Bernhard I. (Paderborn)
Bernhard I., ein Bernhard von Oesede († 6. Juli 1160), war von 1127 bis 1160 Bischof von Paderborn.
Herkunft und Anfänge
Bernhard war mit den Grafen von Schwalenberg verwandt. Greifbar wird er zunächst als Domherr in Paderborn. Ein Verwandter von ihm, Graf Widukind von Schwalenberg, war seit 1124 Vogt von Paderborn und hat wohl die Wahl von Bernhard zum Bischof begünstigt.[1]
Bischof
Bischof Bernhard I. nahm am Italienzug Lothar III. 1133/1134 teil.[2] In der Auseinandersetzung zwischen König Konrad III. und den sächsischen Fürsten ist er der einzige sächsische Bischof, der 1140 auf den Reichsversammlungen in Worms und Frankfurt am Main erschien. Er gehörte also eindeutig nicht zur gegen den König gerichteten Opposition.[3]
Zusammen mit seinem Onkel Widukind stiftete Bernhard das Benediktinerkloster Marienmünster, was von Kaiser Lothar III. 1136 bestätigt wurde.[4] Unter Bernhard I. wurden weitere Benediktinerklöster gegründet, in Gehrden, Arolsen und Willebadessen. Für die Klostergründung um 1142 in Gehrden stellte der Edelherr Heinrich von Gehrden seinen gesamten Gutsbesitz in Gehrden und im benachbarten Siddessen zur Verfügung, und das Benediktinerinnenkloster St. Maria von der Iburg bei Bad Driburg wurde nach Gehrden verlegt. Die Klostergründung in Willebadessen erfolgte auf Bitte des in der Nähe ansässigen bischöflichen Ministerialen Ludolf von Osdagessen (nachweisbar 1126–1158; heute: Osdagessen zwischen Germete und Wethen). Ludolf sorgte durch die Übertragung von Grundbesitz aus seinem Eigentum für die wirtschaftliche Grundlage der Neugründung, in die seine sechs Töchter als Nonnen eintraten. Bis 1158 schlossen sich weitere Schenkungen durch Ludolf und andere örtliche Ministerialenfamilien an.
Bernhard I. gründete 1140 das Zisterzienserkloster in Hardehausen, in dessen Kirche er beigesetzt wurde.
Literatur
- Hans J. Brandt, Karl Hengst: Die Bischöfe und Erzbischöfe von Paderborn. Paderborn 1984. ISBN 3-87088-381-2, S. 100–105.
- Wolfram Ziegler: König Konrad III. (1138–1152). Hof Urkunden und Politik. Böhlau, Wien u. a. 2008. ISBN 978-3-205-77647-5, S. 229–235.
Weblinks
- Eintrag im Internet-Portal „Westfälische Geschichte“
- Klostergeschichte auf Seite der St. Vitus Gemeinde
Einzelnachweise
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Heinrich II. von Werl | Bischof von Paderborn 1127–1160 | Evergis |