Brandenburgische Motorenwerke

Die Brandenburgische Motorenwerke GmbH (kurz Bramo) war ein von 1936 bis 1939 tätiges deutsches Unternehmen zur Entwicklung und Produktion von Flugmotoren in Berlin-Spandau. Sie besaß in Basdorf eine Filiale und eine Reihenhaussiedlung.

Geschichte

Die Firma entstand schrittweise aus dem Flugmotorenwerk von Siemens & Halske, das im Ersten Weltkrieg im Block­werk I (Berlin-Siemensstadt) die Produktion aufnahm. Ab 1926 wurde diese Abteilung in die eigenständige Firma Siemens-Flugmotorenwerk, Berlin-Spandau ausgegliedert und 1933 Teil der neuen Siemens Apparate und Maschinen GmbH (SAM). Am 30. Juni 1936 wurde die Flugmotorenproduktion als Brandenburgische Motorenwerke GmbH aus der SAM herausgelöst und mit einem Stammkapital von 20.000 ℛℳ gegründet, das zu gleichen Teilen von der SAM sowie der staatlichen Luftfahrt-Kontor GmbH (LFK) eingebracht wurde. Doch bereits im Januar darauffolgenden Jahres zahlte die Bramo die Stammeinlage an die LFK zurück und erhöhte ihren Anteil bis zum Februar massiv auf 36 Millionen ℛℳ.[1] Das Deutsche Reich hatte zuvor eine umfangreiche Werkserweiterung gefordert, die Carl Friedrich von Siemens jedoch ablehnte. Nachdem es sich jedoch bereit erklärt hatte, die Kosten für den Bau des Betriebes zu übernehmen, begannen im Oktober 1936 die Planung und erste Vermessungsarbeiten. Als Standort dieses Waldwerks wurde Basdorf, 30 km nördlich von Berlin, heute ein Ortsteil von Wandlitz, festgelegt. Für die Beschäftigten wurde dort eine Reihenhaussiedlung errichtet. Die Einweihung der Fabrik erfolgte Mitte 1938.[1] Am 22. März 1944 wurde das Werk durch die Alliierten bombardiert.[2] Ein weiteres Waldwerk wurde ab September 1939 in Zühlsdorf errichtet. Das „Werk 9“ von BMW in Berlin-Spandau arbeitete als Zulieferer der Motorenproduktion. Im Jahr 1940 arbeiteten in den drei Standorten Spandau, Basdorf und Zühlsdorf 10.000 Beschäftigte.[1]

Im Zuge weiterer staatlicher Konzentrationsforderungen kauften 1939 die Bayerischen Motoren Werke die Brandenburgische Motorenwerke GmbH und führten den Berliner Standort als BMW-Flugmotorenwerke Brandenburg GmbH weiter.[3] Heute ist an diesem Standort das BMW Motorradwerk beheimatet.[4]

Siehe auch

Literatur

  • Georg Siemens: Der Weg der Elektrotechnik: Geschichte d. Hauses Siemens. Alber, Freiburg, München 1961 (DNB).
  • Holger Krack: Die Brandenburgischen Motorenwerke in Berlin-Spandau, Basdorf und Zühlsdorf. In: Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten deutscher Luftfahrtgeschichte (Hrsg.): Henschel – Siebel – Bramo: Flugzeugwerke in Mitteldeutschland (= Schriftenreihe zur Luftfahrtgeschichte. Band 4). 2., überarbeitete Auflage. Polyprint, Berlin 2004, S. 31–45.
  • Bernd-Rüdiger Ahlbrecht: BMW-Flugmotoren aus der Mark. In: Historische Luftfahrtstätten in und um Berlin. MediaScript, Berlin 2014, ISBN 978-3-9814822-4-9, S. 168–170.

Einzelnachweise

  1. a b c Holger Krack: Die Brandenburgischen Motorenwerke in Berlin-Spandau, Basdorf und Zühlsdorf. In: Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten deutscher Luftfahrtgeschichte (Hrsg.): Henschel – Siebel – Bramo: Flugzeugwerke in Mitteldeutschland (= Schriftenreihe zur Luftfahrtgeschichte. Band 4). 2., überarbeitete Auflage. Polyprint, Berlin 2004, S. 31 ff.
  2. Ulrike Kirsten: Geschichte der Brandenburger Motorenwerke. MOZ.de, 13. Januar 2014, archiviert vom Original;.
  3. bmw.com: BMW übernimmt die Brandenburgischen Motorenwerke (Memento vom 8. September 2012 im Webarchiv archive.today)
  4. bmw.com: Motorräder nach Berlin (Memento vom 20. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)