), ortsansässiger Architekt
- Paul Kemp (1896–1953), Schauspieler und Charakterkomiker
- Heinrich Hopmann (1897–1968), Bürgermeister von Bad Godesberg
- Wolfgang Finkelnburg (1905–1967), Experimentalphysiker
- Hubertus Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg (1906–1984), Journalist, Schriftsteller und Politiker (FDP, DP, CDU)
- Walter Henkels (1906–1987), Journalist und Buchautor
- Herbert Wehner (1906–1990), Politiker (KPD, SPD) – seit 2010 Ehrengrab der Stadt Bonn[10]
- Paul Magar (1909–2000), Maler
- Siegfried Zoglmann (1913–2007), Politiker (FDP, CSU)
- Erich Mende (1916–1998), Jurist und Politiker (FDP, CDU)
- Ernst-Dieter Lueg (1930–2000), Journalist
- Günter Zehm (1933–2019), deutscher Philosoph und Publizist
- Ludolf Herrmann (1936–1986), Journalist und Chefredakteur
- Rudolf Schieffer (1947–2018), deutscher Historiker
Weblinks
- Burgfriedhof, www.godesberger-markt.de (teilweise entnommen aus Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg (Hrsg.); Martin Ammermüller: Spaziergang über den Burgfriedhof, Godesberger Heimatblätter 2010)
Einzelnachweise
- ↑ Denkmalliste der Stadt Bonn. (PDF; 2,08 MB) In: bonn.de. 15. Januar 2021, S. 44, archiviert vom am 7. Juni 2021; abgerufen am 29. Dezember 2025. Nummer A 639
- ↑ Tag des offenen Denkmals, 8. September 2013. Veranstaltungsprogramm Nordrhein-Westfalen, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, S. 10.
- ↑ Mathias Nofze: Burgfriedhof ist für mich der schönste ( vom 4. März 2016 im Internet Archive), General-Anzeiger, 2. August 2010
- ↑ Hans-Peter Schwanke: Mausoleumsarchitektur auf dem Godesberger Burgfriedhof. In: Godesberger Heimatblätter: Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg, ISSN 0436-1024, Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e. V., Heft 22/1984, S. 148–157.
- ↑ Mousoleum Guier, www.godesberger-markt.de (entnommen aus Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg (Hrsg.); Martin Ammermüller: Spaziergang über den Burgfriedhof, Godesberger Heimatblätter 2010)
- ↑ Werner Keyl: Über das Mausoleum Guier auf dem Godesberger Burgfriedhof und seinen Architekten. In: Godesberger Heimatblätter, Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e. V. (ISSN 0436-1024), Heft 31 (1993), S. 104–116.
- ↑ Martin Gussone, Martina Müller-Wiener: Das Mausoleum Dr. George Guier in Bad Godesberg und der Orientalismus. In: Godesberger Heimatblätter, Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e. V. (ISSN 0436-1024), Heft 48 (2010 [2011]), S. 78–95.
- ↑ Kriegsgräbergedächtnisstätte Bad Godesberg Burgfriedhof, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
- ↑ a b c d e Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e. V. (Hrsg.): Godesberger Heimatblätter: Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg, ISSN 0436-1024, Heft 22/1984, Bad Godesberg 1985, S. 171.
- ↑ Ehrengrab für Herbert Wehner. Herbert-Wehner-Bildungswerk, 8. September 2010, archiviert vom am 27. Oktober 2010; abgerufen am 30. Januar 2014.
Koordinaten: 50° 41′ 7,4″ N, 7° 8′ 54″ O