Bobrowice (Szprotawa)
| Bobrowice | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
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| Woiwodschaft: | Lebus | |
| Geographische Lage: | 51° 31′ N, 15° 36′ O | |
| Einwohner: | 137 (2020) | |
| Kfz-Kennzeichen: | FZG | |
Bobrowice (deutsch Boberwitz) ist ein Straßendorf in der Landgemeinde Szprotawa im Powiat Żagański der Woiwodschaft Lebus in Polen. Es liegt an einer Boberschleife und ist einen Kilometer lang. Namensgebend war der Fluss Bober.
Geographie
Boberwitz liegt südwestlich der Stadt Szprotawa, deutsch (Sprottau) auf der linken Uferseite des Bober. Im Osten von Boberwitz fließt der Bober von Süd nach Nord in einem Bogen am Ort entlang. Gegenüber auf dem rechten Boberufer liegt das Kirchdorf Nieder Leschen.
Geschichte
Boberwitz wurde 1260 als polnisches Dorf Bobronice erwähnt, 1339 wurde ihm Deutsches Recht verliehen. Um 1600 ist ein Kretscham und eine Erbrichterstätte im Ort belegt. Gerichtsbarkeit: Die Niedere Gerichtsbarkeit wurde nachweislich seit 1600 durch den Schultheiß und Erbrichter Georg Woyt mit einem Schöffengericht ausgeübt. 1671 heiratete ein Sohn eines im Ort verbliebenen schwedischen Korporals die Kretscham-Witwe Woyt. Diese zurück gelassenen Schweden waren das evangelische Glaubenspfand des Schwedenkönigs in Schlesien.
Die Anlage von Teichen am Ort sind in den Rechnungsunterlagen der Stadt Sprottau schon im 16. Jahrhundert belegt. Ein Sägewerk mit Gleisanschluss gab im 19./20. Jahrhundert der Bevölkerung neben dem Landwirtschaftsbetrieb Arbeit und Einkommen. Acht Handwerker und Händler übten ihr Gewerbe aus. Die Kinder wurden in einer evangelischen Schule unterrichtet. Eine evangelische und auch katholische Kirche war im Nachbardorf Niederleschen, auch Nieder Leschen geschrieben. Eine Poststelle war eingerichtet.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Boberwitz 1945 zur Verwaltung an Polen und wurde nachfolgend in Bobrowice umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.
Einwohner
- 1821 262 Ew.
- 1845 359 Ew. in 43 Häusern
- 1848 371 Ew.
- 1890 288 Ew. in 49 Häusern
- 1939 266 Ew.
- 2020 137 Ew.
Sehenswürdigkeiten und Rudimente
- Historische Grenzwallanlage Waly Śląskie
- Ein blau gekennzeichneter Wanderweg, der Göppert Pfad führt zu den historischen Stätten in der Dorfumgebung
- Südlich des Dorfes liegt ein ehemaliger Friedhof mit deutschen Gräbern.
- Kretscham
Literatur
- Heinrich Adamy: Die schlesischen Ortsnamen ihre Entstehung und Bedeutung. 2. Auflage. Priebatschs Buchhandlung, Breslau 1888, S. 30.
- Autorenkollektiv: Codex diplomaticus Silesiae, Urkunde Boberwitz 1260, Herzog von Oppeln. Band 7, Nr. 2, S. 96.