Brazão Mazula

Brazão Mazula (* 1944) ist ein mosambikanischer Intellektueller und Publizist, der als erster Präsident der Nationalen Wahlkommission die ersten Mehrparteienwahlen des Landes im Jahr 1994 begleitete.[1] Er war zudem Rektor der Universität Eduardo Mondlane in Maputo.[2] Für seine Beiträge zur Stärkung von Demokratie und Wissenschaft wurde er mehrfach öffentlich geehrt, unter anderem 2021 in Maputo und 2023 mit einer Ehrendoktorwürde der Universidade Zambeze.[3][2] Er erhielt 1995 den Deutschen Afrika-Preis.

Leben

Mazula promovierte an der Universität São Paulo in Geschichte und Philosophie der Bildung.[2] An der Universität Eduardo Mondlane wirkte er als Professor und leitete die Hochschule später als Rektor.[2] Die Zentralbibliothek dieser Universität trägt seinen Namen (Biblioteca Central Brazão Mazula).[4] Am 27. Mai 2021 würdigten das Instituto para a Democracia Multipartidária, die Universität und das Justizministerium in Maputo seinen Einsatz für eine demokratische Kultur.[3] Am 19. Oktober 2023 verlieh ihm die Universidade Zambeze die Ehrendoktorwürde im Bereich „Demokratie und gesellschaftliche Harmonie“.[2]

Wirken

Als dessen erster Vorsitzender hob Mazula rückblickend die Unabhängigkeit der Wahlkommission von den Parteien und die Vermeidung einer Rückkehr zum Krieg als zentrale Leitlinien der Wahlorganisation 1994 hervor.[1] Er spricht sich seit Jahren für eine demokratische Kultur und eine Stärkung ethischer Standards in Staat und Gesellschaft aus.[3][5] Im Oktober 2023 schlug er zur Verringerung von Misstrauen und Konflikten rund um Wahlen öffentlich die Einführung der elektronischen Stimmabgabe vor.[6] Im November 2024 kritisierte er die Veröffentlichung von Wahlergebnissen ohne Korrektur festgestellter Unregelmäßigkeiten und forderte, die Wahlkommission mit Richtern und Anwälten statt mit Parteipolitikern zu besetzen.[7] Anfang Dezember 2024 argumentierte er, die anhaltende Krise nach den Wahlen offenbare einen Mangel an Ethik und Moral und rief Hochschulen zur systematischen Lehre von Ethik auf.[5] Bereits 2020 warnte er vor einer Verrohung der öffentlichen Debatte in sozialen Medien und verglich „Intriganten und Klatschmacher“ mit „Todeskommandos“, die Andersdenkende zum Schweigen brächten.[8] Schon 2013 mahnte er, es müsse alles zur Sicherstellung der Teilnahme der Renamo an den Wahlen unternommen werden, und verwies auf das Konsensprinzip der Wahlen von 1994.[9]

Einzelnachweise

  1. a b Primeiro presidente da CNE recorda medo da guerra em 1994. In: RTP (Agência Lusa). 1. Oktober 2018, abgerufen am 18. September 2025 (portugiesisch).
  2. a b c d e Professor Doutor Brazão Mazula distinguido Doutor Honoris Causa pela Universidade Zambeze. In: Rádio Moçambique. 19. Oktober 2023, abgerufen am 18. September 2025 (portugiesisch).
  3. a b c “Democracia deve fazer parte da cultura de um povo”- Brazão Mazula. In: Rádio Moçambique. 27. Mai 2021, abgerufen am 18. September 2025 (portugiesisch).
  4. Biblioteca Central Brazão Mazula reforça acervo com obra sobre a indústria extractiva. In: Universidade Eduardo Mondlane. 19. März 2025, abgerufen am 18. September 2025 (portugiesisch).
  5. a b Mazula diz que o país vive uma crise de valores éticos e morais. In: O País. 2. Dezember 2024, abgerufen am 18. September 2025 (portugiesisch).
  6. Brazão Mazula propõe voto electrónico para acabar com a desconfiança em períodos de eleições. In: O País. 11. Oktober 2023, abgerufen am 18. September 2025 (portugiesisch).
  7. Brazão Mazula diz que houve falta de vontade política para tornar o processo eleitoral transparente. In: O País. 14. November 2024, abgerufen am 18. September 2025 (portugiesisch).
  8. Bajulação e discursos de ódio minam a democracia e a liberdade de expressão em Moçambique. In: VOA Português. 4. September 2020, abgerufen am 18. September 2025 (portugiesisch).
  9. Brazão Mazula: "Tudo deve ser feito para que Renamo participe nas eleições". In: VOA Português. 10. Juni 2013, abgerufen am 18. September 2025 (portugiesisch).