Bodzęta von Kosowic

Bodzęta von Kosowic, auch Bodzenta (* 1320; † 1388 in Chełmno), war ab 1382 Erzbischof von Gnesen. Sein Geschlecht gehörte der Wappengemeinschaft Szeliga an.

Leben

Bodzęta war Sohn des Ritters Wisław von Kosowic. Er schlug die geistige Laufbahn ein und erhielt zunächst Pfründe als Domherr in Wiślica, Krakau und Gnesen. In den Jahren von 1357 bis 1382 war er Verwalter der Königsgüter in Kleinpolen. 1372 war er Salzgraf in Wieliczka und Bochnia. Er unterstützte das Haus Anjou bei der Übernahme des polnischen Königsthrons. Daraufhin setzte der neue König Ludwig der Große eine Kandidatur zum Erzbischof von Gnesen durch. Nach dem Tod von Ludwig unterstützte er dessen Tochter Maria und ihren Ehemann Sigismund von Luxemburg bei der Erlangung der polnischen Krone. Da dies jedoch auf den Widerstand des polnischen Adels stieß, erteilte er Hedwig von Anjou und Siemowit IV. seine Unterstützung. Letzteren versuchte er 1383 heimlich in der Wawel-Kathedrale zu krönen. Gleichwohl rief er auf dem Treffen in Sieradz im gleichen Jahr Siemowit IV. zum polnischen König aus. Da auch dies nicht die Zustimmung des polnischen Adels erfuhr, schwenkte er erneut um und wurde zum Befürworter der polnisch-litauischen Union. 1386 taufte er Władysław II. Jagiełło und erteilte ihm die Ehe mit Hedwig von Anjou. Schließlich krönte er ihn im selben Jahr zum polnischen König. Er starb 1388 in Chełmno und wurde in einer von ihm gestifteten Seitenkapelle der Kathedrale von Gniezno beigesetzt.

Siehe auch

Commons: Bodzęta von Kosowic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Władysław Abraham, Organizacja Kościoła w Polsce do połowy wieku XII, Lwów 1890, S. 83 (polnisch).
  • Kazimierz Śmigiel: Słownik biograficzny arcybiskupów gnieźnieńskich i prymasów Polski, Wydawn. WBP, 2002 (polnisch).
  • Wojciech Kętrzyński: Studyja nad dokumentami XII wieku, Roczniki Akademii Umiejętności, Lwów 1891 (polnisch).
  • Stanisław Trojanowski: Bodzęta. W: Polski Słownik Biograficzny. T. 2: Beyzym Jan – Brownsford Marja. Kraków: Polska Akademia Umiejętności – Skład Główny w Księgarniach Gebethnera i Wolffa, 1936, S. 182–183. Reprint: Zakład Narodowy im. Ossolińskich, Kraków 1989, ISBN 83-04-03291-0 (polnisch).
VorgängerAmtNachfolger
Janusz SuchywilkErzbischof von Gnesen
1382–1388
Johann Kropidlo