Bronzerelief Aufbruch

Das Bronzerelief Aufbruch ist ein im Jahr 1973 für den damaligen Neubau der Universität Leipzig geschaffenes Kunstwerk im Stil des Sozialistischen Realismus. Da sich in seinem Zentrum der Kopf von Karl Marx befindet, dem damaligen Namenspatron der Universität, wird es allgemein auch als (Karl-)Marx-Relief bezeichnet. In den Jahren 2007 und 2008 gab es in Leipzig anlässlich der Arbeiten für einen Universitätsneubau auf dem Campus am Augustusplatz eine breite gesellschaftliche Debatte über die Wiederaufstellung des Reliefs.

Entstehung

Nach der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli im Jahr 1968 entstand an ihrer Stelle bis 1974 das um 2010 abgerissene Hauptgebäude der Universität an der Westseite des Augustusplatzes (damals Karl-Marx-Platz). An der Stelle der Giebelwand der Paulinerkirche wurde das wuchtig wirkende, massive Bronzerelief 1974 zum 25. Jahrestag der DDR am Uni-Hauptgebäude aufgestellt. Es war 1970 bis 1973 von den Künstlern Frank Ruddigkeit, Klaus Schwabe und Rolf Kuhrt geschaffen worden. Sie hatten sich bei einem Wettbewerb um die Gestaltung des Denkmals unter anderem gegen Bernhard Heisig und Willi Sitte durchgesetzt. Das Bronzerelief ist 14 Meter lang, 7 Meter hoch und 33 Tonnen schwer.

Debatte um die Wiederaufstellung

Im Zusammenhang mit den Umbauten und Neubauarbeiten für den neuen Leipziger Universitätscampus wurde das Relief 2006 abgebaut und auf dem Sportcampus der Universität aufgestellt, wo es kaum Beachtung fand und der Witterung stärker ausgesetzt war.[1] Wenig später entspann sich eine intensive gesellschaftliche Debatte um seine Wiederaufstellung auf dem neuen Campus.[2] Dafür setzte sich vor allem der Rektor der Leipziger Universität Franz Häuser ein. Der Schriftsteller Erich Loest dagegen wollte das Objekt Marx zusammen mit den Trümmern der gesprengten Paulinerkirche am Stadtrand vergraben lassen. Eine Wiederaufstellung erhielt aber den Vorrang: im Jahr 2008 wurde das Relief zusammen mit einem erläuternden Begleittext auf dem Campus Jahnallee aufgestellt. Rektor Häuser nannte es „ein zeitgeschichtliches Zeugnis, mit dem man sich aktiv auseinandersetzen muss“.[3]

Ende 2025 beschloss der Freistaat Sachsen, dem das Relief gehört, erst eine fachmännische Zustandsbewertung und danach eine Sanierung vornehmen zu lassen. Dazu erklärte der Pressesprecher des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Klaus Zipfl: „Die Oberflächen müssen gereinigt und mit einer Schutzschicht neu versiegelt werden. Das ist ein ganz normaler Vorgang – Bronzeplastiken im Außenraum benötigen das turnusmäßig.“ Die Durchführung der Arbeiten ist nun für das zweite Quartal 2026 geplant und wird voraussichtlich „mindestens eine fünf-, vielleicht auch sechsstellige Summe“ kosten.[1]

Commons: Bronzerelief Aufbruch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Streit um das Karl-Marx-Relief in Leipzig. artour, MDR Fernsehen, 7. Februar 2008, archiviert vom Original am 15. April 2008; abgerufen am 10. Januar 2016.
  • Matthias Huth, Sandra Naumann: Das „Karl-Marx-Relief“ auf dem Leipziger Augustusplatz. Projekt Kunstorte Leipzig, Uni Leipzig und HGB Leipzig, Leipzig 1999.

Einzelnachweise

  1. a b Berliner Zeitung (Hrsg.): Leipzig pflegt nun seinen Marx-Kopf. 30. Dezember 2025, S. 12.
  2. Christoph Seidler: Viel Knatsch um Marx. Uni-Spiegel vom 28. Februar 2008.
  3. Marx-Relief wird in Leipzig mit Schautafel aufgestellt. (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) leipzig-seiten.de, 16. Oktober 2008.