Brunfelsia brasiliensis

Brunfelsia brasiliensis

Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, Volume 71, Series 3, Number 1, 1845 von Brunfelsia brasiliensis

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Brunfelsia
Art: Brunfelsia brasiliensis
Wissenschaftlicher Name
Brunfelsia brasiliensis
(Spreng.) L.B.Sm. & Downs

Brunfelsia brasiliensis ist eine Pflanzenart aus der Gattung Brunfelsia innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie ist in Teilen Brasiliens verbreitet.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Brunfelsia brasiliensis wächst als Strauch und erreicht Wuchshöhen von 0,3 bis 2 Metern.[1] Die raue Borke rötlich bis hell-braun.[1] Die zahlreichen Äste entspringen nahe der Basis.[1] Die Rinde der Äste sind besonders anfangs gelblich-braun fein behaart oder sie ist kahl.[1] Einjährige Zweige sind belaubt, schlank und aufrecht und ihre Rinde ist dicht flaumig mit gelblich-braunen, nichtdrüsigen Trichomen behaart.[1] Die Zweige sind auf ihr Länge verstreut beblättert, aber im oberen Bereich stehen die Laubblätter dichter zusammen.[1]

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist 1 bis 5 Millimeter lang und filzig bis zottig behaart.[1] Die häutige bis lederige Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 13 Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 4 Zentimetern lanzettlich bis länglich-lanzettlich, seltener auch länglich-verkehrt-eiförmig mit zugespitztem bis spitz zulaufendem, gelegentlich stumpfem oberen Ende und keilförmiger bis verschmälerter Basis ist.[1] Die Blattoberseite ist dunkel- bis hell-grün, leicht behaart, selten glänzend, nahezu schuppig oder kahl.[1] Die etwas hellere Blattunterseite kann verschieden behaart sein; oftmals ist sie entlang der Mittelrippe zottig behaart, nur selten kahl.[1] Auf der Blattspreiten gehen von der Mittelrippe sechs bis zehn nahezu gerade Seitennerven aus.[1]

Blütenstand und Blüte

Die doldentraubigen Blütenstände stehen sowohl endständig als auch nahe der Zweigenden und sind kompakt und nahezu sitzend oder locker und verlängert.[1] In den Blütenständen befinden sich fünf bis viele Blüten, nur selten findet man reduzierte Blütenstände mit nur einer oder zwei Blüten.[1] Die Blütenstandsachse ist 1 bis 2 Zentimeter lang und filzig-zottig behaart. Die Blütenstandsachse ist 2 bis 8 Millimeter lang, am oberen Ende verdickt und deutlich von der Blütenstandsachse getrennt. An den Blütenstandsschäfte befinden sich ein bis drei laubblattartige Tragblätter, die bei einer Länge von 2 bis 15 Millimetern lanzettlich, behaart und am Rand bewimpert sind.[1] Unter jeder Blüte befinden sich mit einer Länge von 1 bis 2 Millimetern winzige, linealisch-lanzettliche Tragblätter.[1] Die Blüten stehen aufrecht auf 2 bis 15 Millimeter langen Blütenstielen.[1] Während der Fruchtreife verdickt sich der Blütenstiel.[1]

Die zwittrigen, nicht duftenden Blüten sind leicht zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die Blüten leicht bis filzig behaart; nur selten ist die Behaarung drüsig.[1]

Der hellgrüne bis violette, fest häutige Kelch ist bei einer Länge von 8 bis 22 Millimetern sowie einem Durchmesser von 3 bis 8 Millimetern röhrenförmig bis röhren-glockenförmig und variabel leicht bis filzig, gelb bis gelblich-braun behaart, selten drüsig oder papillös, die Nervatur ist parallel. ist. Die während der Anthese aufrechten, an der Frucht gelegentlich zurückgebogenen Kelchzähne sind bei einer Länge von 1 bis 5 Millimetern dreieckig bis eiförmig mit zugespitztem Ende. Bei Fruchtreife ist der Kelch glocken- bis urnenförmig und wird lederig.[1]

Die Krone ist zunächst violett, verblasst zu einer blassen Lavendelfarbe oder zu weiß. Die Kronröhre ist spärlich behaart oder unbehaart, 17 bis 25 Millimeter lang, hat einen Durchmesser von 1 bis 3 Millimeter und ist genauso lang bis doppelt so lang wie der Kelch. An der Basis ist die Kronröhre blass violett, wird jedoch zur Spitze hin weiß. Der Kronsaum hat einen Durchmesser von 18 bis 32 Millimeter und bildet eine abstehende Ebene. Die Kronlappen sind nahezu gleich geformt, sind breit gerundet bis stumpf.[1]

Die vier Staubblätter setzen im oberen Teil der Kronröhre an. Die Staubfäden sind schlank, an der Basis leicht verbreitert, unbehaart und weiß. Das untere Paar ist 2 bis 4 Millimeter lang, das obere 4 bis 5 Millimeter. Die Staubbeutel haben eine Länge von 1 mm, sie sind länglich-nierenförmig. Der eiförmig-konische Fruchtknoten ist 1 bis 5 Millimeter hoch. Der kräftig grüne, fadenförmige Griffel hat eine Länge von 17 bis 18 Millimetern. Die Narbe ist leicht zweilappig mit einem etwas größeren oberen Lappen, 1 bis 2 Millimeter lang und ebenfalls kräftig grün.[1]

Frucht und Samen

Die Kapselfrüchte sind bei einer Länge von 8 bis 13 Millimetern sowie einem Durchmesser 8 bis 10 Millimetern eiförmig bis nahezu kugelförmig. Sie werden vom Kelch umschlossen, sind nach vorn zugespitzt, glatt, glänzend und hell- bis dunkel-grün. Das Perikarp ist nur etwa 0,5 Millimeter dick, knorpelig bis krustenartig und trocknet bei Reife ein. Die Früchte springen nur sehr spät auf.

Jede Frucht enthält (selten nur zwei) sieben bis zehn Samen. Die Samen sind bei einer Länge von 4 bis 6 Millimetern sowie einem Durchmesser von etwa 3 Millimetern länglich-eiförmig und mehr oder weniger gewinkelt. Die Samenoberfläche ist dunkel-rotbraun und netzartig gekörnt. Das Embryo hat eine Länge von etwa 4 Millimetern und ist sehr leicht gebogen. Die Keimblätter sind bei einer Länge von 1,5 Millimetern elliptisch.

Systematik

Die Erstbeschreibung erfolgte 1825 unter dem Namen (Basionym) Gerardia brasiliensis durch Curt Polycarp Joachim Sprengel in Systema vegetabilium [Caroli Linnaei ... ]. Editio decima sexta = 16. Auflage, Band 2, Seite 806. Die Neukombination zu Brunfelsia brasiliensis (Spreng.) L.B.Sm. & Downs wurde 1966 durch Lyman Bradford Smith und Robert Jack Downs in Raulino Reitz: Flora Ilustrada Catarinense, Teil 1, Seite 303 veröffentlicht.

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:[2][1]

Die Art Brunfelsia brasiliensis gehört zur Sektion Franciscea aus der Gattung Brunfelsia.

Literatur

  • Timothy C. Plowman (Autor), Sandra Knapp, J. R. Press (Hrsg.): A Revision of the South American Species of Brunfelsia (Solanaceae). Field Museum of Natural History, Chicago, August 1998, Fieldiana Botany, New Series, Nummer 39. Brunfelsia brasiliensis, S.61–63 eingescannt.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Timothy C. Plowman (Autor), Sandra Knapp, J. R. Press (Hrsg.): A Revision of the South American Species of Brunfelsia (Solanaceae). Field Museum of Natural History, Chicago, August 1998, Fieldiana Botany, New Series, Nummer 39. Brunfelsia brasiliensis, S.62–63 eingescannt.
  2. a b Brunfelsia brasiliensis. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 19. Dezember 2025.
Commons: Brunfelsia brasiliensis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien