Der Zürich-Krimi: Borchert und der Mord ohne Sühne
| Folge 18 der Reihe Der Zürich-Krimi | |
| Titel | Borchert und der Mord ohne Sühne |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 88 Minuten |
| Produktionsunternehmen |
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| Regie | Connie Walther |
| Drehbuch | Robert Hummel |
| Produktion | Klaus Graf |
| Musik | Michael Klaukien |
| Kamera | Birgit Gudjonsdottir |
| Schnitt | Philipp Brozsek |
| Premiere | 26. Okt. 2023 auf Das Erste |
| Besetzung | |
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| → Episodenliste | |
Borchert und der Mord ohne Sühne ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalfilmreihe Der Zürich-Krimi aus dem Jahr 2023. Er wurde im Auftrag von ARD Degeto für das Fernsehprogramm Das Erste produziert. Die Erstausstrahlung der 18. Folge der Filmreihe fand am 26. Oktober 2023 statt.
Handlung
Verkleidet als Klempner verschafft Hans Siegenthaler sich nach Geschäftsschluss Zutritt zu den Geschäftsräumen der Schanz AG. Aus dem Dach entzündet er Bengalische Fackeln, wirft Flugblätter hinab und beschuldigt über Megaphon die Geschäftsführerin des Unternehmens des Mordes an seiner Tochter. Die forteilende Geschäftsführerin Bernadette Schanz wird von vorab informierten Journalisten am Eingang konfrontiert, wiegelt aber ab. Hans Siegenthaler wird währenddessen von Marco Furrer und Urs Aeggi verhaftet. Der Hauptmann informiert Borchert, der kurz darauf mit Dominique Kuster am Präsidium eintrifft. Die beiden treffen dort auf Hans Siegenthaler, dessen Tochter vor Jahren im Verlauf einer Party erstochen wurde. Der Vater ist sich sicher, dass die erfolgreiche Unternehmerin Bernadette Schanz seine Tochter aus Eifersucht umgebracht hat, da diese mit ihrem Ex-Freund Daniel Aufderklamm zur Feier gekommen war. Das belastende Indiz, ein Fingerabdruck auf der Tatwaffe, reichte jedoch für eine Verurteilung nicht aus, da die Verdächtigte glaubhaft versichern konnte, dass dieser sich bereits vor der Tat am Griff des fraglichen Obstmessers befunden hatte. Neue Erkenntnisse zu den damaligen Spuren offenbaren allerdings Blutrückstände an der Klinge des Messers und lassen somit an an ihrer Schuld jedoch keinerlei Zweifel übrig. Dennoch kann Schanz wegen des Grundsatzes Ne bis in idem, da sie bereits freigesprochen wurde, trotz der neuen Beweise nicht erneut angeklagt werden. Borchert und Dominique Kuster, deren Verhältnis zu Marco Furrer offensichtlich erheblich unterkühlt ist, können jedoch zumindest Hans Siegenthalers Freilassung erwirken. In der Folge beschließen beide, den Fall zu übernehmen und zwar Pro bono. Gemeinsam suchen sie die Verdächtige auf und konfrontieren sie in den Geschäftsräumen der Schanz AG mit den neuen Tatsachen im Mordfall Siegenthaler. Beide werden von Beat Schanz, dem Mann der Verdächtigen und gleichzeitig dem Justiziar der Firma, vor die Tür gesetzt. Zeugin der Konfrontation wird ebenfalls die Mutter der Geschäftsführerin, Ursula Schanz.
Am selben Abend wird auf das Ehepaar Schanz geschossen. Die Geschäftsführerin und der Jurist werden nur leicht verletzt, dennoch kommt Beat Schanz mit einer Gehirnerschütterung und einer Amnesie ins Krankenhaus. Da die mutmaßliche Tatwaffe, die in einem nahen Gebüsch gefunden wird, auf Hans Siegenthaler zugelassen ist, lässt Marco Furrer in Gegenwart von Dominique Kuster und Borchert sein Haus stürmen – doch der Verdächtige wird nicht angetroffen. Am nächsten Morgen konfrontiert Borchert nochmals Mutter und Tochter Schanz, aber außer der Beteuerung, dass Bernadette das Opfer wirklich gemocht habe, ergibt sich nicht Neues. Auch ein Treffen mit Daniel Aufderklamm, der inzwischen einen Internet-Blog betreibt, der den Fall thematisiert, bringt Borchert im Fall zunächst nicht weiter. Borchert lässt jedoch nicht locker und sucht gemeinsam mit Dominique Borchert die Baumschule auf, die Daniel Aufderklamm gehört, da er dort den geflohenen Hans Siegenthaler vermutet. Dieser bedroht die beiden an einem Gewächshaus plötzlich mit einer Waffe. In seinem dortigen Versteck sprechen die drei anschließend über Marie Siegenthaler. Zudem berichtet er, dass ihm vorige Nacht ein Gewehr gestohlen worden sei. Dann wird er von Marco Furrer und Urs Aeggi festgenommen. Bei der folgenden Anhörung ordnet Richterin Mildenberger auf Antrag von Staatsanwalt Favre Untersuchungshaft für den Mandanten von Dominique Kuster an. Borchert hingegen gräbt tiefer in die Geschäfte und die Vergangenheit der Unternehmerfamilie Schanz, um sie doch noch zur Rechenschaft ziehen zu können. Im Gespräch mit dem entlassenen Angestellten Ricardo Sommer, den er auf Basis eines Hinweises von Regula Gabrielli für den möglichen Schützen hält, erfährt er nichts Brauchbares. Etwas später wird er Zeuge der Tatnachstellung im Hause der Familie Schanz, die auf Drängen von Ursula Schanz abgebrochen werden muss, die in ihrem Protest vom anwesenden Staatsanwalt Favre unterstützt wird. Die Unstimmigkeiten bei der Tatnachstellung nähren in Borchert die Zweifel an der Darstellung von Bernadette Schanz. Die Zweifel an der Integrität der Verletzten steigern sich durch einen weiteren Austausch mit Ricardo Sommer, der Borchert gegenüber eine Affäre mit der Geschäftsführerin gesteht. Mit seinen Ergebnissen konfrontiert er schließlich Beat Schanz im Krankenhaus, den er sehr beunruhigt zurücklässt. Durch Borcherts Insistieren gewarnt, entgeht der Justiziar anschließend einem Mordanschlag seiner Frau.
Während diese sich in einer Bar mit ihrem Geliebten trifft, gesteht Beat Schanz gegenüber Borchert, dass er von Anfang an vom Mord an Marie Siegenthaler wusste. Als Bernadette Schanz plötzlich zurückkehrt, kommt es im Haus des Ehepaars zur finalen Konfrontation. Borchert, der nach dem Geständnis des Justiziars Marco Furrer informieren möchte, wird von dem überraschend auftauchenden Johannes Kellner, dem Leibwächter der Familie Schanz, mit vorgehaltener Waffe davon abgehalten. Schließlich kommt auch noch Ursula Schanz hinzu, die gegenüber Borchert angibt, dass das Attentat auf die Eheleute alleinige Idee des Leibwächters gewesen sei. Dieser wendet sich nach eindringlichem Zureden durch Borchert schließlich gegen seine Arbeitgeber, überreicht dem Anwalt seine Waffe und lässt sich von Marco Furrer und Urs Aeggi festnehmen, die ebenfalls Bernadette Schanz verhaften. Borchert und Dominique Kuster holen Hans Siebenthaler aus der Untersuchungshaft ab und teilen ihm mit, dass sie seine Vertretung weiterhin übernehmen, für die Daniel Aufderklamm zukünftig aufkommen möchte.
Hintergrund
Die Dreharbeiten zu Borchert und der Mord ohne Sühne fanden im Zeitraum vom 18. Oktober 2022 bis zum 23. Dezember 2022 in Zürich und Prag sowie näherer und weiterer Umgebung statt.[1]
Einschaltquoten
Bei der Erstausstrahlung von Borchert und der Mord ohne Sühne am 26. Oktober 2023 verfolgten in Deutschland insgesamt 6,45 Millionen Zuschauer die Filmhandlung, was einem Marktanteil von 25,4 Prozent für Das Erste entsprach. In der als Hauptzielgruppe für Fernsehwerbung deklarierten Altersgruppe von 14–49 Jahren erreichte Borchert und der Mord ohne Sühne laut AGF Videoforschung einen Marktanteil von 7,9 Prozent in dieser Altersgruppe.[2]
Kritiken
In seiner Rezension im Kultur-Bewertungsportal Tittelbach.tv bewertet der Kritiker Tilmann P. Gangloff die dem Plot zugrundeliegende Fallkonstruktion als „perfektes Beispiel für eine himmelschreiende Ungerechtigkeit“ und lobt das Drehbuch von Robert Hummel. Während er auch die Bildgestaltung als „sehenswert“ hervorhebt, findet er für die Inszenierung kritische Worte. Gleiches gilt für einige Darsteller, denen es seiner Ansicht nach „an Format fehlt“.[3]
Oliver Armknecht vom Kritikportal film-rezensionen.de äußert sich zum Drehbuch differenzierter. Eine unvermittelte Wendung im Plot bewertet er zwar als „recht clever“, sieht sich aber insgesamt von der Handlung und insbesondere vom „Finale enttäuscht“. Dabei verortet der Kritiker die Schwächen der Episode eher auf Seiten des zugrundeliegenden Drehbuchs und spricht davon, dass das „Verhalten der Figuren […] nicht schlüssig“ sei und dem Publikum keine „intelligente Fernsehunterhaltung“ geboten werde.[4]
Weblinks
- Der Zürich-Krimi: Borchert und der Mord ohne Sühne in der ARD-Mediathek, abrufbar bis 5. Januar 2027
- Der Zürich-Krimi: Borchert und der Mord ohne Sühne bei IMDb
- Der Zürich-Krimi: Borchert und der Mord ohne Sühne bei crew united
- Der Zürich-Krimi: Borchert und der Mord ohne Sühne bei Fernsehserien.de
Einzelnachweise
- ↑ Der Zürich-Krimi: Borchert und der Mord ohne Sühne bei crew united, abgerufen am 28. August 2024.
- ↑ Fabian Riedner: Primetime-Check: Donnerstag, 26. Oktober 2023. In: Quotenmeter.de. 27. Oktober 2023, abgerufen am 28. August 2024.
- ↑ Tilmann P. Gangloff: Der Zürich Krimi – Borchert und der Mord ohne Sühne, Rezension auf tittelbach.tv, aufgerufen am 15. November 2025
- ↑ Oliver Armknecht: Der Zürich Krimi: Borchert und der Mord ohne Sühne, Kritik vom 26. Oktober 2023 auf film-rezensionen.de, aufgerufen am 15. November 2025