Bettina Kaminski

Bettina Kaminski (* 1966 in Essen) ist eine deutsche Schauspielerin und Regisseurin. Sie ist Mitglied im Bundesverband Schauspiel (BFFS) sowie in der Deutschen Akademie für Fernsehen.[1]

Leben

Kaminski wuchs in Essen auf und studierte zunächst Politikwissenschaften in Frankfurt am Main.[2] Anschließend absolvierte sie von 1987 bis 1990 an der Wiesbadener Schule für Schauspiel eine Schauspielausbildung und spielte an verschiedenen Theatern, unter anderem in Gießen, Bochum und Mannheim.[2] Seit den 1990er Jahren arbeitet sie eng mit dem Freien Schauspiel Ensemble Frankfurt zusammen, das sie heute gemeinsam mit Reinhard Hinzpeter leitet.[2]

Karriere

Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin begann Kaminski 2013 mit der Inszenierung von Theaterstücken, darunter Gift von Lot Vekemans und Ich möchte lieber nicht nach Herman Melvilles Bartleby, der Schreiber. In der Spielzeit 2017/18 führte sie Regie bei der deutschen Erstaufführung von Cyril Gélys Diplomatie.[2]

Theater

Bettina Kaminski wirkte seit Mitte der 2000er Jahre in zahlreichen Produktionen des Freien Schauspiel Ensembles Frankfurt sowie bei Gastspielen im In- und Ausland mit. 2005 spielte sie bei den Ruhrfestspiele Recklinghausen in Die Zeit der Schildkröten und trat im selben Jahr in Wien im Monodram Eine Frau griechischer Herkunft auf. Es folgten 2006 die Rolle der Luka in Nachtasyl am Teatr Juliusza Słowackiego in Krakau sowie 2007 die Titelrolle in Elektra und Sonja in Drei Mal Leben. 2008 stand sie als Marianne in Szenen einer Ehe und als Günderode in Kein Ort. Nirgends auf der Bühne.[3]

2009 übernahm Kaminski die Rolle der Rebekka in Rosmersholm sowie Erika in Fernweh. 2010 spielte sie Johanna in Die heilige Johanna der Schlachthöfe. 2011 folgten Kaspar Häuser Meer (Babs Borstl) und Ich werde sein – Das Drama der Rosa Luxemburg, in dem sie die Titelrolle verkörperte. 2012 war sie als Carol in Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes und als Klytämnestra in Atropa zu sehen. 2013 übernahm sie die Rolle der Dr. Brigitte Manzinger in Das Himbeerreich sowie eine Hauptrolle in Gift von Lot Vekemans. 2014 spielte sie die Frau des Feuerwehrmanns in Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft. 2015 folgten Unschuld von Dea Loher (Ella, Frau Habersatt) sowie Ich möchte lieber nicht nach Herman Melvilles Bartleby. 2016 trat sie als Mephisto in Faust sowie in Das Glück rast hinterher auf. 2017 inszenierte sie Diplomatie von Cyril Gély und spielte im Monodram Ich glaube an einen einzigen Gott. Hass.[3]

2018 bis 2021 verkörperte sie Lina in Sei frei, immer! und von 2019 bis 2021 Elisabeth I. in Maria Stuart. 2020 folgte Rituale nach Cees Nooteboom. Von 2021 bis 2023 spielte sie Dr. Stockmann in Volksfeindin nach Henrik Ibsen. 2022 übernahm Kaminski eine Hauptrolle in Wer hat meinen Vater umgebracht / Das Ende von Eddy nach Édouard Louis. 2023 stand sie als Hamlet in Hamlet von William Shakespeare auf der Bühne. 2024 folgte Das dreißigste Jahr von Ingeborg Bachmann, in dem sie die Doppelrolle ER/SIE übernahm.[1][3]

Film und Fernsehen

Bettina Kaminski spielte 2010 im Fernsehfilm Morgen musst Du sterben die Rolle einer Taxifahrerin (Regie: Niki Stein). 2012 trat sie im Tatort-Fall Im Namen des Vaters als Barkeeperin auf (Regie: Lars Kraume). 2018 war sie in dem Spielfilm Petting statt Pershing als Lehrerin an einer Hauswirtschaftsschule zu sehen (Regie: Michael Fetter Nathansky). 2019 übernahm sie im Fernsehfilm Wir wären andere Menschen die Rolle einer Richterin (Regie: Jan Bonny). 2021 spielte sie im Spielfilm Trübe Wolken die Figur Erika Hauck (Regie: Christian Schäfer). Im selben Jahr trat sie in der Tatort-Episode Der böse König als Greta Mankowicz auf (Regie: Rolf Silber) sowie im Kinofilm Nachtwald als Lehrerin Dr. Waibel (Regie: André Hörmann). 2024 verkörperte sie im Fernsehfilm Chaos und Stille Frau Nowak (Regie: Dietrich Brüggemann). 2025 folgte ein Auftritt in der Tatort-Folge Licht als Evi (Regie: Franziska Buch).[4][3]

Hörspiel- und Synchronisationsarbeiten

Neben ihrer Arbeit für Film und Fernsehen war Bettina Kaminski auch in Synchronisationsprojekten tätig. 2011 wirkte sie im Spielfilm Bernie (Regie: Richard Linklater, Detour Filmproduction, USA) in verschiedenen Sprechrollen mit. 2012 sprach sie in der Anime-Serie Sword Art Online die Figur Yulier in den Episoden 12 und 25 (Originalstimme: Ryouko Shiraishi).[3] 2013 übernahm sie in der italienischen Fernsehproduktion Atelier Fontana – Le sorelle della moda (Regie: Riccardo Milani, Rai – Radiotelevisione Italiana) die Synchronisation der Figur Livia.[3] Laut der ARD-Hörspieldatenbank Wirkte sie von 2002 bis 2004 in Vier Hörspielen des Hessischen Rundfunks als Sprecherin mit.

Filmografie (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. a b Bettina Kaminski Biografie. In: etalenta.eu. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  2. a b c d Freies Schauspiel Ensemble Bettina Kaminski. In: freiesschauspiel.de. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  3. a b c d e f Bettina Kaminski Biografie. In: schauspielvideos.de. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  4. Judith von Sternburg: Frankfurt-Tatort „Licht“ im Ersten – Auch er mag das hier alles irgendwie. In: fr.de. 28. November 2025, abgerufen am 2. Dezember 2025.