Blind ermittelt – Geister der Vergangenheit

Folge 13 der Reihe Blind ermittelt
Titel Geister der Vergangenheit
Produktionsland Österreich, Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 88 Minuten
Produktions­unternehmen Monafilm, Tivoli Filmproduktion
Regie Michaela Kezele
Drehbuch Uli Brée
Produktion Thomas Hroch,
Gerald Podgornig
Musik Oli Biehler
Kamera Felix von Muralt
Schnitt Nicola Undritz
Premiere 22. Sep. 2025 auf ORF 1
Besetzung
Episodenliste

Blind ermittelt – Geister der Vergangenheit (Arbeitstitel Freuds Fehler) ist ein österreichisch-deutscher Fernsehfilm der Krimireihe Blind ermittelt aus dem Jahr 2025 von Michaela Kezele. Die Hauptrollen spielen Philipp Hochmair und Andreas Guenther. Die Erstausstrahlung erfolgte am 22. September 2025 auf ORF 1, die deutsche Premiere fand in der ARD am 16. Oktober 2025 unter dem Titel Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Geister der Vergangenheit statt.[1][2]

Handlung

Der Film beginnt mit einer Rückblende, die Handlung liegt zehn Jahre zurück, Alex Haller kann noch sehen und ist im Zuge einer Ermittlung mit seiner damaligen Kollegin Grischka Tanner unterwegs. Die beiden verstehen sich sichtlich gut. Sie betreten ein Mehrfamilienhaus und treffen in einer Wohnung auf eine sterbende alte Frau, dort befindet sich auch ihr kleiner Enkel. Der Täter ist noch vor Ort, schlägt Alex nieder und flieht – gefolgt von Grischka – auf das Dach. Dort stolpert er und rutscht ab, kann sich aber noch mit einer Hand festhalten. Grischka verweigert ihm die Hilfe, obwohl Alex sie intensiv darum bittet. Der Täter fällt in die Tiefe und stirbt.

Nach dieser Episode beginnt die eigentliche Handlung. Alex befindet sich mit großer Begeisterung alleine auf einem Konzert in einem Club und schickt Niko mit dem Smartphone einen kleinen Eindruck davon. Niko befindet sich bei einer Frau (Grischka) und lässt sich nicht von Alex überreden, auch noch in den Club zu kommen.

Später ruft Alex ein Taxi, um nach Hause zu fahren. Ein in der Nähe stehendes Taxi nimmt ihn auf und fährt los. Im Verlauf des eher einseitig von Alex geführten Gespräches bietet die Fahrerin Alex eine Wasserflasche an, er trinkt daraus und spürt schnell ein Betäubungsmittel, gleichzeitig hört er Geräusche aus dem Kofferraum. Die Fahrerin reagiert aber nicht auf seine Fragen. Er schafft es noch, Niko anzurufen.

Niko ist mit der Frau beschäftigt, reagiert zuerst nicht auf Alex‘ Anruf, wundert sich allerdings über Alex unüblichen Alkoholkonsum, daher versucht er, Alex zurückzurufen. Die Fahrerin wirft nach einem kleinen Handgemenge Alex Smartphone auf die Straße. Schließlich gelingt Alex die Flucht aus dem Auto, er landet blutend auf der Straße. Die vermeintliche Taxifahrerin „kümmert“ sich um den gefesselten Mann im Kofferraum und sucht vergeblich nach seinem Insulin.

Anschließend findet sich Alex im Krankenhaus wieder. Niko, Mia und Lassmann wird klar, dass es sich hier nicht um die Folgen von Alkoholkonsum handelt, sondern eine mysteriöse Tat vorliegt, in deren Zusammenhang auch eine Entführung steht. Mia nimmt die Geschichte nicht sehr ernst und vermutet, dass sich alles klären wird. Erst nachdem Alex aufwacht und fortwährend den lateinischen Satz „Iustitia est ius debilioris.“ (Gerechtigkeit ist das Recht des Schwächeren.) wiederholt, kommen Mia Erinnerungen in den Sinn.

Am selben Tag öffnet eine Frau einen Container und will dem entführten Georg Fiedler Insulin geben, dieser ist aber bereits gestorben, was nicht geplant war und die Frau überfordert. Mia spricht wegen des lateinischen Satzes mit Alex und stellt einen Zusammenhang mit dem zehn Jahre zurückliegenden Fall her. Nachdem der Vorfall mit Grischka wegen der nicht erfolgten Hilfestellung dem Mörder gegenüber von Alex gemeldet worden war und Grischka, damals schon mit Mia befreundet, deshalb verurteilt wurde, sagt Grischka diesen Satz im Beisein von Alex. Mia lehnte damals Alex Vorgehen ebenfalls ab. Er hätte schweigen können, Alex vertritt jedoch die Meinung, dass die Polizei dem Gesetz und nicht der Willkür diene.

Später recherchiert Alex, dass Grischka im Gefängnis eine Psychotherapeutinnenausbildung abgeschlossen hat und seither als Gesprächstherapeutin für einen Verein mit traumatisierten weiblichen Opfern arbeitet. Alex sucht mit Niko zusammen diese Beratungsstelle auf, dabei werden sie beobachtet. Dort treffen sie auf die Therapeutin Grischka, hier stellt sich nun heraus, woher sie Niko und Alex kennt. Melanie und Britta verlassen die Beratungsstelle und werden dabei von Eva beobachtet, in deren Taxi sie einsteigen. Im weiteren Verlauf wird Eva bei der Polizei vorstellig und lässt ihr Fahrzeug überprüfen. Dabei zeigt sich, dass es tatsächlich das ist, mit dem Alex gefahren ist, Eva streitet aber alle Vorwürfe ab. Mia steht den Anschuldigungen eher kritisch gegenüber, gerät aber bei so vielen scheinbaren Zufällen in Zweifel.

Dann fahren Mia und Lassmann zu einer Tankstelle, wo ein Tankwart vermisst wird, der an Diabetes leidet. Er lebt von seiner Frau getrennt und ist sehr cholerisch und gewalttätig. Alex nimmt an einer Führung im Freud-Museum teil und fragt im Anschluss Anna Bernays, die blinde Führerin, welcher Fehler Freud unterlaufen sein könnte. Diese spielt auf Freuds Unterschätzung der Frauen an.

Nach der Tankstelle fahren Mia und Lassmann zum Haus von Melanie Fiedler, der Ex-Frau des Vermissten. Die Haustür ist demoliert, und sie hat sichtbar Angst. Auf die Fragen nach ihrem Ex-Mann antwortet sie einsilbig. Wenig später stellt sich heraus, dass Alex und Niko den toten Fiedler im Container aufgefunden haben, nachdem Alex von einer unbekannten Person den Containerschlüssel erhalten hat. Dann wird klar, dass Fiedler seinen Mörder kannte und Melanie Fiedler bei Grischka eine Therapie macht.

Mia und Lassmann fahren zu Eva nach Hause und wollen sie im Beisein ihres Mannes befragen. Diese versucht erfolgreich, der Situation zu entkommen. Alex spricht mit Melanie während einer Therapiesitzung bei Grischka. Wenig später legt Eva ein Geständnis bei der Polizei ab und behauptet, die Fahrerin in der Entführungsnacht gewesen zu sein. Bei Alex stellen sich langsam wieder die Erinnerungen ein und er zweifelt ihr Geständnis an. Markus Beck holt seine Frau Eva bei der Polizei ab, da ihr Geständnis aufgrund seines Alibis haltlos ist. Wenig später offenbaren sich seine brutale Art ihr gegenüber und seine Eifersucht.

Niko und Alex fahren zur Beratungsstelle und Niko besorgt sich Daten der Klientinnen. Dann sehen sie auf der Video-Aufnahme von Daniela, einer Klimaaktivistin, wie sich Britta der Tankstelle nähert. Alex erinnert sich an eine zurückliegende Anzeige wegen Vergewaltigung, in der Britta den Arzt Dr. Kern angezeigt und den Prozess verloren hat. Bei Kern handelt es sich um den Arzt, der damals Alex an den Augen operiert hat und zu dem er anfänglich noch Kontakt hatte, bis er Zeuge davon wurde, wie Britta Kern angegriffen hat, was jedoch eine Folge des sexuellen Übergriffes seitens Kern gegenüber Britta war. Am Abend dann wird Alex vor seiner Haustür betäubt und entführt. Währenddessen wurde Eva wieder von ihrem Mann verprügelt. Lassmann entdeckt in den Videos, dass Britta die Fahrerin war und Melanie ihren Ex-Mann aus der Tankstelle gelockt hat. Nun haben Melanie und Britta Alex und Markus, Evas Mann, entführt, und sie bringen beide zu einem Hochhausrohbau.

Melanie will sich nicht weiter daran beteiligen und verlässt den Ort auf Drängen von Britta. Wenig später kommt es zu einem Kampf zwischen Markus und Britta, Markus stürzt in die Tiefe, Britta ist schwer verletzt. Mittlerweile sind Niko und Grischka auf dem Weg zu Alex, der sie unbemerkt informieren konnte. Am Ende zeigt sich, dass Britta alles geplant hatte, um die Betreffenden zur Rechenschaft zu ziehen. Alex sollte bei der zweiten Entführung Zeuge von Markus‘ Geständnis sein. Die Tatsache, dass Britta für Markus Tod verantwortlich ist, könnte von Alex bestätigt werden, dieser beschließt aber, zugunsten von Britta zu agieren und nichts „gesehen“ zu haben.

Produktion

Die Dreharbeiten fanden zusammen mit der zwölften Folge Der Tote im Tiergarten von Oktober bis Mitte Dezember 2024 in Wien und Umgebung statt. Der Film wurde von der österreichischen Mona Filmproduktion und der deutschen Tivoli Filmproduktion unter Beteiligung des ORF und der ARD (Degeto Film) produziert und von Fernsehfonds Austria und Filmfonds Wien unterstützt.[3]

Rezeption

Tilmann P. Gangloff vergab auf tittelbach.tv 3,5 von 6 Sternen. Die Folge leide unter ihrer mehrfach mit Nachdruck vorgetragenen Botschaft. Ungleich wirkungsvoller sei der Krimi, wenn Regisseurin Mimi Kezele auf die Kraft der Bilder vertraue. Die Bildgestaltung (Felix von Muralt) sei allerdings sehr sorgfältig und das Finale mit einem Zweikampf am Rande eines gähnenden Abgrunds ziemlich spannend.[4]

Oliver Armknecht bewertete die Folge auf film-rezensionen.de mit vier von zehn Punkten. Das Thema sei wichtig, der Fall originell. Der Film scheitere an Punkten wie Actionszenen, Dialogen und Schauspiel, sodass das Ergebnis trotzdem nicht überzeuge.[5]

Quote

Bei der Erstausstrahlung in Deutschland im Ersten sahen den Film 5,11 Millionen Zuschauer, der Marktanteil lag bei 22,9 Prozent.[6]

Einzelnachweise

  1. Dreharbeiten für zwei neue „Blind ermittelt“-Fälle: Claudia Kottal ermittelt ab sofort mit Philipp Hochmair und Andreas Guenther. Abgerufen am 18. März 2025.
  2. Jochen Müller: Zwei neue „Wien-Krimis“ im Dreh. 24. Oktober 2024, abgerufen am 18. März 2025.
  3. Blind Ermittelt - Freuds Fehler (AT). In: Monafilm. Abgerufen am 18. März 2025.
  4. Tilmann P. Gangloff: Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Geister der Vergangenheit. In: tittelbach.tv. Abgerufen am 26. September 2025.
  5. Oliver Armknecht: Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Geister der Vergangenheit. In: film-rezensionen.de. 16. Oktober 2025, abgerufen am 16. Oktober 2025.
  6. Erneuter Tagessieg für «Der Wien-Krimi». 17. Oktober 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025 (deutsch).