Blutdruckschwankung

Blutdruckschwankungen sind Veränderungen des Drucks in den Arterien aufgrund physiologischer Ursachen. Diese Änderungen können sich über verschiedener Zeiträume ausdehnen. Der Herzschlag verursacht die markanteste Änderung und führt zu der Änderung vom diastolischen zum systolischen Druckniveau. Dies wird allgemein als Blutdruck gemessen. Auf einer längeren Zeitskala wird der Blutdruck durch die Atmung und weitere physiologische Parameter beeinflusst.

Die Blutdruckschwankung wird anhand der Zeitspanne bzw. Frequenz und der Ursache klassifiziert.[1][2][3]

  • Blutdruckschwankungen I. Ordnung
Frequenzbereich: 2-0,2 Hz
Die rhythmische Änderungen zwischen systolischem Druck und diastolischem Druck durch den Herzschlag ergibt Druckpulse. Der Betrag der Blutdruckschwankung I. Ordnung ist die Blutdruckamplitude bzw. die Pulsamplitude.
Frequenzbereich: 0,5-0,1 Hz
Die Atmung beeinflusst den Blutdruck durch Änderungen des intrathorakalen Drucks und der Herzfüllung, was sich in einer respiratorischen Blutdruckvariabilität äußert.
Bei Einatmung fällt der Blutdruck und bei Ausatmung steigt dieser wieder an. Im gesunden Zustand wird diese Schwankung durch die Respiratorische Sinusarrhythmie reguliert.[4]
  • Blutdruckschwankungen III. Ordnung
Frequenzbereich: Mayer-Wellen, 0,1 Hz
Diese Schwankungen werden auch Traube-Hering-Mayer-Wellen genannt. Diese Schwankungen sind sowohl im EKG als auch in der invasiven Blutdruckmessung erkennbar.
  • Blutdruckvariationen höherer Ordnung
Frequenzbereich:< 0,4 Hz
siehe auch: Arterielle Druckregulation und Regulation der Durchblutungsstärke
Unter den höheren Ordnungen werden u. a. die Schwankungen innerhalb des Tagesrhythmus, des Monatszyklus, des Einflusses der Jahreszeiten und des Einflusses des Alters des Menschen auf den Blutdruck zusammengefasst.

Einzelnachweise

  1. Helmut G. Hinghofer-Szalkay: Prinzipien der Hämodynamik, Hochdrucksystem. 17. Oktober 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025.
  2. Stefan Grissmer: Kapitel in: Duale Reihe Physiologie. Hrsg.: Joachim Behrends, Josef Bischofberger, Rolf Deutzmann, Horst Ehmke, Stefan Frings, Stefan Grissmer, Martin Hoth, Armin Kurtz, Jürgen Leipziger. 4., unveränderte Auflage. Thieme, Stuttgart 2021, Messung des Blutdrucks, doi:10.1055/b000000462 (thieme.de).
  3. Astrid Hick; Christian Hick: Kurzlehrbuch Physiologie. Urban & Fischer in Elsevier, ISBN 978-3-437-41044-4.
  4. Elstad, M., Walløe, L., Holme, N. L. A., Maes, E., & Thoresen, M. (2015). Respiratory sinus arrhythmia stabilizes mean arterial blood pressure at high-frequency interval in healthy humans. European Journal of Applied Physiology, 115(3), 521–530. https://doi.org/10.1007/s00421-014-3042-3