Brede Å

Brede Å
Breder Au

Fluss vor der Ballum Sluse

Daten
Lage Südjütland
Danemark Dänemark
Flusssystem Brede Å
Abfluss über Kisbæk → Brede Å → Nordsee
Zusammenfluss der Flüsse Lobæk und Kisbæk bei Løgumkloster
55° 3′ 56″ N, 8° 56′ 47″ O
Mündung bei Ballum Sluse in das WattenmeerKoordinaten: 55° 7′ 51″ N, 8° 41′ 11″ O
55° 7′ 51″ N, 8° 41′ 11″ O

Länge 21 km
Einzugsgebiet 503 km²
Gemeinden Skærbæk
Schiffbarkeit nein

Die Brede Å (deutsch: Breder Au) ist ein Fluss in Südjütland in Dänemark, der in das Wattenmeer mündet.

Die Brede Å entsteht bei Løgumkloster durch den Zusammenfluss der Flüsse Lobæk und Kisbæk, die beide zum Flusssystem Brede Å gehören.[1] Der reine Fluss ist 21 Kilometer, das komplette Flusssystem etwa 48 Kilometer lang. Das Flusssystem entwässert 503 km².[2][3]

Verlauf

Das Flusssystem, vor allem der Fluss Lobæk, der als Hauptgewässer gesehen werden kann, entsteht aus dem Zusammenfluss mehrerer kleinerer Bäche bei Toftlund und Agerskov. Von dort aus fließen die Gewässer durch eine Landschaft, die überwiegend durch fluvioglaziales Sediment aus der Eiszeit geprägt ist.[1]

Bei Løgumkloster wird der Fluss durch die Moräneablagerungen der Løgum Bjerge nach Südwesten gedrängt. Westlich von Løgumkloster ist das Flusstal durch steile Hänge geprägt. Auf seinem Unterlauf fließt die Brede Å durch das flache Marschgebiet der Ballum und Husum Enge, die Teil eines ausgewiesenen EU-Vogelschutzgebietes sind.

Bis 1915 mäanderte sich der Fluss etwa einen Kilometer vor der Stelle, wo er heute durch die Ballum Sluse in das Wattenmeer fließt, rund vier Kilometer nach Norden und mündete etwa dort, wo heute der Rømødæmningen zur Insel Rømø führt, in das Meer.[4] Nach der Inbetriebnahme der Ballum Sluse wurde der Flusslauf verkürzt.[3]

Begradigung und Renaturierung

Zwischen 1954 und 1960 wurde die Brede Å auf weiten Strecken begradigt, um eine landwirtschaftliche Nutzung der angrenzenden Flächen zu ermöglichen. Diese Baumaßnahmen veränderten den natürlichen Verlauf des Gewässers erheblich.

In den 1990er-Jahren wurde der Fluss im Rahmen mehrerer Projekte wieder teilweise in seinen ursprünglichen Zustand renaturiert. Bis 1999 galt die Brede Å als das größte Renaturierungsprojekt Dänemarks, ehe das Skjern-Å-Projekt begann.[3]

Schiffsunfall auf der Breder Au

Am 12. Juni 1912 ereignete sich auf der Breder Au ein schwerer Unfall, bei dem acht Menschen aus der Umgebung ertranken. Der dänische Jugendverein in Scherrebek hatte einen Ausflug für Gäste aus Seeland und Sundeved nach Ballum Enge organisiert.

Das Motorboot von Fischer Anders Schmidt war jedoch nicht für die 48 Personen ausgelegt, aus denen die Reisegruppe bestand. Lose Bretter wurden quer über das Boot gelegt worden, sodass für alle Sitzplätze vorhanden waren. Die Breder Au hatte damals noch ihre ursprünglichen Windungen. An diesen Stellen herrschte eine starke Strömung. Beim Hof Hoiberg (Højbjerg), nordwestlich von Medolden, gab es eine besonders scharfe Biegung.[4] Der Bach war fünf bis sechs Meter breit und bis zu drei Meter tief. Das Boot kenterte und die Bretter, auf denen die Fahrgäste saßen, rutschten ins Wasser. Fast alle Fahrgäste gingen über Bord. Im kalten Wasser ertranken zwei Kinder und sechs Erwachsene. Der Fischer wurde zu einer achtmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Zur Erinnerung an den Unfall wurde in der Frimenighedskirken eine Gedenktafel und am Fluss unterhalb des Hoiberg-Hofes ein Gedenkstein errichtet. Der Gedenkstein wurde 1972 nach Mjolden verlegt.[5]

Naturschutz

Im Jahr 2004 wurden die letzten 30 km des Brede Å als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet) ausgewiesen. Grund dafür ist insbesondere das Vorkommen seltener Fischarten wie des Nordseeschnäpel (Coregonus oxyrinchus), des Bachneunauge (Lampetra planeri) und Flussneunauge (Lampetra fluviatilis).[3]

Fischfang

Das Fischen im Fluss ist erlaubt. Es gibt einen eigenen Fischereiverein für den Fluss.[6]

Fische (Auswahl)

Galerie

Commons: Brede Å – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Brede Å. Schaubild des Einzugsgebietes. In: openstreetmap.org. 2. April 2025, abgerufen am 23. September 2025.
  2. Henning Strand, Lars Serritslev: Brede Å. In: lex.dk. 10. Dezember 2010, abgerufen am 23. September 2025 (dänisch).
  3. a b c d Brede Å. In: graenseforeningen.dk. Abgerufen am 23. September 2025 (dänisch).
  4. a b Messtischblatt Bröns. Maßstab 1:25000. In: geogreif.uni-greifswald.de. 1880, abgerufen am 24. September 2025.
  5. Langs Brede Å. In: dengang.dk. 17. Mai 2021, abgerufen am 24. September 2025 (dänisch).
  6. Brede Å lystfiskerforening. Angelvorschriften. In: fiskekort.dk. Abgerufen am 23. September 2025.
  7. Brede Å Lystfiskerforening. In: bredeaa.dk. Abgerufen am 23. September 2025 (dänisch).