Blis-et-Born
| Blis-et-Born | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département | Dordogne | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Gemeinde | Bassillac et Auberoche | |
| Koordinaten | 45° 11′ N, 0° 54′ O | |
| Postleitzahl | 24330 | |
| Ehemaliger INSEE-Code | 24044 | |
| Eingemeindung | 1. Januar 2017 | |
| Status | Commune déléguée | |
Kirche und ehemaliges Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Blis-et-Born (Aussprache [blis e bɔʁn], okzitanisch En Bòrn) ist ein Ort und ehemalige französische Gemeinde mit 459 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehörte zum Arrondissement Périgueux. Die Einwohner werden Blis-et-Bornois und Blis-et-Bornoises genannt.
Die Erlasse des Präfekten vom 29. Juni 2016 und vom 1. Juli 2016 legten mit Wirkung zum 1. Januar 2017 die Eingliederung von Blis-et-Born als Commune déléguée zusammen mit den früheren Gemeinden Bassillac, Eyliac, Le Change, Milhac-d’Auberoche und Saint-Antoine-d’Auberoche zur Commune nouvelle Bassillac et Auberoche fest.[1]
Geografie
Blis-et-Born liegt etwa 15 Kilometer östlich von Périgueux in der Région naturelle des Périgord central, Teil des touristisch benannten Périgord blanc. Das Ortsgebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird von der Auvézère entwässert, die es im Nordwesten auf etwa einem Kilometer Länge begrenzt, sowie vom zeitweise trockenfallenden Flüsschen Goutteblave.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Blis-et-Born liegt in der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[2]
Das Relief des Gebiets von Blis-et-Born zeigt neben dem Tal der Auvézère eine hügelige, bewaldete Landschaft vom Tal des Goutteblave abgesehen mit Erhebungen meist über 200 m. Der tiefste topografische Punkt mit 93 m Höhe befindet sich im äußersten Nordwesten beim Austritt der Auvézère aus dem Ortsgebiet. Das Ortszentrum liegt auf einer Höhe von etwa 210 m.
Umgeben wird Blis-et-Born von vier Nachbargemeinden und vier Communes déléguées von Bassillac et Auberoche:
| Le Change (Bassillac et Auberoche) | Cubjac-Auvézère-Val d’Ans | |
| Eyliac (Bassillac et Auberoche) | Montagnac-d’Auberoche Limeyrat | |
| Saint-Crépin-d’Auberoche | Milhac-d’Auberoche (Bassillac et Auberoche) |
Saint-Antoine-d’Auberoche (Bassillac et Auberoche) |
Etymologie und Geschichte
Blis-et-Born weist eine altsteinzeitliche Besiedlung auf, die bei Ausgrabungen der Straße Périgueux–Clermont-Ferrand entdeckt wurde, sowie eine gallische, wie Graf Walgrin de Taillefer im frühen 19. Jahrhundert durch die Entdeckung von Schmieden nachwies.[3]
Der Name von Blis wurde Mitte des 12. Jahrhunderts durch seine Kirche in der Form Sanctus Severinus de Blis (1147) erwähnt, die zur Abtei Chancelade gehörte. 1555 erschien das Dorf in der Schreibweise Blys in den Schriften. Er stammt vom Namen einer ursprünglich germanischen Person namens Bilizo, gefolgt von -iacum, ab, eine liebevolle Verkleinerungsform von Bili (deutsch sanft, freundlich).
Born war ein Priorat der Augustinerabtei von Saint-Cyprien. Der Name des Dorfes erschien in seiner aktuellen Schreibweise im 13. Jahrhundert durch seine Kirche, Ecclesia de Born (1252). Später wurde die latinisierte Form Borjnum 1345 notiert. Das Wort Born könnte dem vorkeltischen Wort °borna (deutsch Quelle) stammen. Wahrscheinlicher ist aber, das er vom Namen einer ursprünglich germanischen Person namens Borno, einem Diminutiv von Boran (deutsch derjenige, der geboren wurde), abgeleitet ist.[4] „Blys d’Auberoche“ und „Born de Blys“ unterstanden fast immer derselben Pfarrei, da die Priester von Blys auch Prioren von Born waren. Auf der Karte von Pierre de Belleyme und auf der Karte von Cassini sind die beiden Dörfer im 18. Jahrhundert jedoch getrennt voneinander verzeichnet.[3]
Im Jahr 1128 überließ Guillaume II. d’Auberoche, Bischof von Périgueux, der Abtei Notre-Dame den Regularkanonikern von Chancelade in der Person ihres ersten Abtes, Géraud de Monlauu, den Ort Born in der Pfarrgemeinde Saint Saturnin de Blis. Abt Géraud segnete auch den Standort eines Friedhofs. Er begann, an dieser Stelle eine Prioratskirche zu errichten, die der Heiligen Katharina geweiht war. Die Ernennung zum Leiter dieses Priorats sollte seinem Inhaber ein gewisses Prestige verleihen, da mehrere Äbte von Chancelade zum Zeitpunkt ihrer Wahl zum Abt Prioren von Born waren.
Im Jahr 1149, zwanzig Jahre nach der ersten Schenkung an Born, erhielt die Abtei die Kirche Saint-Saturnin de Blis von einem anderen Bischof, Géraud de Mareuil. Damit erwarb der Abt von Chancelade das Kirchenpatronat dieser Kirche, das er bis zur Revolution von 1789 behielt.[5]
Im 14. Jahrhundert gehörten Blis und Born zur Kastellanei von Auberoche.[6]
Blis-et-Born litt wie der Rest des Périgord bis 1453 unter den Folgen des Hundertjährigen Krieges. Die Unruhen setzten sich während der Hugenottenkriege und später während der Rebellion der Croquants fort.[3]
Bevölkerungsentwicklung
| Blis-et-Born: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 676 | |||
| 1800 | 391 | |||
| 1806 | 543 | |||
| 1821 | 699 | |||
| 1831 | 635 | |||
| 1836 | 737 | |||
| 1841 | 791 | |||
| 1846 | 818 | |||
| 1851 | 761 | |||
| 1856 | 723 | |||
| 1861 | 668 | |||
| 1866 | 707 | |||
| 1872 | 640 | |||
| 1876 | 641 | |||
| 1881 | 627 | |||
| 1886 | 590 | |||
| 1891 | 576 | |||
| 1896 | 531 | |||
| 1901 | 483 | |||
| 1906 | 482 | |||
| 1911 | 461 | |||
| 1921 | 419 | |||
| 1926 | 407 | |||
| 1931 | 391 | |||
| 1936 | 367 | |||
| 1946 | 360 | |||
| 1954 | 351 | |||
| 1962 | 318 | |||
| 1968 | 251 | |||
| 1975 | 235 | |||
| 1982 | 273 | |||
| 1990 | 305 | |||
| 1999 | 332 | |||
| 2006 | 392 | |||
| 2013 | 457 | |||
| 2020 | 466 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Kirche Sainte-Catherine aus dem 12. Jahrhundert
- Ehemaliges Bürgermeisteramt (früheres Pfarrhaus)
- Schlossruine Richardie mit Portal aus dem 16. Jahrhundert und Kapelle aus dem 17. Jahrhundert
- Haus Soulacroix
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Kirche Sainte-Catherine
-
Haus Soulacroix
Persönlichkeiten
- Paul Duvaleix (1929–2005), französischer Politiker, geboren in Blis-et-Born
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Recueil des actes administratifs N°24-2016-019. (PDF) Département Dordogne, 19. Juli 2016, S. 129–133, 147–151, abgerufen am 20. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Esprit de Pays, abgerufen am 20. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ a b c Blis-et-Born (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Tanet, Hordé, Seite 60
- ↑ Th. Tillet: Histoire de l’église Ste Caterine de Blis et-Born. Association patrimoine nature Blis-et-Born, abgerufen am 20. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Yan Laborie: Auberoche : un castrum périgourdin contemporain de l’an Mil. In: Archéologie du Midi Médiéval. Persée, 2006, S. 167–193, abgerufen am 20. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Notice Communale Blis-et-Born. EHESS, abgerufen am 20. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de Blis-et-Born (24044). INSEE, abgerufen am 20. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de Blis-et-Born (24044). INSEE, abgerufen am 20. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020. INSEE, abgerufen am 20. Oktober 2025 (französisch).