Brunsbüttel Ports
| Brunsbüttel Ports GmbH
| |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1977 |
| Sitz | Brunsbüttel, Deutschland |
| Leitung |
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| Branche | Hafenbetrieb / Logistikdienstleister |
| Website | www.brunsbuettelports.de |
Die Brunsbüttel Ports GmbH ist ein privater Hafenbetreiber. Das Unternehmen ist Eigentümer und Betreiber der drei Brunsbütteler Häfen Elbehafen, Ölhafen und Hafen Ostermoor. Es betreibt den Außenhafen Glückstadt, zwei Umschlagterminals in Hamburg und in einem Joint Venture mit der Ahlmann-Zerssen GmbH + Co. KG den Schwerlasthafen Rendsburg Port am Nord-Ostsee-Kanal.
Die Brunsbüttel Ports GmbH ist Teil der Schramm Group.
Geschichte
Seine Wurzeln hat das Unternehmen in der Gründung der Elbehafen Brunsbüttelkoog GmbH durch das Land Schleswig-Holstein am 13. April 1967. Die offizielle Einweihung der Hafenanlagen des Elbehafens fand am 1. Juli 1967 statt. Zunächst wurde dort lediglich Rohöl umgeschlagen. Seit der Installation von zwei Doppelgelenk-Wippdrehkranen ist seit 1970 der Umschlag von Massen- und Stückgütern möglich. 1973 wurden erstmals als 4 Millionen Tonnen umgeschlagen und 1974 mehr als 5 Mio. t Güter, hauptsächlich Rohöl. Zwischen 1972 und 1974 erwarb das Land Schleswig-Holstein große, an den Hafen angrenzende Landflächen, um das heutige Industriegebiet Süd in Brunsbüttel zu erschließen und zu vermarkten. Zur Ver- und Entsorgung des geplanten Industriegebiets ließ das Land Schleswig-Holstein den heutigen Hafen Ostermoor am Nord-Ostsee-Kanal bauen.
Im Juli 1977 beschloss das Land, den Betrieb des Elbehafens zu veräußern. Die Firmen Schramm, Buss und Lexzau Scharbau gründeten die Hafengesellschaft Brunsbüttel mbH, die die Suprastruktur, das Personal und die bestehenden Verträge übernahm. Der Hafen Ostermoor sowie der Ölhafen wurden von der Hafengesellschaft gegen Kostenerstattung vom Land betrieben. Die Elbehafen Brunsbüttelkoog GmbH wurde aufgelöst.
1994 übernahm die Familie Schramm den Betrieb des Außenhafens Glückstadt, die Hafengesellschaft Glückstadt mbH wurde gegründet. Eigentümer war weiterhin das Land Schleswig-Holstein. 1998 begann der Containerumschlag, zunächst per Bahn und später per Binnenschiff. Weil eine Weiterentwicklung gewünscht war, bot das Land Schleswig-Holstein der Hafengesellschaft den Erwerb des Hafens an. Diese ist seitdem Betreiber und Eigentümer des Elbehafens. 1999 kaufte die Hafengesellschaft den Ölhafen und den Hafen Ostermoor; seitdem sind auch die beiden Häfen im Nord-Ostsee-Kanal Eigentum der Hafengesellschaft Brunsbüttel mbH. Im Dezember 2000 wurde die Elbvertiefung im östlichen Bereich des Elbehafens abgeschlossen. Seitdem können auch Panamax-Schiffe den Hafen anlaufen. Nach dem Ausstieg der übrigen Gesellschafter in den Vorjahren ist die Familie Schramm seit 2004 Alleingesellschafter der Hafengesellschaft. Seit dem Jahr 2006 besitzt und betreibt der Elbehafen ein Terminal für den kombinierten Verkehr (KV-Terminal). Seitdem dient der Hafen als Drehscheibe trimodaler Containerverkehre zwischen Wasser, Schiene und Straße.
Im Januar 2007 begann der Elbehafen mit dem Umschlag von Kupfererz-Konzentrat. Dieses wird über Förderband- und Verladeanlagen in eine eigens dafür gebaute Lagerhalle transportiert, dort sortenrein eingelagert, nach Wunsch des Kunden gemischt und mit zwei eigenen Binnenschiffen der Firmengruppe zum Kunden transportiert.
Der Seegüterumschlag des Elbehafens wuchs im Jahr 2007 um nahezu 50 Prozent.
Im Januar 2008 wurde der langjährige Hafenchef Karl-Heinz Janssen in den Ruhestand verabschiedet. Frank Schnabel wurde sein Nachfolger.
Im April 2009 fand eine Umfirmierung statt: Die Hafengesellschaft Brunsbüttel mbH wurde zur Brunsbüttel Ports GmbH. Im gleichen Jahr begann das Unternehmen, sich auf dem wachsenden Offshore-Markt zu etablieren. Zu den ersten großen Projekten zählte die Umrüstung einer Hubinsel für den Aufbau des ersten deutschen Offshore-Windparks alpha ventus.
Im November 2010 schlug Brunsbüttel Ports 90 Rotorblätter mit einem Gewicht von je 22 t für den in der Irischen See erbauten Offshore-Windpark Ormonde um. Im Februar 2011 unterzeichnete das Unternehmen einen Auftrag für den Betrieb der Ver- und Entsorgung des neuen Kohlekraftwerks Moorburg. Er wurde seit September 2013 wahrgenommen. Das Kraftwerk wurde 2021 stillgelegt.
Ende 2017 erhielt Brunsbüttel Ports den Zuschlag für die Logistik der Ver- und Entsorgung der Vattenfall-Kraftwerke Wedel und Hamburg-Tiefstack.[1]
Im Oktober 2011 schloss Brunsbüttel Ports einen Vertrag mit dem norwegischen Gasunternehmen Gasnor AS zur Bebunkerung von Schiffen mit LNG.[2]
Der Elbehafen, der Ölhafen und der Hafen Ostermoor schlugen im Jahr 2011 insgesamt mehr als 10 Mio. t um.
Im Februar 2012 übernahmen Brunsbüttel Ports und die Ahlmann-Zerssen GmbH & Co. KG in einem Joint Venture (Rendsburg Port GmbH) den Betrieb des neuen Hafens Kiel-Canal in Osterrönfeld.
Der Gesamtumschlag der drei Brunsbütteler Häfen stieg im Jahr 2017 auf insgesamt rund 13 Millionen Tonnen[3], davon 10 Mio. t im Elbehafen.[4]
Lage
Mit der Lage an Unterelbe und Nord-Ostsee-Kanal bietet die Hafengruppe Brunsbüttel – mit dem Elbehafen, dem Ölhafen und dem Hafen Ostermoor – einen Zugang zu Nord- und Ostsee. Außerdem liegen diese Häfen nahe zur Hansestadt Hamburg, haben Anschluss an die Binnenwasserwege und verfügen über hafennahe freie Flächen. Durch ihre Lage am ChemCoast Park Brunsbüttel, dem mit 2000 ha größten Industriegebiet Schleswig-Holsteins, übernehmen die Häfen die Ver- und Entsorgung der meisten dort ansässigen Unternehmen. Die Brunsbütteler Häfen sind somit ein wichtiges Umschlagzentrum in der Metropolregion Hamburg.
Die Bundesstraße 5 verbindet die Brunsbütteler Häfen mit der Bundesautobahn 23 bei Itzehoe. Außerdem binden Gleisanlagen den Elbehafen an das Eisenbahnnetz bei Wilster an.
Hafeneinrichtungen
Elbehafen Brunsbüttel
Der Elbehafen (Karte) ist ein Tiefwasser-Seehafen und liegt am Nordufer der Unterelbe östlich der Kanalschleusen im Industriegebiet Brunsbüttel-Süd. Der natürliche Tidehafen ist der sechstgrößte Seehafen Deutschlands. Neben zwei Liegeplätzen für Schiffe mit Trockengut weist der Hafen einen Liegeplatz für Schiffe mit Flüssiggut auf. Außerdem verfügt er im Ostbecken über zwei Liegeplätze für Binnenschiffe.
Im April 2016 fand im Elbehafen die erste Beladung eines extra dafür konstruierten Kesselwagens der VTG AG mit LNG statt. Im Januar 2018 erfolgte dort die erste Bebunkerung eines Schiffes mit LNG von LKW-Tankwagen aus. Die erste deutsche LNG-Ship-to-Ship-Bebunkerung fand im Oktober 2019 im Elbehafen statt.
| Nautische Bedingungen | |
|---|---|
| Schiffslänge | max. 350,0 m |
| Schiffsbreite | max. 55,0 m |
| Zulässiger Tiefgang | |
|---|---|
| Tankerbereich | 13,8 m |
| Trockengutbereich | 14,4 m |
| Binnenschiffhafen | 4,7 m (NHN) |
| Kaianlage | |
|---|---|
| Kailänge | 1.095 m |
| Kaihöhe (KN) | 7,6 m |
| Mittlerer Tidenhub | 2,9 m (NHN) |
Folgende Güter werden regelmäßig umgeschlagen:
- Flüssiggut (Rohöl, Flüssiggas)
- Massengut (Baustoffe, Zement, Kupfererz, Kohle, Ersatzbrennstoffe)
- Stück- und Schwergut (Windenergieanlagen, Maschinenteile, Container, Big Bags, Paletten, Fass- und Sackware)
Folgende Umschlaggeräte stehen zur Verfügung:
- vier Krane bis 120 t Tragkraft
- zwei Ölübernahmegeräte (DN 500; 5.000 m³/h pro Gerät)
- ein Flüssiggas-Übernahmegerät (DN 200; 500 m³/h)
- zwei Kohleverladeanlagen
- Reachstacker bis 45 t
- Gabelstapler bis 30 t
- ein Spezialbagger (MultiDocker) bis 20 t Tragkraft
- Radlader / Mobilbagger
- Rangierfahrzeuge
Um die Güter nach dem Umschlag zu lagern und abzutransportieren, weist der Elbehafen folgende Infrastruktur auf:
- 27.900 m² Hallenfläche in sechs Hallen
- 483.900 m² Freilagerfläche
- 9 km Gleisnetz mit Anschluss an einen Rangierbahnhof sowie an das Eisenbahnnetz bei Wilster
- zwei Lkw-Waagen (bis 60 t)
An einem Terminal für den kombinierten Verkehr stehen zur Verfügung:
- zwei Reachstacker bis 45 t Tragkraft
- ein Kran mit Topspreader bis 40 t Einzelteile mit Laschen & Anschlagaugen sowie Container
- Lagerkapazität für 2000 TEU
- 500 TEU Gefahrgutfläche
- 9 km Gleisanlage mit Anschluss an einen Rangierbahnhof
Hafen Ostermoor Brunsbüttel
Der Hafen Ostermoor liegt an der Südostseite des Nord-Ostsee-Kanals bei Kanalkilometer 5,65 und damit in der Nähe der Brunsbütteler Kanalschleuse. Gebaut wurde der Hafen durch das Land Schleswig-Holstein, um dem angrenzenden Industriegebiet als Ver- und Entsorgungseinrichtung zu dienen. Heute nutzen die Covestro Deutschland AG, Total Bitumen Deutschland GmbH und Yara Brunsbüttel GmbH den nahegelegenen Hafen.
Der Hafen Ostermoor verfügt über sechs Liegeplätze und fünf Umschlagbrücken, über die von den Unternehmen Ammoniak, Harnstoff, Rohöl und diverse andere flüssige Chemikalien umgeschlagen werden.
| Nautische Bedingungen | |
|---|---|
| Schiffsbreite | max. 32,5 m |
| Zulässiger Tiefgang | max. 10,4 m |
Ölhafen Brunsbüttel
Der Ölhafen Brunsbüttel liegt an der Nordwestseite des Nord-Ostsee-Kanals bei Kanalkilometer 3,55 in der Nähe der Brunsbütteler Kanalschleuse. Er ist durch eine 32 km lange Pipeline mit der Raffinerie Heide in Hemmingstedt verbunden, sodass über diesen Hafen diverse Raffinerieprodukte in flüssiger Form umgeschlagen werden können. Über diesen Hafen verlassen rund 50 Prozent[5] der Produkte die Raffinerie Heide.
Ermöglicht wird der Umschlag durch fünf Liegeplätze und fünf Umschlagbrücken mit einer Leistung von bis zu 1.000 m³/h.
| Nautische Bedingungen | |
|---|---|
| Schiffslänge | max. 235,0 m |
| Schiffsbreite | max. 27,0 m |
| Zulässige Tiefgänge | max. 10,4 m |
Außenhafen Glückstadt
Der Außenhafen Glückstadt liegt an der Elbe und somit an der Schifffahrtslinie von und nach Hamburg. Betrieben wird dieser von der Glückstadt Port GmbH & Co. KG, einem Tochterunternehmen der Brunsbüttel Ports GmbH. Der Hafen dient insbesondere der Versorgung regionaler Betriebe der Holz-, Zement- und Papierindustrie. Des Weiteren wird der regionale landwirtschaftliche Bedarf an Dünger-, Futtermittel- und Getreideverkehr abgewickelt. Zudem dient der Außenhafen dem direkten Umschlag von Güter von Seeschiffen aufn und andersherum.
Folgende Güter werden unter anderem mit Hilfe eines Hafenkranes (Nennlast 45 t) umgeschlagen:
- Stückgut (Kalk in Bigbags, Zellulose, Container etc.)
- Schwergut
- Projektladungen
- Trockenes Massengut (Baustoffe, Dünger etc.)
Für die Güter stehen 24.100 m² Lagerfläche (20.000 m² Freifläche und 4.100 m² Hallenfläche) zur Verfügung.
| Kaianlage | |
|---|---|
| Länge des Süd-Kais | 220,0 m |
| Länge des Nord-Kais | 250,0 m |
| Nautische Bedingungen | |
|---|---|
| Zulässiger Tiefgang Südkai | max. 6,0 m (HW) |
| Zulässiger Tiefgang Nordkai | max. 5,5 m (HW) |
| Mittlerer Tidenhub | max. 2,8 m |
| Schiffslänge | max. 250,0 m |
Umschlag
Im Jahr 2019 wurden rund 13,7 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Dabei wurden 1200 Seeschiffe und 1900 Binnenschiffe abgefertigt.[6]
Kooperationen
Die Brunsbüttel Ports GmbH ist in mehreren Kooperationen organisiert: In der Hafenkooperation Unterelbe vereinbaren die fünf Seehäfen der Unterelbe Cuxhaven, Brunsbüttel, Glückstadt, Stade und Hamburg eine Zusammenarbeit. Die Kooperation fokussiert sich auf Informationsaustausch, gemeinsames Flächenmanagement bei der Ansiedlung von Unternehmen, operative Zusammenarbeit, nachhaltiges Wirtschaften, gemeinsames Marketing, Verkehrsinfrastrukturanliegen sowie nautische Themen und Genehmigungsmanagement.
Des Weiteren ist Brunsbüttel Ports in der Hafenkooperation Offshore-Häfen Nordsee Schleswig-Holstein aktiv. Zudem kooperieren die Brunsbüttel Ports GmbH und die Glückstadt Port GmbH & Co. KG mit der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe bei Binnenschifftransporten auf der Elbe.
Sonstiges
Brunsbüttel Ports ist Mitglied im ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center und im Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe.[7]
Weblinks
Literatur
- Häfen Weltweit - Ostsee-Häfen. WV Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft, Worms 2009, ISBN 978-3-939824-45-9, S. 14/15
- Werbebroschüre Brunsbüttel Port - more than moving der Brunsbüttel Ports GmbH
- Werbebroschüre Breakbulk der Brunsbüttel Ports GmbH
- Hafenkonzept Unterelbe, Seite 11/12, aufgerufen am 19. November 2012
Einzelnachweise
- ↑ Eckhard-Herbert Arndt: Erfolgreich dank vielseitiger Güterstruktur. In: Täglicher Hafenbericht vom 5. Januar 2018, S. 3
- ↑ Malte Daniljuk: Weltpolitik in Norddeutschland, Telepolis vom 29. Oktober 2018
- ↑ Eckhard-Herbert Arndt: Brunsbütteler Hafengruppe erzielt Rekord-Umschlag · Zuwachs insbesondere im Geschäft mit Flüssigladung und Massengut. In: Täglicher Hafenbericht vom 5. Januar 2018, S. 1
- ↑ Deutsche Seehäfen melden stabile Umschlagentwicklung. In: Schiff & Hafen, Heft 4/2018, S. 32–36, hier S. 34/35
- ↑ Raffinerie Heide - Über uns ( des vom 12. April 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. Website der Raffinerie Heide, abgerufen am 8. November 2012
- ↑ Benjamin Klare: Hafengruppe steigert Güterumschlag · Brunsbütteler Häfen legen acht Prozent zu. In: Täglicher Hafenbericht vom 8. Januar 2020, S. 3
- ↑ Mitgliederliste des ZDS. Abgerufen am 20. Mai 2025.