Bullets, Bombs and Babes

Bullets, Bombs and Babes oder Triple B ist eine zwölfteilige B-Film-Reihe von 1985 bis 1998. Sie stammt von der Filmemacherfamilie Sidaris und gehört zu den Genres Action und Sexploitation. Zunächst wurden acht Filme von Andy Sidaris geschrieben und gedreht, darauf zwei weitere von seinem Sohn Christian Drew, denen Andy noch einmal zwei nachlegte; fast alle Teile wurden von seiner Frau Arlene (mit)produziert.

Die meisten Filme der Reihe, die unterschiedlich stark miteinander verbunden sind, handeln im „Buddy Cop“-Stil von jeweils zwei weiblichen Agenten des Drug Enforcement Administration auf Hawaii, die mit männlichen Helfern gegen kriminelle Organisationen, Drogen- und Waffenhändler vorgehen, während die drei übrigen jeweils einen männlichen Protagonisten mit weiblichen Helfern ins Zentrum stellen. Sie zeichnen sich vor allem exploitative Elemente aus, die in jedem Film prominent und zahlreich eingesetzt werden, nämlich zum einen Gewalt, die in Schießereien, Prügeleien und Explosionen eskaliert, sowie Nacktheit und Sex, indem insbesondere weibliche Figuren sich immer wieder ausziehen und ihre Brüste zeigen. Daher wurden viele durch Models aus dem Playboy oder Penthouse besetzt, darunter Dona Speir in sieben Filmen.

Filmliste

dt. Titel 1 engl. Titel Jahr Drehbuch Regie Produktion
Malibu-Express Malibu Express 1985 Andy Sidaris Andy Sidaris
Hard Ticket to Hawaii 1987 Arlene Sidaris
Hawaii Connection Picasso Trigger 1988
Heiße Girls und scharfe Schüsse Savage Beach 1989
Sex Frauen räumen ab Guns 1990
Girls, Games and Guns Do or Die 1991
Hard Hunted – Heiße Girls eiskalt Hard Hunted 1992
Fit to Kill – Kurven, Krallen und Kanonen Fit to Kill 1993
Enemy Gold: Amazonen rechnen ab Enemy Gold 1993 Christian Drew Sidaris 2 Andy & Arlene Sidaris
Deadworks – Heiß und tödlich The Dalls Connection 1994
Power Ladies – Auf Biegen und Brechen Day of the Warrior 1996 Andy Sidaris Arlene & Christian Drew Sidaris
Return to Savage Beach 1998

Figuren

Der erste Film der Reihe von Andy Sidaris, Malibu-Express, handelt von dem Privatdetektiv Cody Abilene (Darby Hinton) auf Hawaii, der bezüglich einer Familie Chamberlain ermittelt. Ab dem zweiten Teil, Hard Ticket to Hawaii, geht es um Agentinnen des Drug Enforcement Administration. Donna Hamilton, die von Dona Speir (Playmate im März 1984) gespielt wird, tritt von da an in den übrigen sieben der ersten acht von Andy Sidaris gedrehten Filmen; ihre Kollegin Taryn (gespielt von Hope Marie Carlton, Playmate im Juli 1985) nur in den nächsten drei, nach denen ihr Roberta Vasquez als Nicole Justin folgt. Die mit ihnen verbündete Nachtclubkünstlerin und Geheimagentin Edy Stark (gespielt von Cynthia Brimhall, Playmate im Oktober 1985) ist für sechs aufeinanderfolgende Filme zu sehen, die Restaurantbesitzerin Pattycakes (Patty Duffek, Playmate im Mai 1984) in drei Filmen. Cody Abilene tritt nicht wieder in Erscheinung, dafür andere verwandte Abilenes, die Dona und Taryn helfen: zunächst jeweils für einen Film Rowdy (Ronn Moss) und Travis (Steve Bond). Als Shane Abilene bleibt Michael J. Shane vom vierten, Savage Beach, bis zum achten Film, Fit to Kill. In dieser Spanne erscheint auch Bruce Penhall als CIA-Agent Bruce Johnson. In den letzten drei dieser Filme ist der Bösewicht Kane, zuerst gespielt von Pat Morita als ein Yakuza, dann von Geoffrey Moore als britischer Gangster, während seine Assistentinnen gleich geblieben sind.

In den zwei Filmen seines Sohnes Christian Drew Sidaris, Enemy Gold und The Dallas Connection, ist das Geschlechterverhältnis umgedreht und die handlungsführende Figur ein männlicher Agent. Christian Drew holte die Hauptdarstellerinnen nicht zurück und besetzte Penhall neu als Agent Chris Cannon und Mark Barriere als dessen Kollegen Mark Austin. In den letzten beiden Filmen, Day of the Warrior und Return to Savage Beach, einem Sequel zum vierten Teil, brachte dann Andy Sidaris die weiblichen Agenten der Geheimagentur zurück, die er nun rückwirkend mit dem Backronym „L.E.T.H.A.L“ (Legion to Ensure Total Harmony and Law) 3 benannte, weswegen diese Filme bzw. die Agentinnen auch „Lethal Ladies“ genannt werden. In beiden tritt als Agentin Julie Strain, Penthouse Pet des Monats Juni 1991 und des Jahres 1993, auf, die auch von seinem Sohn in anderen Rollen besetzt war. Unter den männlichen Hauptdarsteller dieser beiden Filme ist Marcus Bagwell als Warrior, ein ehemaliger CIA-Agent, der im ersten abtrünnig und kriminell ist, im zweiten Film auf Seiten der Agentur steht. Durch die Figur Cobra (gespielt von Julie K. Smith, Penthouse Pet des Februar 1993), die von der Organisation I/WAR zu L.E.T.H.A.L. wechselt, besteht eine Verbindung von Andys späten Filmen zu den vorangegangenen seines Sohnes. Auch kehren Nebenfiguren aus seinen eigenen früheren Filmen zurück.

Mehrere Schauspieler tauchen wiederholt in neuen bzw. umbenannten Rollen auf, insbesondere als verschiedene Schurken, aber auch mal die Seiten zwischen Schurken und Agenten wechselnd. Beispielsweise spielte Rodrigo Obregon in neun Filmen mit wenigen Ausnahmen jeweils einen Schurken anderen Namens; Penhall und Vasquez waren vor ihren wiederkehrenden Rollen bereits jeweils in einem Film als Schurke zu sehen. Chu Chu Malave und Richard Chansino traten in vier aufeinanderfolgenden Filmen als unterschiedliche Handlanger-Duos auf. Besonders auffällig verkörperte Erik Estrada im fünften Teil den Haupt-Bösewicht und im sechsten ein Mitglied der Agentur.[1]

Übersicht ausgewählter wiederkehrender Figuren
Filme
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Donna Hamilton
Edy Stark
Taryn
Pattycakes
Bruce Christian
Shane Abilene
Nicole Justin
Kane
Silk Silk
Ava Ava
Chris Cannon
Mark Austin
Cobra
Warrior
Willow Black

Produktion

Sidaris’ erster Film mit einer Verbrechensbekämpferin war der von Roger Corman mitfinanzierte Stacey von 1973, dessen Titelrolle Anne Randall (Playmate vom Mai 1967) spielte.[2] Den Plot dieses Films übernahm Sidaris 1985 fast identisch für Malibu-Express und arbeitete ihn für eine männliche Hauptrolle um, unter anderem mit der Hinzufügung weiblicher Figuren, die mit ihm Sex haben.[1] Dieser wurde zur Hälfte von Hugh Hefner, Gründer des Playboys mitfinanziert, der allerdings nicht mochte, dass die Schauspielerinnen beim „Rennen, Schwitzen und Schießen“ zu sehen waren und mehr Romantik wollte. Als Playboy seinen Anteil am Film an Metro-Goldwyn-Mayer verkaufte, kaufte Sidaris den Film für die ursprüngliche Finanzierung zurück. Nach dieser Erfahrung finanzierte er die folgenden Filme der Reihe selbst und brachte sie mit dem eigenen Vertrieb Malibu Bay Films heraus.[2] Sidaris’ Frau Arlene war stark am kreativen Prozess der Filme beteiligt, half beim Casting und am Skript und fungierte als Produzentin.[1]

Themen und Rezeption

Sidaris besetzte die Filme mit Playmates, weil sie „gewisses Prestige“ mitbrächten, und befand, dass sie so gut spielten wie Schauspielerinnen in Soaps oder Late-Night-Fernsehserien. Damit einher ging auch, dass sie innerhalb der Filme sich ausziehen sollten. Nach drei Filmen wurde Hope Marie Carlton nicht mehr besetzt, als sie ihre Brüste nicht mehr entblößen wollte. Sidaris betonte aber, dass sie nie etwas „von der Hüfte abwärts“ oder expliziten Sex gezeigt hätten. Für ihn seien es kleine Abenteuerfilme mit Familienatmosphäre.[2] Zu dieser tragen auch die Geradlinigkeit und moralische Eindeutigkeit der Geschichten mit klarer Gut-gegen-Böse-Verteilung bei.[1] Allerdings gelten sie aufgrund ihrer Freizügigkeit als schlüpfrig und schamlos sowie vor allem auf ein pubertierendes, aufgegeiltes männliches Publikum ausgerichtet.[3]

Neben den „Babes“ brachte Sidaris, der aus persönlichem Interesse die Angewohnheit pflegte, sich in Waffenläden die neuesten auf den Markt gekommenen Modelle anzusehen, auch seine Affinität zu Technologie und dem Neuen in die Filme. So beinhalten die Filme, die dadurch dem „Girls with Guns“-Subgenre zugeordnet werden können, stets die neuesten Entwicklungen an Feuerwaffen, aber auch an Vehikel und Computern. Eine weitere Quelle dazu ist das James-Bond-Franchise, zu dem die Agentenfilme zwischen Parodie und Hommage erscheinen. Mit seinen Frauenrollen brach Sidaris aber mit den typischen Darstellungen des Actionkinos seiner Zeit und drehte Geschlechterrollen um. Sie sind weder Damsel in distress, die vom Mann gerettet werden muss, oder Femme fatale, die ihn verführt, sondern selbst starke, intelligente, tatkräftige und mutige Hauptfiguren, während eher die Männer dümmlich, schwach und inkompetent erscheinen. Ihre Leistungen und Fähigkeiten werden nicht marginalisiert, aber auch nicht an ihr Geschlecht gebunden. Für die Bösewichte sind deren Bekämpferinnen nicht „die besten weiblichen Agenten“, sondern einfach „die besten Agenten.“[4] Dagegen seien die Männer stümperhafte Idioten, die nicht einmal richtig schießen können, und nähmen die Funktion des Bimbo ein. Trotz der Nacktheit der Frauenfiguren sei die Serie durchgehend mehr empowernd, als man erwarten würde.[3]

Jim Vorel von Paste befand, sie seien alles zusammengenommen einige der albernsten, anzüglichsten und amüsantesten Low-Buget-Actionfilme ihrer Zeit,[3]

Vertrieb

Nach Erscheinen des letzten Films verkaufte Sidaris selbst über seiner eigenen Website die Filme auf DVD in mehreren Collections, die allerdings zur Zeit seines Todes 2009 vergriffen gingen. Die Rechte an die Filme erwarb Mill Creek Entertainment, die sich darauf spezialisiert hat, Filme als Sets neuzuordnen und herauszubringen. Im März 2011 erschien ein Set mit allen zwölf Filmen unter dem Namen „Girls, Guns & G-Strings“.[1]

Fußnoten

1 
Die Filme haben zum Teil mehrere deutsche Titel erhalten.
2 
Enemy Gold ko-geschrieben mit Wess Rahn
3 
lethal bedeutet „tödlich“; die Langform des Akronyms etwa „Legion, um totale Harmonie und das Gesetz sicherzustellen“

Einzelnachweise

  1. a b c d e Andy Sidaris. In: Fine Print Magazine. Abgerufen am 17. September 2025 (englisch).
  2. a b c Rich Rosell: Andy Sidaris: Bullets, Bombs, and Babes. In: digitallyobsessed.com. Archiviert vom Original am 4. November 2013; abgerufen am 17. September 2025 (englisch).
  3. a b c Jim Vorel: Bullets, Bombs & Babes: A Guide to the Hilarious, Sleazy Action Films of Andy Sidaris. In: Paste. 3. Juni 2020, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).
  4. David Carter and Glenn Heath Jr.: Bullets, Bombs, and Babes: The Films of Andy Sidaris. In: Not Coming. 6. August 2012, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).