Bundesschülerkonferenz

Bundesschülerkonferenz
Basisdaten
Gründung 13. März 2004 in Saarbrücken
Organe Bundessekretariat (vertretend & verwaltend),
Plenum (beschlussfassend & kontrollierend),
Ausschüsse (beratend & sacharbeitend)
Bundessekretariat
Generalsekretär Amy Kirchhoff
Amtszeit bis zur ersten Plenartagung des Schuljahres oder Ende des Schulverhältnisses
Plenum
Mitgliedsländer Baden-Württemberg, Berlin, Bremen,
Brandenburg, Hamburg,
Hessen,
Mecklenburg-Vorpommern,
Niedersachsen, Rheinland-Pfalz,
Saarland,
Sachsen, Sachsen-Anhalt,
Schleswig-Holstein,
Thüringen
Sitzverteilung 3 Delegierte je Mitgliedsland
Plenartagungen
Hamburg 29. Mai – 02. Juni 2025
Dresden 12.–16. März 2025
Rüsselsheim Dezember 2025
Hannover 26. – 30. August 2024
Timmendorfer Strand 08. – 12. November 2023
Frankfurt am Main 23. – 26. März 2023
Berlin 16. – 20. November 2022
Saarbrücken 10. – 12. März 2022
Erfurt 11. – 14. November 2021
Saarbrücken 22. – 25. Oktober 2020
Pforzheim 25. – 27. Oktober 2019
Berlin 14. – 16. Juni 2019
Würzburg 14. Oktober 2018
Website
bundesschuelerkonferenz.com

Die Bundesschülerkonferenz (BSK) ist die Ständige Konferenz der Landesschülervertretungen der Länder in der Bundesrepublik Deutschland. Sie nimmt sich Angelegenheiten der Bildungspolitik von überregionaler Bedeutung an, mit dem Ziel einer gemeinsamen Meinungs- und Willensbildung und der Vertretung gemeinsamer Anliegen von Schülern in Deutschland. Die Gründung erfolgte am 13. März 2004 in Saarbrücken.

Vorgeschichte

Im Jahr 1984 wurde die „Bundesschülervertretung“ (BSV) in Köln als legitimiertes Gremium der Landesschülervertretungen der Länder in der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Durch die unterschiedliche Auffassung zu der Frage, ob die Schülervertretung ein solches breites politisches Mandat beanspruchen könnte, gelang es der Organisation nicht, vollständige Legitimation zu erhalten. 2004 löste sich die BSV de facto auf.[1]

Eine Neugründung der „Bundesschülerkonferenz“ (BSK) erfolgte 2004: Die erste Plenarsitzung fand vom 21. – 23. Mai 2004 in den Sitzungssälen des Römers in Frankfurt am Main statt.[2]

Aktuell macht die Bundesschülerkonferenz mit der bundesweiten Mental-Health-Kampagne „Uns geht's gut“ auf die mentale Lage von Schülerinnen und Schülern aufmerksam und thematisiert strukturelle Ursachen psychischer Belastung im Bildungssystem.[3]

Geschichte

Mitte Juli 2024 traten die Landesschülervertretungen Berlin, Sachsen-Anhalt und Hamburg aufgrund von Machtstreitigkeiten und strukturellen Hürden in der BSK aus und veröffentlichten eine gemeinsame Pressemitteilung.[4][5] Im Dezember 2024 erklärte die Landesschülervertretung Sachsen-Anhalt ihren Wiedereintritt, es folgte der Landesschülerausschuss Berlin am 11. Februar 2025 und die Schüler:innenkammer Hamburg. Zusätzlich trat erstmals seit 2018 auch die Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz in die Bundesschülerkonferenz ein, womit diese erstmals 15 Mitgliedsländer verzeichnen kann.

Liste der Generalsekretäre

Generalsekretariat
Dauer der Amtszeit Generalsekretär
10/2020 – 11/2021 Dario Schramm[6]
11/2021 – 07/2022 Katharina Swinka[7]
07/2022 – 11/2022 Oliver Sachsze[8]
11/2022 – 11/2023 Wiebke Maibaum[9]
11/2023 – 03/2024 Florian Fabricius[10]
03/2024 – 08/2024 Louisa Basner[11]
08/2024 – 06/2025 Fabian Schön[12]
06/2025 – 11/2025[13] Quentin Gärtner[14]
seit 11/2025 Amy Kirchhoff

Struktur

Die Bundesschülerkonferenz ist in drei Organen organisiert. Plenum, Bundessekretariat und Fachausschüsse. Das Plenum der Bundesschülerkonferenz tagt in einem regelmäßigen Turnus.

Plenum

Inhaltliche Abstimmungen im Plenum erfolgten bis zur Plenartagung 24/3 im Konsensprinzip. So sollte die Souveränität jeder Landesvertretung an erster Stelle garantiert und der Bildungsföderalismus nicht untergraben werden. Das Konsensprinzip war Teil des Konferenzgedankens, der eine der Gründungsideen der BSK war, nachdem die Bundesschülervertretung einst unter anderem an kontroversen und allgemeinpolitischen Positionierungen zerbrochen war. Allerdings verhinderte das Konsensprinzip praktisch die inhaltliche Beschlussfassung, da einzelne Länder einen Beschluss mit einem Veto belegen konnten. Im Laufe des Jahres 2024 intensivierte sich der Streit um die Abschaffung des Konsensprinzips, die LSVen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hatten diese bereits länger zur Bedingung für einen Wiedereintritt erklärt, und gipfelte in intensivem Streit über die notwendige Mehrheit für die Abschaffung des Konsensprinzips. Während Sachsen als größter Befürworter des Konsens' auf die Satzungsregelung bestand, nach der das Konsensprinzip nur im Konsens abgeschafft werden durfte, wurde diese von den Gegnern des Konsens, unter anderem Schleswig-Holstein, als undemokratisch und gesetzeswidrig abgelehnt. Letztlich stützte ein vom Bundessekretariat beauftragtes Rechtsgutachten letztere Auffassung und es folgte die Abschaffung des Konsensprinzips während der Plenartagung 24/3 in Rüsselsheim. Seitdem fasst das Plenum inhaltliche Beschlüsse per Mehrheitsbeschluss. Die Austragung einer Plenartagung wird in einem rotierenden Muster vollzogen.

Bundessekretariat

Das Bundessekretariat ist ein vom Plenum gewähltes Organ der Bundesschülerkonferenz, welches die Aufgaben innehat, die Plenartagungen zu organisieren und die Zusammenarbeit der Bundesländer bei gemeinsamen Anliegen zu unterstützen. Das Bundessekretariat setzt sich aus dem Generalsekretär, zwei stellvertretenden Generalsekretären (seit August 2024), drei International Officers und fünf Mitgliedern des Bundessekretariats zusammen. Das Bundessekretariat ernennt unter sich Koordinatoren für unterschiedliche Aufgabenfelder.

Seit November 2025 ist Amy Kirchhoff Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz. Die Generalsekretärin ist gemeinsam mit den zwei Stellvertretern für die Vertretung der Bundesschülerkonferenz nach außen zuständig. Sie ist als Ansprechpartnerin für die Bedürfnisse von Schülern in deutschlandweiten Medien vertreten.[15][16]

Fachausschüsse

Für konstruktive themenbezogene Debatten können Fachausschüsse einberufen werden, in welchen die Bundesländer intensiver über gemeinsame Anliegen beraten können.

Mitgliedsländer

Zurzeit sind 15 der insgesamt 16 deutschen Landesschülervertretungen in der Bundesschülerkonferenz vertreten.

Früher ausgetreten aus der Bundesschülerkonferenz sind Rheinland-Pfalz (2018 – 2024), Berlin (2. Juli 2024 – 11. Februar 2025), Sachsen-Anhalt (10. Juli 2024 – Dezember 2024), Hamburg (15. Juli 2024 – Anfang) und Bayern (29. August 2024 – November 2025).[17] Nie Mitglied war Nordrhein-Westfalen.

Nach Abschaffung des Konsensprinzips ist die Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz auf Beschluss der 82. Landesschüler*innenkonferenz wieder der BSK beigetreten.[18]

Jedes Mitgliedsland entsendet drei Delegierte für die mindestens zweimal im Jahr stattfindenden Plenartagungen der Bundesschülerkonferenz. Jedem Mitgliedsland steht bei Wahlen und Abstimmungen eine Stimme zu. Bei inhaltlichen Abstimmungen wurde das Konsensprinzip angewandt, da hierdurch kein Bundesland durch eine eventuelle Kampfabstimmung in den Konflikt geraten sollte, sich gegen eigene Beschlüsse sowie das eigene Schulgesetz hinwegsetzen zu müssen. Das Konsensprinzip hat jedoch oft zu unkonstruktiven Tagungen geführt, was einer der Gründe für die Austrittswelle war. Das Konsensprinzip wurde nach zwei juristischen Gutachten im Jahr 2024 abgeschafft.

Ziele sind der gegenseitige Austausch und die Erarbeitung gemeinsamer Positionen.

Förderverein

Die Bundesschülerkonferenz wird durch einen Förderverein unterstützt, welcher am 15. Dezember 2018 in Würzburg gegründet wurde. Der Verein hat seinen Sitz in Berlin[19] und ist im Vereinsregister Berlin-Charlottenburg eingetragen.

Siehe auch

Commons: Bundesschülerkonferenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. BSV vor dem Aus | Blätter für deutsche und internationale Politik. Abgerufen am 5. April 2021.
  2. Bundesschülerkonferenz: Vorgeschichte. (Memento des Originals vom 27. Januar 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesschuelerkonferenz.com
  3. UNS GEHTS GUT? – Bundesschülerkonferenz. Abgerufen am 8. Juli 2025.
  4. Der Austritt aus der Bundesschülerkonferenz! - Landesschülerrat Sachsen Anhalt. 5. August 2024, abgerufen am 27. November 2024.
  5. Dominic Berner: Hamburgs Schüler:innenkammer tritt wegen „Machtstreits“ aus Bundeskonferenz aus. 2. August 2024, abgerufen am 27. November 2024.
  6. Autorenseite Verlag Droemer Knaur. Abgerufen am 5. Oktober 2025.
  7. Tagesspiegel: Deutschlands oberste Klassensprecherin kommt aus Potsdam. 4. Dezember 2021, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  8. Deutschlandfunk Nova: Was wir uns von Lehrkräften gewünscht hätten. 25. Oktober 2022, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  9. Deutschlandfunk: Bundesschülerkonferenz fordert mehr Mitspracherecht. 23. Oktober 2023, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  10. Tagesschau: "Dann wundern auch die Pisa-Ergebnisse nicht", Florian Fabricius, Generalsekretär Bundesschülerkonferenz, zu den Folgen des Lehrermangels. 14. März 2024, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  11. re-publica: Louisa Basner – Generalsekretärin Bundesschülerkonferenz. Abgerufen am 5. Oktober 2025.
  12. Bundestag: Bundestagspräsidentin trifft den Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz Fabian Schön. 25. September 2024, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  13. „Extremes Unwohlsein in der Schule“. (Video, 5:06 Minuten) In: heute journal up:date. ZDF, 17. Oktober 2025, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Interview): „Ja, und über den Leistungsrückgang bei vielen Neuntklässlern spreche ich jetzt mit Quentin Gärtner. Noch bis Mitte November ist er Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz.“
  14. RND: Bundesschülerkonferenz fordert 100 Milliarden Euro für die Schulen. 27. August 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  15. Tagesschau vom 23. November 2020: Wie weiter an den Schulen in der Corona-Pandemie?
  16. RTL Aktuell vom 4. Januar 2021: Schülervertreter rechnet mit Schulpolitik ab
  17. Mitgliedsländer – Bundesschülerkonferenz. Abgerufen am 24. November 2024 (deutsch).
  18. LSV RLP tritt der Bundesschülerkonferenz wieder bei - LSV RLP. 12. März 2024, abgerufen am 10. Dezember 2024.
  19. Bundesschülerkonferenz: Förderverein. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 19. Juni 2021; abgerufen am 21. Juni 2021 (deutsch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesschuelerkonferenz.com