Breite Straße 35 (Quedlinburg)

Das Haus Breite Straße 35 ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Stadt Quedlinburg in Sachsen-Anhalt.

Lage

Das Gebäude befindet sich nördlich des Marktplatzes der Stadt in einer Ecksituation an der Einmündung der Schulstraße auf die Breite Straße und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Architektur

Das Anwesen entstand im 17. und 18. Jahrhundert in Fachwerkbauweise und ist weitgehend original erhalten. Bemerkenswert ist die wuchtig wirkende barocke Hauseingangstür sowie die ebenfalls barocke Treppe.[1]

An der Nordseite des Grundstücks zieht sich entlang der Schulstraße ein dreigeschossiger, im Jahr 1668 entstandener Fachwerkflügel. Die Gefache sind mit Zierausmauerungen versehen. Darüber hinaus bestehen Brüstungsstreben und die Fachwerkfigur des Halben Manns.

Ein Ostflügel wird aus zwei Wirtschaftsgebäuden gebildet.

Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist der Kaufmannshof unter der Erfassungsnummer 094 45562 als Baudenkmal eingetragen.[2]

Geschichte

1585/1590 war Thomas Tulcke Eigentümer, 1600 Hans Quenstedt. 1610 wird M. Caspari Buchams als Eigentümer vermutet. Zumindest in den 1630er Jahren folgte Matthias Saft. Zum Haus gehörte ein Garten auf dem Kleers. Es folgte der Kämmerer und spätere Bürgermeister Elias Bückert, der 1660 als Eigentümer des Brauhauses geführt wurde. 1675 gehörte es seiner Witwe, 1677 dann D. Justus Fr. Bollmann, der auch noch 1701 genannt wurde. Er war Doktor der Medizin und Inspektor der Apotheke im Westendorf. Es folgte Canonicus Johann Andreas Kirchhoff. 1711 war der Verwalter Henni Müller Eigentümer. Zum Grundstück gehörten auch vier Hufe Acker und vier Pferde. 1760 gehörte es Heinrich Christoph Meyer, 1776 Gotthelf Albert Wippermann. 1820 wurde dann der Polizeikommissarius E. Matthias Heinrich Zeitz als Eigentümer geführt, 1852 der Particulier Carl Rohne und 1878 die Witwe Charlotte Born, geborene Baumeier. Der Kaufmann Hoffmann war 1899 und auch noch 1913 Eigentümer. 1935 und auch 1950 gehörte es dann der Stadt Quedlinburg.

Der Nordflügel wurde 1668 wohl von Bürgermeister Bückert für die Tochter Anna erbaut. Sie war mit dem am benachbarten Gymnasium tätigen Lehrer Andreas Götze verheiratet. Als Baumeister wird Götzes Schwager, Andreas Schröder, vermutet. Es wird angenommen, dass der Vorgängerbau des heutigen Eckgebäudes zur Breiten Straße das Wohnhaus des Bürgermeisters war.[3]

Literatur

  • Karlheinz Wauer, Häuserbuch der Stadt Quedlinburg von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1950, A Die Altstadt, Schriftenreihe der Stiftung Stoye, Band 57, Stiftung Stoye 2014, ISBN 978-3-93723021-4, Seite 122 f.
  • Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 7: Falko Grubitzsch, unter Mitwirkung von Alois Bursy, Mathias Köhler, Winfried Korf, Sabine Oszmer, Peter Seyfried und Mario Titze: Landkreis Quedlinburg. Teilband 1: Stadt Quedlinburg. Fliegenkopf, Halle 1998, ISBN 3-910147-67-4, Seite 98.

Einzelnachweise

  1. Hans Hartmut Schauer, Quedlinburg, Fachwerkstadt, Weltkulturerbe, Verlag Bauwesen Berlin 1999, ISBN 3-345-00676-6, Seite 45
  2. Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19.03.2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 2156 f.
  3. Karlheinz Wauer, Häuserbuch der Stadt Quedlinburg von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1950, A Die Altstadt, Schriftenreihe der Stiftung Stoye, Band 57, Stiftung Stoye 2014, ISBN 978-3-93723021-4, Seite 122

Koordinaten: 51° 47′ 28,4″ N, 11° 8′ 39,1″ O