Berthold Stokvis
Berthold Barend Stokvis (* 24. März 1906; † 8. September 1963) war ein niederländischer Psychiater und Spezialist für Psychosomatik und Hypnose.
Biografie
Berthold Barend Stokvis wurde am 24. März 1906 in Amsterdam geboren und starb dort am 8. September 1963. Berthold Barend Stokvis' Vater war Joel Jules Stokvis (geboren am 3. November 1874 in Amsterdam; gestorben am 11. Dezember 1959). Er war Antiquar und der Sohn von Barend Joseph Stokvis und Marianna Dusseldorp. Seine Mutter war Margolia Ettlinger (geboren am 8. September 1870 in Mohilev; gestorben am 4. Februar 1945 in Amsterdam). Die Eltern heirateten am 21. März 1899 in Wiesbaden. Benno Jules Stokvis (geboren am 23. Januar 1901 in Amsterdam; gestorben 1977) war der jüngere Bruder von Berthold Barend Stokvis und ein bekannter und vielseitiger niederländischer Intellektueller, Anwalt und Politiker.[1]
Die Familie Stokvis war keine orthodoxe jüdische Familie. Da die finanzielle Situation des Vaters, Joel Jules Stokvis (des Antiquars), schwierig war, mussten Berthold und sein fünf Jahre jüngerer Bruder Benno Jules ihr Studium durch eigene Arbeit finanzieren. Seine Mutter, Margolia Ettlinger, die in Deutschland aufgewachsen war, spielte eine wichtige Rolle bei der Einführung von Berthold Barend Stokvis in die deutsche Sprache und Kultur.
Stokvis promovierte 1937 an der Universität Leiden in Medizin, wo er danach als Lektor tätig wurde. Er war Leiter der Psychosomatischen Zentrale derselben Universität und gründete die Zeitschrift Acta Psychotherapeutica et Psychosomatica.
Er heiratete nach dem Krieg Jenny S. L. Warnaar, eine Krankenschwester, die ihn während des Krieges vor den Nationalsozialisten versteckt hatte. Das Paar adoptierte ein Mädchen aus Marokko. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er erster Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Amsterdam und Vorsitzender des Verbandes zentraler israelitischer Krankenanstalten in den Niederlanden.[2]
Schwerpunkte
Stokvis widmete sich vorrangig der Psychosomatik sowie der psychotherapeutischen Beeinflussung, vor allem durch den Einsatz von Suggestivverfahren. Gleichzeitig verfügte er über umfassende Kenntnisse in der Psychoanalyse und anderen psychotherapeutischen Ansätzen. Er veröffentlichte umfangreiche Fachliteratur aus diesen Bereichen, sowohl eigenständig als auch in Kooperation mit internationalen Kollegen. Seine Schriften über die Hypnose fanden dabei die weiteste Verbreitung.
Werke
- Stokvis, Berthold: Hypnose in der ärztlichen Praxis. Anleitung für Studierende und Ärzte auf Grund zahlreicher Beispiele. Basel/New York: S. Karger, 1955.
- Stokvis, Berthold & Manfred Pflanz: Suggestion in ihrer relativen zeitbedingten Begrifflichkeit. Medizinisch und sozialpsychologisch betrachtet. Stuttgart: Thieme, 1961.
- Stokvis, Berthold: Kulturpsychologie und Psychohygiene.Basel/New York: S. Karger, 1959.
- Stokvis, Berthold: Psychotherapie für den praktischen Arzt.Stuttgart: Thieme, 1960.
- Stokvis, Berthold: Hypnose, Psyche und Blutdruck. Basel/New York: S. Karger, 1957.
Literatur
- Nachruf von I. A. D. Hohberger
- Berthold Stokvis, M.D., 1906–1963. In: American Journal of Clinical Hypnosis. 6, 1964, S. 286–287, doi:10.1080/00029157.1964.10402361.
- Nachruf von E. A. D. E. Carp.
Weblinks
- Literatur von und über Berthold Stokvis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Literatur von und über Berthold Stokvis im SUDOC-Katalog (Verbund französischer Universitätsbibliotheken)