Burchard Paul von Merveldt

Burchard Paul Graf von Merveldt (* ca. 23. Februar 1770 in Werne;[1]17. Januar 1848 im Schloss Lembeck) war Mitglied des hannoverschen Staatsrats, Geheimer Rat und Domherr in Hildesheim und Münster.

Leben

Herkunft und Familie

Burchard Paul Graf von Merveldt entstammte dem westfälischen Adelsgeschlecht von Merveldt. Er war der Sohn des Clemens August von Merveldt und dessen Gemahlin Antonia Maria Ferdinande von Wolff-Metternich zur Gracht und Wehrden (1733–1778). Seine Geschwister waren Maria Theresia (* 1756 ⚭ Clemens August von Vittinghoff), Ferdinand August Joseph (1759–1834), Maria Adolphina Alexandrine (1766–1812, ⚭ Gerhard Anton Edmund von Loe) und Maximilian Friedrich (Diplomat und General). Burchard Paul von Merveldt blieb ohne eigene Nachkommen; sein Vermögen vermachte er seinem Adoptivsohn Armand Jean Paptiste.[2]

Werdegang und Wirken

Nach einem Studium in Münster und Göttingen wurde Burchard Paul von Merveldt am 18. Mai 1789 in Hildesheim als Domherr aufgeschworen. Der Kurfürst Maximilian Franz verlieh ihm im Jahre 1794 eine Dompräbende in Münster.[3] Burchard Paul war Subdiakon und genoss schon früh den Ruf eines vorzüglichen Talents. 1799 vertrat er beim Friedenskongress in Rastatt das Hochstift Hildesheim. Der Fürstbischof von Fürstenberg verlieh ihm im Jahre 1804 das Amt des Domküsters. Die preußische Regierung bestätigte am 4. März 1805 diese Maßnahme. Nach dem Zusammenbruch Preußens trat er während der napoleonischen Zeit in den Dienst des Königreichs Westphalen, wo er Staatsrat sowie Mitglied des inneren Rats der Kanzlei wurde.[2] Nach der französischen Herrschaft ging Burchard Paul von Merveldt in den Dienst des Königs von Hannover und war dort Geheimrat und Kammerherr.[2]

Von 1811 bis 1838 besaß Merveldt das säkulariertes Kloster Escherde (heute Haus Escherde) bei Hildesheim, in dem er u. a. einen Park anlegte.[4] Die letzten Lebensjahre verbrachte er auf dem Gut Hardehausen bei Warburg.[2]

Von 1821 bis 1830 war er Botschafter am Kaiserlichen Hof in Wien. Danach war er noch einige Jahre Mitglied (bzw. „Landrat“) der Hildesheimschen Landschaft.

Ehrungen und Auszeichnungen

  • 1808 Kammerherr
  • 1808 Mitglied des Staatsrats[2]
  • 1812 Mitglied des inneren Rates der Staatskanzlei[2]
  • 1812 Graf des Königreichs Westphalen
  • 1813 Staatsrat auf Lebenszeit[2]
  • Königlich Hannoverscher Geheimer Rat und Kammerherr[2]
  • 1821 Commander des Guelphen-Ordens

Literatur

  • Friedrich Keinemann: Das Domkapitel zu Münster im 18. Jahrhundert. Verfassung, persönliche Zusammensetzung, Parteiverhältnisse (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission Westfalens. Bd. XXII; Geschichtliche Arbeiten zur Westfälischen Landesforschung. Bd. 11). Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster in Westfalen 1967, S. 351 f. (Digitalisat auf lwl.org, abgerufen am 18. November 2025)

Einzelnachweise

  1. Gerd Dethlefs: Die Ritterschaft des Fürstbistums Münster 1679-1802. Mitglieder und Landtagsteilnahmen. In: Westfälische Zeitschrift, Jg. 158, 2008, S. 19–91, hier S. 49. (Digitalisat auf westfaelische-zeitschrift.lwl.org, abgerufen am 18. November 2025)
  2. a b c d e f g h Friedrich Keinemann: Das Domkapitel zu Münster im 18. Jahrhundert. Verfassung, persönliche Zusammensetzung, Parteiverhältnisse. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster in Westfalen 1967, S. 352.
  3. Friedrich Keinemann: Das Domkapitel zu Münster im 18. Jahrhundert. Verfassung, persönliche Zusammensetzung, Parteiverhältnisse. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster in Westfalen 1967, S. 351.
  4. Die Kunstdenkmale der Provinz Hannover, II, 10: Die Kunstdenkmale des Kreises Alfeld II, Der ehemalige Kreis Gronau. Bearbeitet von Heiner Jürgens, Hans Lütgens, Arnold Nöldeke, Joachim Freiherr von Welck. Selbstverlag der Provinzialverwaltung / Theodor Schulzes Buchhandlung, Hannover 1939, S. 122, 139. (Digitalisat auf archive.org, abgerufen am 18. November).