Breslauer Turm (Nysa)
Der Breslauer Turm (polnisch Wieża Wrocławska) in Nysa (deutsch Neisse) im Powiat Nyski der Woiwodschaft Opole in Polen ist eines der zwei erhaltenen Türme in den mittelalterlichen Stadtmauern der Stadt Neisse.
Geschichte
Der Turm wurde gleichzeitig mit den Stadtmauern in der Mitte des 14. Jahrhunderts zur Amtszeit des Breslauer Bischofs Preczlaw von Pogarell errichtet, der Landesherr des Fürstentums Neisse war.
Die Befestigungen der Stadt Neisse umfassten vier Türme und 28 Basteien. Sie wurden im 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts niedergerissen, nur zwei Türme und ein Fragment der Stadtmauern am Bischofspalast blieben erhalten. Vormals bestand auch eine Außenmauer, worüber eine Nachricht über den Zwinger zwischen den Wehrmauern aus dem Jahr 1414 berichtet. Neben den Türmen befanden sich vier Stadttore, durch Zugbrücken erreichbar. Während der Hussitenkriege 1428 haben die Stadtmauern die Stadt Neisse vor Zerstörung gerettet. Nach 1945 wurde anstelle der Befestigung Grünanlagen um die Altstadt angelegt, die zwei Türme stehen einsam inmitten der neuen Bebauung.
Der Breslauer Turm ist erstmals 1443 als Gefängnis erwähnt. 1493 hatte der Turm Schmuckfries und Zinnenkranz, einfaches Walm- oder Zeltdach. 1550 wurde der Bau renoviert, spätestens ab 1586 mit den vier Schmuckgiebeln und Söllern versehen. Um 1650 erhielt der Turm die Verzierung im vierten Geschoss. Der 33 m hohe Turm wurde ursprünglich mit einem auf Konsolen gestützten, herausragenden Oberstockwerk gekrönt. Darüber erhob sich ein Spitzturm aus Mauerwerk, der während der Schwedenkriege 1642 gestürzt wurde.
Die Fassaden haben ein umlaufendes Gurtgesims und zwei Geschosse ohne Schmuck. Das weitere Geschoss hat umlaufenden, langgezogenen, vertikalen Schmuck, der an der Frontseite eventuell Maschikuli enthielt. Darüber befinden sich im Halbstock auf allen vier Seiten je zwei große Scharten für Geschütze. Der Turm ist allseitig abgeschlossen durch Renaissance-Schmuckgiebel in Stockwerkshöhe, die mit Gesimsen gegliedert sind, Schweifwerk tragen und zusätzlich vier über Eck gestellte Söller haben.
Um 1600 wurde eine manieristische Attika errichtet, im unteren Teil mit Kanonenschießscharten versehen. Der einzige Eingang befand sich auf der Höhe des Stadtmauerganges. Der ebenerdige Durchgang wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts während des Abbruches der Stadtmauern durchbrochen. Um 1930 wurde rund um den Durchgang ein manieristisches Portal aus dem Jahr 1603 eingebaut, das vom Bürgerhaus „zum Patrizier“ am Marktplatz stammte. Im Schlussstein des Portals befindet sich ein Relief mit dem Kopf des Bußpredigers Johannes des Täufers, in beiden Pendentifs Engelgestalten. Über dem Portal sind Wappenkartuschen sichtbar, in der Mitte der Wappen des Breslauer Dompropstes, Bischof Johann VI. von Sitsch. Das Portal ist mit korinthischen Säulen und Pinakeln flankiert.
Der Turm wurde am 12. September 1955 unter 170/55 in das Verzeichnis der Baudenkmäler der Woiwodschaft Oppeln eingetragen.[1]
Literatur
- Neisse, Texte und Bilder, hrsg. von Wojciech Kunicki unter Mitarbeit von Marta Kopij und Gabriela Połutrenko, 2. durchges. Aufl., Nysa: Oficyna Wydawnicza Państwowej Wyższej Szkoły Zawodowej, 2005, ISBN 83-60081-00-X
- Marek Sikorski, Nysa. Skarby sztuki i osobliwości: Silesiapress 1999, ISBN 83-909213-0-8
- J. Daniel, I. Zielonka, Nysa-przystanek wędrowca 2004, Inserat, ISBN 83-912169-1-8
- Katalog zabytków sztuki w Polsce Bd. VII, Województwo opolskie, z. 9, Powiat nyski, Warszawa 1963
- Arwed Klose, Festung Neisse, 1980
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ http://www.nid.pl/pl/Informacje_ogolne/Zabytki_w_Polsce/rejestr-zabytkow/zestawienia-zabytkow-nieruchomych/OPO-rej.pdf
Koordinaten: 50° 28′ 35″ N, 17° 20′ 5″ O