Bierbaum am Kleebühel
| Bierbaum am Kleebühel (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Bierbaum am Kleebigl | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Tulln (TU), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Tulln | |
| Pol. Gemeinde | Königsbrunn am Wagram | |
| Koordinaten | 48° 23′ 26″ N, 15° 56′ 8″ O | |
| Höhe | 183 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 287 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 3,96 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 06244 | |
| Katastralgemeindenummer | 20006 | |
| Ortsansicht mit dem Schneeberg im Hintergrund | ||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Bierbaum am Kleebühel ist ein Ort in der Marktgemeinde Königsbrunn am Wagram im Bezirk Tulln in Niederösterreich. Die Katastralgemeinde, in der er liegt, heißt etwas abweichend in einer älteren Namensform Bierbaum am Kleebigl. Bis Ende 1971 war Bierbaum am Kleebühel eine eigenständige Gemeinde.[1]
Geografie
Das im Tullnerfeld gelegene Zeilendorf befindet sich zwischen dem Wagram und der Donau und wird über die Landesstraße L45 erschlossen. Im Westen fließt der Krampugraben am Ort vorüber. Am 1. April 2020 umfasste die Ortschaft 137 Adressen.[2]
Geschichte
Der Ort wurde 1230 urkundlich genannt. Der Ort zeigt sich entlang der Hauptstraße durch eine geschlossene Verbauung mit Zwerchhöfen, kleine Dreiseithöfen und Gassenfronthäusern. Schweickhardt beschrieb die Bewohner als gut bestiftete Landbauern, die auf ihren Äckern Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Mais und andere Feldfrüchte hervorbrachten; weiters bauten sie viel Safran an sowie etwas Wein. Auch die Viehwirtschaft war in gutem Zustand. Die Fluren wurden jedoch immer wieder von Überschwemmungen heimgesucht, die auch den Ort nicht verschonten.
Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 51 Häusern genannt, das über eine Pfarre und eine Schule verfügte. Die Herrschaft Thürnthal und besorgte die Konskription. Die Landgerichtsbarkeit wurde von der Herrschaft Grafenegg ausgeübt. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Thürnthal, Neuaigen, Wetzdorf, Winklberg und Grafenegg.[3]
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Bierbaum am Kleebühel ein Bäcker, ein Fleischer, ein Gastwirt, zwei Gemischtwarenhändler, ein Sattler, zwei Schmiede, ein Schuster, ein Viehhändler, ein Wagner und ein Landwirt mit Ab-Hof-Verkauf ansässig.[4]
Mit 1. Jänner 1969 wurden im Zuge der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung die ehemals eigenständigen Gemeinden Frauendorf an der Au und Utzenlaa nach Bierbaum am Kleebühel eingemeindet[5], ehe die neu entstandene Gemeinde mit 1. Jänner 1972 dann selbst nach Königsbrunn am Wagram eingemeindet wurde.[1]
Anfang des 21. Jahrhunderts wurde der Ort nach Südosten erweitert.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Katholische Pfarrkirche Bierbaum am Kleebühel hl. Laurentius
- Das Haus Nr. 40 hat eine Biedermeierfassade mit einem Wappen aus 1843.
- Gruftgewölbe im Keller des ehemaligen Schulhauses an der Nordseite der Pfarrkirche mit einer Grabplatte und einem Kruzifix zwischen Putten um das 16./17. Jahrhundert.
Literatur
- Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 81 (Ausgabe 1769; Birnbaum in der Google-Buchsuche).
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 1. Band: Absdorf bis Falkenstein. Mechitaristen, Wien 1833, S. 82 (Birbaum – Internet Archive).
- Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 48, Sektion Stein - Mautern, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 8,8 MB]).
- Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich nördlich der Donau 1990. Bierbaum am Kleebühel, S. 62.
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 329.
Einzelnachweise
- ↑ a b Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 43. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 27. November 2024.
- ↑ Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
- ↑ Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Erster Band: A–L. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 60 (Birbaum in der Google-Buchsuche).
- ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 212
- ↑ Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 23. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 27. November 2024.