Bologneser Schule

Als Bologneser Schule wurde von der kunsthistorischen Forschung früher eine lokale Stilrichtung der italienischen Malerei bezeichnet. Sie ist nach der norditalienischen Stadt Bologna benannt. Der Begriff Malerschule ist heute nicht mehr üblich. Die Forschung unterschied eine jüngere und eine ältere Bologneser Schule. Während letztere im 14. Jahrhundert um Vitale da Bologna (1310–1360), Dalmasio Scannabecchi (1315–1374), Simone dei Crocifissi (1330–1390) und Lippo di Dalmasio (1355–1410) entstanden sei, könne u. a. Francesco Francia, ein Zeitgenosse Raffaels, als Begründer der jüngeren Bologneser Schule gelten.

Aus Sicht der älteren Forschung sei durch die Gründung der Accademia degli Incamminati durch Ludovico, Agostino und Annibale Carracci die jüngere Bologneser Schule zum wichtigsten Ausgangspunkt des Barock in der europäischen Malerei geworden. Sie sei im 17. Jahrhundert bestimmend für die Strömung des sogenannten "klassizistischen Barock" in der Malerei gewesen, die im Gegensatz zum Naturalismus und Tenebrismus der Caravvaggisten stand, obwohl beide Strömungen kaum klar voneinander zu trennen sind. Als bedeutende Vertreter des "klassizistischen Barock" galten Guido Reni, Domenichino und teilweise Guercino, die außer in Bologna auch in Rom tätig waren und die "klassizistische" Strömung damit internationalisierten.

Liste von Künstlern

Zeitraum der Tätigkeit: vor 1600

Ca. 1600–1650

Ca. 1650–1700

Nach 1700

Einzelnachweise

  1. Ellen Hermann-Atorino: Francesco Brizio: Bologna (ca. 1574–1623) = Manuskripte für Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft 23. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1989. ISBN 978-3-88462-922-2