Bernhard Raupach
Bernhard Raupach (* 20. April 1682 in Tondern; † 21. Juni 1745 in Hamburg) war ein deutscher lutherischer Geistlicher und Kirchenhistoriker. Er gilt als bedeutendster Historiker des Protestantismus in Österreich.
Leben
Raupach war einer der vier Söhne des Organisten Georg Raupach. Dieser war in Zittau tätig und mit Andreas Hammerschmidt bekannt gewesen.[1] Christoph Raupach, Organist in Stralsund, war sein jüngster Bruder; Gerhard Christoph Raupach (1708–1759) und Hermann Raupach (1728–1778) waren seine Neffen.
Ab 1701 studierte Bernhard Raupach Evangelische Theologie an der Universität Rostock.[2] Danach war er als Hofmeister für adlige Familien tätig und hielt ab 1710 Vorlesungen an der Universität Kiel. Nach einer Reise nach Kopenhagen 1717 wurde er Prediger an St. Thomas im mecklenburgischen Damshagen. Die Universität Tübingen promovierte ihn in Abwesenheit; er machte von seinem Dr.-Titel jedoch keinen Gebrauch. 1724 wurde er Diaconus (2. Pastor) an der Hauptkirche St. Nikolai in Hamburg. Diese Stelle behielt er bis zu seinem Tode bei. Seine nachwirkende Bedeutung liegt in der umfassenden Bearbeitung der evangelischen Kirchengeschichte Österreichs.
Schriften
- Exercitationem Academicam, De Lingvæ Saxoniæ Inferioris Neglectu atq[ue] Contemtu Injusto, Von Unbilliger Verachtung der Plat-Teutschen Sprache. Rostock 1704 (uni-rostock.de [abgerufen am 6. September 2022]).
- Defensio Exercitationis Academicae De Linguae Saxoniae Inferioris Neglectu atque Contemtu Injusto. Stralsund 1704, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10965647-7.
- Erläutertes Evangelisches Oesterreich, Das ist, Fortgesetzte Historische Nachricht von den vornehmsten Schicksalen der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in dem Ertz-Hertzogthum Oesterreich / Gesammlet und in Ordnung gebracht von Bernhard Raupach. 5 Bände. Felginer, Hamburg 1732–1744.
- Presbyterologia Austriaca Oder Historische Nachricht von dem Leben, Schicksalen und Schriften der Evangelisch-Lutherischen Prediger, welche in Oesterreich unter und ob der Enns, von Zeit zu Zeit, bis zu der grosen Reformation A. 1624 und A. 1627 im öffentlichen Lehr-Ammt gestanden ... Felginer, Hamburg 1741 (digitale-sammlungen.de).
Literatur
- George Ehrenfried Paul Raupach: Kurze Historische Nachrichten von dem Leben und den Schriften Heinrich Bernhard Raupach’s. Hamburg 1746 (Digitalisat, Staatsbibliothek zu Berlin).
- Heinrich Döring: Die gelehrten Theologen Deutschlands im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert. Verlag Johann Karl Gottfried Wagner, Neustadt an der Orla 1833, Band 3, S. 470–471 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Franz von Krones: Raupach, Bernhard. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 27, Duncker & Humblot, Leipzig 1888, S. 429 f.
- Arno Herzig: Raupach, Bernhard. In: Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke (Hrsg.): Hamburgische Biografie. Band 1. Christians, Hamburg 2001, ISBN 3-7672-1364-8, S. 245–246.
- Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6, S. 7958.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Johann Mattheson: Grundlage einer Ehrenpforte. Hamburg 1740; Neudruck Berlin 1910, S. 282–290. Sowie: Arthur Reichow: Eine alte Stralsunder Musikerfamilie. In: Unser Pommerland, 19, 1934, S. 233–236. Zitiert nach: Joachim Kremer: Das Kantorat des Ostseeraums im 18. Jahrhundert. Frank & Timme, 2007, S. 147, Anm. 40.
- ↑ Eintrag im Rostocker Matrikelportal