Betty St. Claire
Betty St. Claire (* 1927 in Columbus (Ohio) als Betty Waddell; † 1972) war eine amerikanische Jazzsängerin.
Wirken
St. Claire gab mit 14 Jahren ihr professionelles Debüt im Detroiter Congo Club und wurde als „Entdeckung“ gepriesen. Es folgten Engagements in Theatern und Clubs im Mittleren Westen und Osten der USA. 1949 gehörte sie kurzzeitig zur Dizzy Gillespie Big Band. Dann sang sie bei Erroll Garner und bei Howard McGhee.[1]
Musikalisch gehörte St. Claire damals zu den Sängerinnen an der Spitze: Sie verfügte über ein exzellentes Timing, einen warmen, ausdrucksstarken und einladenden Umgang mit Texten und ein angeborenes musikalisches Talent. Sie sang mit einer attraktiven, rauchigen und sinnlichen Stimme, die stilistisch zwischen Anita O’Day und June Christy positioniert werden kann.[1]
Nach ihrem Umzug nach New York trat St. Claire in den dortigen Nachtclubs auf und veröffentlichte 1955 ihr Debüt auf Schallplatte mit einem Programm aus abwechslungsreichen, anspruchsvollen Standards auf zwei 10-Zoll-Schallplatten. Bei den für Jubilee Records produzierten Alben wurde sie von Phil Sunkel, Billy Byers, Hal McKusick, Jimmy Raney, Barry Galbraith und Addison Farmer begleitet. 1959, beim Sublabel Seeco unter Vertrag, gehörten zu ihrem Quartett neben Stan Free Mundell Lowe, George Duvivier und Ed Shaughnessy.[1]
Trotz vier Langspielplatten unter eigenem Namen hatte sie aber keinen Erfolg. Diese Bilanz der Karriere „einer großartigen, aber in der Jazzgeschichte komplett unter die Räder gekommenen Sängerin“ zog Götz Alsmann, der 2025 ausführlich an sie auf WDR 3 in seinem Geheimen Jazzgarten erinnerte.[2]
Weblinks
- Diskographie
- Bette St. Claire bei AllMusic (englisch)
- Betty St. Claire bei Discogs
Einzelnachweise
- ↑ a b c Jordi Pujol: Betty St. Claire. In: Fresh Sound Records. Abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Götz Alsmann: Bette St. Claire At Basin Street East. In: WDR. 10. Januar 2025, abgerufen am 22. Dezember 2025.