Bernegger (Unternehmen)
| Bernegger | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1947 |
| Sitz | Molln |
| Mitarbeiterzahl | 1000 (2025)[1] |
| Umsatz | 210 Mio. Euro (2024)[1] |
| Branche | Rohstoffindustrie, Bauwirtschaft und Umwelttechnik |
| Website | bernegger.at |
Die Bernegger GmbH ist ein oberösterreichisches Familienunternehmen mit Sitz in Molln. Die Tätigkeitsbereiche erstrecken sich von Rohstoffindustrie über Bauwirtschaft und Umwelttechnik.[2]
Geschichte
1947 erfolgte die Gründung einer Kalkbrennerei in Molln am elterlichen Hof, dem „Aignergut,“ durch Karl Bernegger Senior († 2001).[3] Der im Feldofen mit Holzfeuerung gebrannte Kalk wurde in den Gemeinden Molln und Grünburg verbraucht. 1950 wurde ein Schachtofen mit Ölfeuerung eingerichtet und damit der Brandkalk für den Bezirk Kirchdorf, dem Stahlkonzern VÖEST und die Zuckerfabrik Enns hergestellt. 1955 begann der Schotterabbau und der Tätigkeiten im Erdbau und 1965 gingen die Kieswerke Klaus und Ternberg in Betrieb, gefolgt 1969 durch die erste Transportbetonanlage. Im Steinbruch Schützenstein in Spital am Pyhrn beginnt 1979 der Abbau für die Bosrucktunnel-Baustelle und 1989 der Bau der Kalkmahlanlage in Molln. In den 1990er-Jahren übernahmen die Brüder Karl und Kurt Bernegger das Unternehmen.
1996 wird Linz Teil des Standortnetzwerks von Bernegger. Der Dolomittagebau startet 1998 am Huber-Kienberg in Micheldorf. 2002 übernimmt Bernegger die Kies- und Transportbetonwerk GmbH, vormals Steyrer Kies, in Dietach.
2004 fällt der Startschuss für den Trichterabbau auf dem Pfaffenboden bei Molln; Bernegger Trichterabbau Pfaffenboden ermöglicht den Abbau von oben nach unten hinter Sichtkulissen. Der am Gaisberg abgebaute Kalkstein wird durch den 3,5 km langen „Elfi-Tunnel“ auf einem 3,8 km langen Förderband talwärts transportiert und erzeugt dabei mit seiner Schwerkraft elektrischen Strom. Im gleichen Jahr gründet Bernegger die TBS in Enns. Bernegger betreibt ab 2006 am Standort Enns, eine mechanische Sortieranlage zur Trennung von komplexen Abfallgemischen aus Kunststoffen, Leichtstoffen und Metallen. Diese SRA-Anlage ist für die Behandlung gefährlicher und nicht gefährlicher Abfälle genehmigt. Das in der Anlage zur Anwendung kommende Verfahren ist eine ausschließlich mechanische Behandlung mit dem Ziel der möglichst umfassenden Rückgewinnung von Metallen und organischen Stoffen. Die Abfälle werden dazu zerkleinert und mittels unterschiedlicher Trennverfahren in 21 Outputstoffe sortiert.
2011 entsteht in Molln ein neues Werkstätten- und Logistikzentrum. Ab 2012 beteiligt Bernegger sich am Hartsteinwerk Loja.
2014 wird Bachner Brunnen- und Spezialtiefbau in Kematen an der Ybbs Teil der Bernegger Gruppe. Weiters wurde eine Granulat- und Feinsandaufbereitungsanlage am Standort Molln erbaut.[4] Die Granulieranlage macht individuelle Mischungen möglich und ein Bahnanschluss in Spital am Pyhrn schafft neue Optionen für die Logistik. 2017 wird der 20. Standort wird gegründet und der Spezialtiefbau von Hinteregger schließt sich Bernegger an.
2020 wird in Molln das neue zentrale Verwaltungsgebäude von Bernegger bezugsfertig. Der Standort in Dietach bei Steyr wird 2022 durch ein Betonfertigteilwerk erweitert. Firma Ratzinger wird zu Bernegger Betonfertigteile.
2023 erfolgte die Errichtung und Inbetriebnahme einer neuen Nasstrennanlage (NTA) im Hartsteinwerk Loja. Ein neuer Standort in Leobendorf bei Wien wird eröffnet inkl. eigenem Bahnanschluss. Zwei neue Recyclinganlagen entstehen im Rohstoffpark Enns: TMG (Thermische Metallgewinnung) und Europas modernste Kunststoffsortieranlage (TriPlast GmbH).
2024 erfolgte die Übernahme der Transporte Mayer GmbH mit Verschmelzung mit der Bernegger GmbH. Weiters wird der Photovoltaikausbau an sämtlichen Standorten sowie der Bau von zwei Freilufthallen in Molln zur Einsparung wertvoller Energie vorangetrieben. Am Standort Enns geht die TMG Thermische Metallgewinnung in den Probebetrieb. Zusätzlich wurde auch am Standort Enns Europas modernste Kunststoffsortieranlage (Triplast GmbH) in Kooperation mit ARA und der Grüne Punkt eröffnet.[5]
Literatur
- Willibald Girkinger, Marktgemeinde Molln: Molln. Nationalparkgemeinde im Steyrtal. Freya Verlag, Linz 2014, ISBN 978-3-99025-114-0. Darin:
- Florian Reithofer: Bernegger GmbH. Von Rohstoffen, Innovationen und Generationen. S. 224–229.
- Barbara Bernegger: Barbara Bernegger. Mein Lebensweg. S. 294–295.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Unternehmensprofil. In: Bernegger GmbH. Abgerufen am 8. Juli 2025.
- ↑ Bernegger stockte um 100 Leute auf. In: nachrichten.at. 27. Dezember 2018, abgerufen am 8. September 2021.
- ↑ Angela Mohr: Althäuser in der Gemeinde Molln. Eigenverlag der Gemeinde Molln, 1991, S. 219 (Kapitel „Aignergut“, früher Breitenau Nr. 127).
- ↑ Bernegger investiert in Molln 10 Millionen. In: meinbezirk.at. 11. November 2014, abgerufen am 8. September 2021.
- ↑ Geschichte Bernegger. Abgerufen am 2. Juli 2025.