Bethany Veney

Bethany Veney (* bei Luray, Virginia) war eine US-amerikanische Autorin und ehemalige Sklavin; ihre Autobiografie Aunt Betty’s Story: The Narrative of Bethany Veney, A Slave Woman (1889) gilt als bedeutender Beitrag zur Überlieferung von Lebensgeschichten aus der Sklaverei.[1] Sie ließ sich nach ihrer Emanzipierung in Neuengland nieder und lebte in Providence (Rhode Island) und Worcester (Massachusetts).[1]

Leben

Veney wurde in der Nähe von Luray im heutigen Page County (Virginia) geboren und wuchs versklavt im Haushalt des Farmers James Fletcher auf.[1] Nach Fletchers Tod kam sie zu Verwandten der Familie, darunter David Kibler, den sie in ihrer Lebensgeschichte als gewalttätig beschreibt.[1] In den späten 1830er-Jahren heiratete sie den versklavten Jerry Fickland; er wurde 1843 verkauft, und das Paar blieb dauerhaft getrennt.[1] Auf Geheiß von Sklavenhändlern wurde sie in Richmond auf den Auktionsblock gebracht, vereitelte den Verkauf jedoch durch Vortäuschung einer Krankheit.[2] Später arbeitete sie für eine Straßenbaukolonne, lernte den freien Schwarzen Frank Veney kennen und bekam mit ihm einen Sohn namens Joe.[1] Am 27. Dezember 1858 kaufte der Unternehmer George J. Adams sie und ihren Sohn; im August 1859 brachte er beide nach Rhode Island, wo sie frei wurden, kurz darauf starb Joe.[1] Veney folgte der Familie Adams nach Worcester und blieb dort, als diese wieder nach Providence zurückkehrte.[1] Sie schloss sich der Park Street Methodist Church an und gehörte 1867 zu den Gründerinnen der African Methodist Episcopal Bethel Church in Worcester.[1] Nach dem Bürgerkrieg holte sie ihre Tochter Charlotte, deren Familie und insgesamt 16 weitere Verwandte in mehreren Reisen aus Virginia nach Neuengland.[1] Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Hope Cemetery in Worcester.[1]

Wirken

Veneys Lebensbericht Aunt Betty’s Story: The Narrative of Bethany Veney, A Slave Woman wurde 1889 bei Geo. H. Ellis veröffentlicht.[3] Eine wissenschaftlich betreute Online-Edition stellt Documenting the American South der University of North Carolina bereit.[4] Zusätzlich liegen digitalisierte Ausgaben vor.[2][5] In Luray (Virginia) erinnert seit 2023 ein interpretiver Erinnerungsort mit Marker und Gedenkgarten an Veneys Leben und Erbe.[6] Zudem besteht dort ein offizieller Historical Marker, welcher die Stationen ihres Lebens zusammenfasst.[7] Am 5. Oktober 2024 wurde in Worcester ein neuer Grabstein für Veney auf dem Hope Cemetery feierlich enthüllt; beteiligt waren Nachkommen, das Worcester Black History Project und Luray Caverns.[8] Im August 2025 stand im Worcester City Council der Vorschlag zur Benennung eines Abschnitts der Winfield Street in Bethany Veney Way auf der Tagesordnung.[9]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k Bethany Veney (ca. 1815–1916). In: Encyclopedia Virginia. 3. Mai 2024, abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b The narrative of Bethany Veney, a slave woman. In: Internet Archive. 30. Januar 1889, abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
  3. The Narrative of Bethany Veney: a Slave Woman (1889). In: American Antiquarian Society, Black Self-Publishing. Abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
  4. The Narrative of Bethany Veney: A Slave Woman (Volltext). In: Documenting the American South (UNC). Abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
  5. The Narrative of Bethany Veney, A Slave Woman. In: New York Public Library Digital Collections. Abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
  6. Bethany Veney Historical Marker. In: Roots Run Deep (Shenandoah Valley Battlefields Foundation). 30. April 2024, abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
  7. Bethany Veney (Historical Marker). In: The Historical Marker Database. 3. November 2024, abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
  8. Veney headstone unveiled in Worcester. In: Page Valley News. 5. Oktober 2024, abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).
  9. Police Audits, City Cleanup, and Honorary Street Naming on Worcester City Council Agenda. In: Worcester County News. 20. August 2025, abgerufen am 22. Oktober 2025 (englisch).