Bronwyn Hall
Bronwyn Hughes Hall (* 1. März 1945) ist eine US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin.
Werdegang, Forschung und Lehre
Hall studierte Physik am Wellesley College, an dem sie 1966 mit einem Bachelor of Arts graduierte. Bis 1983 arbeitete sie am Lawrence Berkeley National Laboratory und dem Lyman Laboratory of Physics an der Harvard University als Softwareentwicklerin. Anschließend absolvierte sie bis 1988 ein Ph.D.-Studium in Wirtschaftswissenschaft an der Stanford University. Ab 1987 gehörte sie als Assistant Professor in Wirtschaftswissenschaft zum akademischen Personal der University of California, Berkeley. Später wurde sie an der Hochschule zum Associate Professor respektive zur ordentlichen Professorin berufen, ehe sie emeritiert wurde. Zwischen 1996 und 2001 war sie parallel an der University of Oxford als Professorin tätig, wo sie anfangs einen Master-of-Arts-Abschluss in Wirtschaftswissenschaft machte. 2005 bis 2015 wirkte sie als Professorin für Technologie und Wirtschaftswissenschaft an der Universität Maastricht.
Im Mittelpunkt der Forschungstätigkeit Halls stehen insbesondere Fragestellungen der Innovationsökonomik, insbesondere im Zusammenhang mit Industrieökonomik und Finanzwirtschaft sowie diesbezüglichen ökonometrischen Anwendungen.
Hall ist seit 1988 Research Fellow und später Research Associate des National Bureau of Economic Research und seit 1995 International Research Associate am Londoner Institute for Fiscal Studies. Seit 2005 hält sie eine Gastprofessur am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München. Seit 2012 ist sie Fellow am National Institute of Economic and Social Research in London. Seit 2023 ist sie Fellow der Society for Economic Measurement. Sie ist Mitglied der American Economic Association, bei dem sie zwischen 1998 und 2001 im Board des Committee on the Status of Women in the Economics Profession saß. Zwischen 2010 und 2014 war sie im Vorstand der International Schumpeter Society vertreten.
Hall war mit dem Wirtschaftswissenschaftler Robert Ernest Hall verheiratet, die beiden ließen sich Anfang der 1980er Jahre scheiden. Sie gründete 1978 die Firma TSP International für die Weiterentwicklung der ursprünglich von ihm entwickelten Programmiersprache Time Series Processor, die in der Folge – insbesondere nach der Integration in IBM-PC-Anwendungen 1985 – maßgeblich für die Verbreitung ökonometrischer Computeranwendungen war.[1]
Hall nahm verschiedene Rollen in der Herausgeberschaft wissenschaftlicher Periodika wahr, unter anderem war sie Associate Editor des Journal of Economic Behavior & Organization, bei Industrial and Corporate Change und bei Economics of Innovation and New Technology. Zudem gehört sie zu den Herausgebern der bei Oxford University Press erscheinenden Buchreihe Practical Econometrics.
Weblinks
- Homepage Halls beim Econometrics Laboratory (EML) der University of California, Berkeley
- Bronwyn Hall in der Datenbank von RePEc