Bernhard Schräder

Bernhard Schräder (* 26. September 1900 in Hörstel; † 10. Dezember 1971 in Osnabrück)[1] war ein römisch-katholischer Theologe und Bischof.

Leben

Schräder wurde als viertes Kind eines Bahnhofsvorstehers und seiner Frau in Hörstel (Westfalen) geboren. Während seiner Schulzeit war er Mitglied der katholischen Jugendbewegung Quickborn.[2]

Schräder studierte ab 1919 in Münster Altphilologie und Nationalökonomie, in Hamburg und ab 1920 in Freiburg im Breisgau Nationalökonomie und Theologie. Er promovierte dort am 31. Januar 1924 mit der Arbeit Über die freie Wohlfahrtspflege in Baden zum Doktor der Staatswissenschaften (Dr. rer. pol.). Während seines Studiums trat er 1918 der katholischen Studentenverbindung W.k.St.V Unitas-Winfridia Münster bei[3].

Am 18. Dezember 1926 erhielt Schräder im Dom von Osnabrück die Priesterweihe für das Bistum Osnabrück.

Von 1927 bis 1931 war er Kaplan in Neumünster, wo er den später seliggesprochenen Märtyrerpriester Eduard Müller in dessen Jugend entscheidend förderte, von 1931 bis 1935 in Nordhorn. Am 15. Januar 1936 wurde er durch Bischof Wilhelm Bering als Pfarrer nach Schwerin berufen, das damals zum Bistum Osnabrück gehörte. Unermüdlich kritisierte er die Maßnahmen des NS-Staates. Er setzte sich besonders für seinen Vikar Leopold Wiemker (1909–1976) ein, der wegen seiner Regimekritik ins Gefängnis musste und anschließend in das KZ Dachau kam.

Nachdem die Verbindungen nach Osnabrück durch die Besatzung und Teilung Deutschlands schwierig geworden waren, wurde Schräder am 16. April 1946 zum Bischöflichen Kommissar für Mecklenburg ernannt und leitete den in der SBZ/DDR liegenden Teil der Diözese. Durch Papst Pius XII. wurde Schräder zum Päpstlichen Hausprälaten und zum Päpstlichen Geheimkämmerer ernannt (Monsignore).

Schräder machte sich bei den kommunistischen Machthabern durch öffentliche regimekritische und antikommunistische Äußerungen u. a. gegen die Jugendweihe unbeliebt.

Da sich die Zahl der Katholiken in Mecklenburg durch Flucht und Vertreibung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis auf zeitweilig 15 % erhöhte, wurde Schräder zum 1. Dezember 1958 zum Generalvikar für Mecklenburg ernannt. Am 22. Juni 1959 wurde er zum Weihbischof mit dem Titularsitz Scyrus erhoben und am 8. September 1959 durch den Osnabrücker Bischof Helmut Hermann Wittler geweiht. Mitkonsekratoren waren Bischof Otto Spülbeck von Meißen und Weihbischof Friedrich Maria Rintelen aus Magdeburg.

Schräder erwarb sich erhebliche Verdienste beim Aufbau der Pfarrstellen- und Dekanatsstruktur. Er nahm als Konzilsvater am Zweiten Vatikanischen Konzil teil.

Werke

  • Caritas und freie Wohlfahrtspflege in Baden. Freiburg i. B. 1924, VIII und 144 S.

Literatur

  • Georg M. Diederich, Uta Biskup: „Servus fidelis – getreuer Diener“. Dr. Bernhard Schräder – katholischer Pfarrer, Bischöflicher Kommissar und Weihbischof in Mecklenburg. Eine biographische Skizze. In: Zeitgeschichte regional. 5 (2001), Heft 2, S. 74–87.
  • Renate Krüger: Schräder, Bernhard. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
Commons: Bernhard Schräder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Heinrich-Theissing-Institut Schwerin (letzter Satz), abgerufen am 24. November 2017.
  2. Frank Wilhelm: Ein Priester zwischen NS-Regime und Stasi: Sein mutiger Kampf für Freiheit. In: Nordkurier vom 22. September 2025, S. 21.
  3. Wolfgang Burr (Hrsg.): Unitas-Handbuch. Band 5. Verlag Franz Schmitt, Siegburg 2005, ISBN 3-87710-502-5, S. 266.