Bommecketal

Koordinaten: 51° 13′ 16″ N, 7° 50′ 54″ O

Bommecketal

Das Bommecketal ist ein 51,20 ha großes, seit 1985 ausgewiesenes Naturschutzgebiet (NSG) auf dem Gebiet der Stadt Plettenberg im Märkischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Es liegt südlich der Lenne entlang des Lenne-Zuflusses Bommecke und nordwestlich der Kernstadt zwischen den Bergkuppen Lechtenhardt (488 m), Dörnberg, Schellhagen und Strickhagen. Das NSG wurde 1985 vom Kreistag des Märkischen Kreises mit dem Landschaftsplan Nr. 1 (Plettenberg-Herscheid-Neuenrade) ausgewiesen. Der Name war Naturschutzgebiet Bommecketal südwestlich des Ortsteiles Böddinghausen, Stadt Plettenberg. Mit der 2. Änderung des Landschaftsplanes Nr. 1 (Plettenberg-Herscheid-Neuenrade) wurde das NSG 2012 erneut ausgewiesen und in Naturschutzgebiet Bommecketal umbenannt.

Das Naturschutzgebiet ist Teil des 39 ha großen FFH-Gebietes „Schluchtwälder im Lennetal“ (DE-4712-301).[1]

Gebietsbeschreibung

Bei dem NSG handelt es sich um das Tal der Bommecke mit ihren Quellbächen. Von einer Höhenlage um 420 m ü. NHN bis auf etwa 250 m ü. NHN erstreckt sich der Bachlauf bis an den Ortsrand des Plettenberger Ortsteiles Papenkuhle im Lennetal. Von der Gesamtlänge des Baches von etwa 3 km von der Quelle bis zur Einmündung in die Lenne befinden sich 1,9 km im NSG. Der viel Wasser führende Bachlauf fließt in einem sich rasch absenkenden Schluchttal mit teils klammartigem Charakter nach Norden. Die folgende Beschreibung findet sich im Fachinformationssystem des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen unter Schutzwürdige Biotope (BK):

Das Naturschutzgebiet liegt in Plettenberg ca 0,5 km südöstlich von Teindeln. Naturräumlich dem Märkischen Oberland zuzuordnen, liegt das Naturschutzgebiet in einem größeren Laubwaldkomplex nordöstlich der Lenne. Ein Abschnitt des Brünninghauser Baches mit kleinen Hochstaudenfluren befindet sich an der westlichen Grenze des Gebietes. Daran schließt sich eine im sehr guten Pflegezustand befindliche Streuobstwiese an mit Altbäumen und einigen Nachpflanzungen. Nördlich bzw. nordöstlich an diese angrenzend sind eine aus einer ehemaligen Weihnachtsbaumkultur entstandene Fettwiese bzw. eine Weihnachtsbaumkultur. Die Hauptfläche wird von artenreichen Buchenwäldern bzw. Buchenmischwäldern mit Edellaubhölzern eingenommen, die sich östlich bzw. südlich an die Weihnachtsbaumkultur und die Streuobstwiese anschließen. Starkes bzw. sehr starkes Baumholz charakterisiert die Laubwälder an dem nach Nordwest exponierten Hang. Eine artenreiche Krautschicht mit dem Massenvorkommen des Märzenbecher unterstreicht die Bedeutung dieser Buchenwälder, die sich ein einem sehr guten Erhaltungszustand befinden. Das Naturschutzgebiet hat aufgrund seines Artenreichtums und dem Massenvorkommen des Märzenbecher eine regionale Bedeutung. Das starke bzw. sehr starke Baumholz, das Vorkommen mehrerer Rote-Liste-Arten und die ‚sanften‘ Übergänge von der Streuobstwiese zum Buchenwald zeichnen das Gebiet besonders aus. Der Erhalt der artenreichen Buchenwälder mit den Altholzbeständen steht im Vordergrund der Naturschutzbemühungen. Ein Erhalt der Althölzer und vor allem die Erhöhung des Totholzanteils sind anzustreben, die Waldbewirtschaftung sollte diese Ziele berücksichtigen. Die Pflege der Obstbäume sollte fortgeführt werden, der Grünlandaufwuchs der Obstwiese und auch der Fettwiese gemäht und auch abgefahren werden. Die Weihnachtsbaumkultur im Nordes des Schutzgebietes ist in standortgerechten Laubwald umzubestocken.[2]

Schutzzweck

Das Naturschutzgebiet wurde zur Erhaltung und Entwicklung eines Waldgebietes mit Schlucht- und Hangmischwälder, Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder, Hainsimsen-Buchenwälder, dem Kerbtalsystem der Bommecke und ihren Steilhängen, Silikatfelsklippen, einer für den Märkischen Kreis einzigartigen Bachklamm mit Stromschnellen und reich strukturierten Bachbetten einschließlich ihrer Quellräume und als Lebensraum zum Schutz seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten ausgewiesen. Wie bei anderen Naturschutzgebieten in Deutschland wurde in der Schutzausweisung darauf hingewiesen, dass das Gebiet „wegen der landschaftlichen Schönheit und Einzigartigkeit“ zum Naturschutzgebiet wurde.

Unter Besondere Verbote wurde im Landschaftsplan aufgeführt „die bodenständigen Waldbereiche (Eichen-Hainbuchenwald) forstlich zu nutzen; ausgenommen bleibt die einzelstammweise Nutzung nach Maßgabe der Unteren Landschaftsbehörde“.[1]

Siehe auch

Literatur

  • Michael Bußmann: Die Naturschutzgebiete im Märkischen Kreis. Märkischer Kreis, Lüdenscheid 2009, ISBN 978-3-00-029177-7

Einzelnachweise

  1. a b Märkischer Kreis: 2. Änderung des Landschaftsplanes Nr. 1 (Plettenberg-Herscheid-Neuenrade). Satzung vom 5. Dezember 2012 (Memento vom 22. Februar 2015 im Internet Archive; PDF; 290 KB)
  2. Naturschutzgebiet „Bommecketal“ im Fachinformationssystem des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 12. November 2025.