Boulevard du Palais (Paris)
| Boulevard du Palais | |
|---|---|
| Lage | |
| Arrondissement | 1., 4. |
| Viertel | Saint-Germain-l’Auxerrois Notre-Dame |
| Beginn | Quai de la Corse – Quai de l’Horloge |
| Ende | Quai du Marché-Neuf – Quai des Orfèvres |
| Morphologie | |
| Länge | 220 m |
| Breite | 30 m |
| Geschichte | |
| Entstehung | 1864 |
| Koordinaten | |
| Koordinaten | 48° 51′ N, 2° 21′ O |
| Kodierung | |
| Paris | 6918[1] |
Commons: Boulevard du Palais (Paris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Der Boulevard du Palais ist eine Straße auf der Île de la Cité. Sie bildet die Grenze zwischen dem 1. und 4. Arrondissement.
Lage
Die Straße verbindet als Einbahnstraße die Pont Saint-Michel mit der Pont au Change.
Namensursprung
Der Boulevard hat diesen Namen, da er entlang der Fassade des Justizpalastes (Palais de Justice) verläuft.
Geschichte
Vor der Entstehung des Boulevards
Der heutige Boulevard du Palais verläuft entlang einer der ältesten Straßen von Paris. Die ursprüngliche Straße entstand Anfang des 12. Jahrhunderts im Zuge des Wiederaufbaus der Grand-Pont (später Pont au Change). Sie verlief entlang des Palais des Rois und bog nach Osten ab. Damit wurde eine Verbindung der Seineufer über die beiden Brücken (Grand- und Petit-Pont) geschaffen. Durch den Neubau des Grand-Pont flussabwärts wurde die Verbindung zwischen den beiden Brücken aufgehoben. Die Überquerung der Île de la Cité erfolgte fortan über die Rue de la Vieille-Draperie[2] (nach Osten) und anschließend über die Rue de la Juiverie (heute Rue de la Cité) nach Süden.
Das erste Drittel des heutigen Boulevards hieß ab 1220 „Rue Saint-Barthélemy“,[1] benannt nach der Église Saint-Barthélemy, die dem Königssaal im Palais de la Cité gegenüber lag[3] und während der Französischen Revolution verschwand; an ihrer Stelle wurde ein Theater errichtet. Im 15. Jahrhundert verband diese Straße die Müllerbrücke (Pont aux Meuniers) und die Geldwechslerbrücke (Pont aux Changeurs) mit der Rue de la Vieille-Draperie (Alte Tuchstraße), die dem Großen Tor des Palastes gegenüberlag. Die Eingänge zur königlichen Küche und zu den Kellern befanden sich an dieser Straße. An ihrem nordwestlichen Ende stand der Uhrturm des Palastes, der die Ecke des Palastgeländes bildete.
Das verbleibende zweite Drittel, zwischen den Abzweigungen der Rue de la Vieille-Draperie und der Rue de la Calandre, wurde „Rue de la Barillerie“ genannt, wegen der dort ansässigen Fass- und Krughändler.[1] Auch sie war schmal – nur fünf bis sechs Meter – und verlief entlang der Schatzkammer und des Schatzturms des Palastes.
Der südliche Abschnitt hieß „Rue du Pont Saint-Michel“, benannt nach der Brücke, die 1378 erbaut wurde, um den Verkehr auf der Petit-Pont zu entlasten und eine neue Durchgangsstraße über die Île de la Cité zu schaffen. Westlich dieser Straße entstanden im Mittelalter die zahlreichen Residenzen der Kanoniker der Sainte-Chapelle.
Im 15. Jahrhundert, als der Palast erweitert wurde, wurden die Mauern weiter nach Osten verlegt, um Platz für Geschäfte und die Stadthäuser der Höflinge zu schaffen, was dazu führte, dass die Rue de la Barillerie einen noch stärkeren Bogen machte.
Im Jahr 1787 verwandelte der Architekt Pierre Desmaisons die Kreuzung der Rue de la Vieille-Draperie mit der Rue de la Barillerie, gegenüber der alten Zugbrücke, die zum Palast führte, in einen halbkreisförmigen Platz, der den Namen „Place du Palais-de-Justice“ erhielt und das Gegenstück zum Innenhof des Justizpalastes bildete.
Im 19. Jahrhundert wurde die gesamte Straße Rue de la Barillerie genannt.[1][4]
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Karte von Paris, auch bekannt als die Wandteppichkarte[5]
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Rue Saint-Barthélémy während des Abrisses der gleichnamigen Kirche im Jahr 1791.
Die Entstehung des Boulevards
Am 23. September 1858 wurde die Verlängerung des Boulevard de Sébastopol zwischen Pont au Change und Pont Saint-Michel im Rahmen der Stadterneuerungsprojekte Baron Haussmanns als im öffentlichen Interesse liegend erklärt.[6] Die neue, 30 Meter breite Straße erforderte den Abriss der Rue de la Barillerie und des Place du Palais-de-Justice. Die ursprünglich als „Boulevard de Sébastopol“ bezeichnete neue Straße wurde 1864 in „Boulevard du Palais“ umbenannt. Die neue, 30 m breite Achse erfordert die Zerstörung der Rue de la Barillerie und des Place du Palais-de-justice. Die ursprünglich als „Boulevard de Sébastopol“ bezeichnete Straße wurde 1864 in „Boulevard du Palais“ umbenannt.[6][7]
Alle Häuser innerhalb des Gebiets, das vom Boulevard du Palais, der Rue de la Sainte-Chapelle, der Rue Mathieu-Moulé (ehemals Rue Sainte-Anne) und dem Quai des Orfèvres begrenzt wird, wurden 1907 abgerissen, um den Bau eines neuen Flügels des Gerichtsgebäudes durch Albert Tournaire zu ermöglichen.[8]
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Boulevard du Palais, 1860
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Boulevard du Palais um 1865 (Fotografie von Charles Marville).
Sehenswürdigkeiten
- Nr. 1: An der Ecke zum Palais de la Justice befindet sich die Horloge du Palais de la Cité
- Nr. 3: Maison Bosc, gegründet 1845, stellt Roben für Richter und Anwälte her.[9]
- Nr. 7: Wohnung und Büro des Polizeipräfekten – vor dem Haus steht ein Wallace-Brunnen
- Nr. 9: Zentrale der Pariser Feuerwehr
- Bemerkenswert an und vor Nr. 7
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Gedenken an Francis Maurizot
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Tafel zur Pariser Geschichte: Libération de Paris
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Wallace-Brunnen am Straßenrand
Westlich des heutigen Boulevards befand sich ein Palast aus gallo-römischer Zeit, der ab Chlodwig als Residenz der französischen Könige diente. Er wurde mehrfach umgebaut. Die Sainte-Chapelle (Eingang bei Nr. 8) wurde im 13. Jahrhundert innerhalb des Palastgeländes, etwas zurückgesetzt von der Straße, errichtet.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d www.capgeo.sig.paris.fr/
- ↑ Die Straße gibt es nicht mehr.
- ↑ www.gallica.bnf.fr
- ↑ www.gallica.bnf.fr/
- ↑ www.gallica.bnf.fr/
- ↑ a b Jean-Charles Alphand (dir.), Adrien Deville und Émile Hochereau,: Ville de Paris : recueil des lettres patentes, ordonnances royales, décrets et arrêtés préfectoraux concernant les voies publiques. Imprimerie nouvelle (association ouvrière), Paris 1886.
- ↑ Pierre Pinon: Atlas du Paris haussmannien : la ville en héritage du Second Empire à nos jours. Imprimerie nouvelle (association ouvrière), Paris 2002, ISBN 978-2-84096-204-5, S. 140–141.
- ↑ Café du barreau, 1906. vergue.com, abgerufen am 9. November 2025 (französisch).
- ↑ www.leparisien.fr