Bertha Schulze

Bertha Schulze (* 24. November 1889 in Kruglinnen, Kreis Lötzen; † 9. Dezember 1967 in Kiel) war eine deutsche Politikerin (KPD).

Leben

Schulze wurde am 24. November 1889 im Kreis Lötzen in Ostpreußen geboren. Sie war von Beruf Hausfrau. Ihre Wohnung diente nach 1933 als Anlaufstelle für politische Flüchtlinge und Regimegegner.

Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte sich Schulze kommunalpolitisch und gehörte 1946 der Kieler Ratsversammlung an. Im Mai 1946 rückte sie als Nachfolgerin von Agnes Nielsen in den ersten ernannten Landtag Schleswig-Holsteins an und saß dort im Ausschuss für Flüchtlingswesen. Ihre Landtagszugehörigkeit endete im November 1946. Der Landtag war von der britischen Militärregierung eingesetzt worden und unter den 68 Abgeordneten waren nur fünf Frauen.

Am 20. August 1946 hielt Schulze in der Fragestunde den ersten Wortbeitrag einer Frau im Schleswig-Holsteinischen Landtag. Sie adressierte darin u. a. die schlechten Wohnbedingungen der Heimatvertriebenen sowie marode Wohnbaracken in Schönberg (Holstein). Der stellvertretende Ministerpräsident Wilhelm Kuklinski (SPD) versicherte, dem nachgehen zu wollen.

Nach der Neu-Zusammensetzung des Parlaments im Herbst 1946 gehörte Schulze dem Landtag nicht mehr an. Später war sie Vorstandsmitglied des Deutschen Frauenrings in Kiel.

Sie verstarb am 9. Dezember 1967 in Kiel.