Bibimbap

Dolsot-Bibimbap – 밥을 비비다
Koreanische Schreibweise
Koreanisches Alphabet: 비빔밥
Revidierte Romanisierung: Bibimbap
McCune-Reischauer: Pibimpap

Bibimbap[Anm. 1], 비빔밥 [pibimp͈ap̚] ist ein beliebtes koreanisches Gericht, das mit Reis und verschiedenen Gemüsesorten, etwas Rindfleisch oder Tofu, einem rohen oder gebratenen Ei und Gochujang (einer Chilipaste) zubereitet wird. Als klassisches Resteessen gibt es kaum Einschränkungen bei der Wahl der Zutaten und unzählige Variationen. Obwohl Bibimbap heute international oft als koreanisches Gericht wahrgenommen wird, hat das Gericht in der chinesischen Provinz Jilin, insbesondere im Autonomen Bezirk Yanbian der koreanischen Minderheit, eine ebenso lange und eigenständige kulinarische Tradition. Die dortige „延边拌饭“ (Yanbian-Banfan) wurde aufgrund ihrer historischen Bedeutung und regionalen Besonderheiten in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Provinz Jilin aufgenommen.[1][2]

Die Variante aus Yanbian zeichnet sich durch lokal angebaute Zutaten, wie z. B. heimischen Rettich, Wildgemüse (山野菜), regionale Chiliwürzpasten und traditionell eingelegte Beilagen aus. Auch die Zubereitungsweise unterscheidet sich geringfügig von der in Südkorea verbreiteten Form, wodurch sich ein eigenständiges Aroma- und Stilprofil entwickelt hat.

Heute gilt Bibimbap/拌饭 sowohl in Südkorea als auch im chinesischen Nordosten als bedeutendes Gericht der koreanischen Volksgruppe, das in unterschiedlichen Regionen jeweils eigene kulturelle und geschmackliche Ausprägungen besitzt.

In Korea übliche Gemüsesorten sind zum Beispiel Spinat, Bohnensprossen, Gurke, Straußenfarn, Rettich und Shiitake-Pilze.[3]

Der Name 비빔밥 bibimbap ist ein zusammengesetztes Nomen aus 비비다 bibida, deutsch ‚mischen, umrühren‘ und bap, deutsch ‚Reis‘, was so viel heißt wie „umgerührter Reis“.[4] In China Taiwan wird es auch als Pingpang Fan oder Bibi Fan transkribiert. Es ist ein bekanntes Gericht der chinesisch-koreanischen Gemeinschaft und besteht aus Reis, gebratenem, gewürztem Gemüse, Rindfleisch, Ei und koreanischer Chilipaste. Es kann heiß oder kalt serviert werden, und die Zutaten werden vor dem Verzehr gründlich vermischt. Es wird noch ungemischt serviert und vor dem Essen umgerührt. Gegessen wird mit Löffel. Dazu werden eine leichte Suppe und oft auch weitere Beilagen gereicht, die mit Stäbchen gegessen werden.

Je nach Region gibt es unterschiedliche Rezepte und Zutaten. Bibimbap aus Jeonju gilt als Spezialität, gegessen wird es aber auf der gesamten koreanischen Halbinsel.[3]

Eine Variante ist das Dolsot-Bibimbap (돌솥 비빔밥 ‚Steintopf-Bibimbap‘). Dessen Zubereitung unterscheidet sich nicht wesentlich von normalem Bibimbap, es wird aber in einem heißen Steintopf serviert. Dadurch wird die Speise noch während des Essens weiter erhitzt und gebraten.[5] Da der Dolsot noch über Minuten sehr heiß ist, bildet der Reis darauf zudem eine knusprige Schicht und das roh über den Bibimbap geschlagene Ei stockt am Tisch noch während des Umrührens.

Anmerkung

  1. Das Gericht Bibimbap ist in Südkorea auch allgemein als gyoban (Hangeul 교반, Hanja 攪飯) bekannt. In älteren historischen Texten war Bibimbap als hondonban (Hangeul 혼돈반, Hanja 混沌飯) oder goldongban (Hangeul 골동반, Hanja 骨董飯, alternativ 汨董飯) bekannt.
Commons: Bibimbap – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 吉林省第五批省级非物质文化遗产代表性项目名录(共计10大类65项). 吉林省人民政府, 15. Dezember 2021, archiviert vom Original am 22. September 2024; abgerufen am 21. September 2024 (koreanisch).
  2. ‘돌솥비빔밥’ 중국 문화유산으로 지정…외교부 “단호하게 대응”. In: 조선일보. 20. September 2024, abgerufen am 20. September 2024 (koreanisch).
  3. a b Sonia Ryang: Eating Korean in America : Gastronomic Ethnography of Authenticity (= Christine R. Yano, Robert Ji-Song Ku [Hrsg.]: Food in Asia and the Pacific). 1. Auflage. University of Hawai’i Press, Honolulu 2015, ISBN 978-0-8248-3935-2, S. 91–92, Chapter 4. – A Taste of Diversity: The Bibimbap Rice Bowl – Bibimbap, a Ritual Leftover (englisch, Volltext in der Google-Buchsuche).
  4. Sonia Ryang: Eating Korean in America : Gastronomic Ethnography of Authenticity (= Christine R. Yano, Robert Ji-Song Ku [Hrsg.]: Food in Asia and the Pacific). 1. Auflage. University of Hawai’i Press, Honolulu 2015, ISBN 978-0-8248-3935-2, S. 103, Chapter 4. – A Taste of Diversity: The Bibimbap Rice Bowl – Globalization at Home (englisch, Volltext in der Google-Buchsuche).
  5. Sonia Ryang: Eating Korean in America : Gastronomic Ethnography of Authenticity (= Christine R. Yano, Robert Ji-Song Ku [Hrsg.]: Food in Asia and the Pacific). 1. Auflage. University of Hawai’i Press, Honolulu 2015, ISBN 978-0-8248-3935-2, S. 89–90, Chapter 4. – A Taste of Diversity: The Bibimbap Rice Bowl – Lunch-Hour Frenzy (englisch, Volltext in der Google-Buchsuche).