Bernd Isele

Bernd Isele (* 1976 in Donaueschingen) ist ein deutscher Dramaturg und Buchautor.

Leben

Bernd Isele studiert Deutsche Literatur, Philosophie, Kunst- und Medienwissenschaften an der Universität Konstanz und Alte Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Münster. Von 2002 bis 2006 arbeitet er - gemeinsam mit den beiden Althistorikern Johannes Hahn und Ulrich Gotter sowie dem Koptologen Stephen Emmel - im "Centrum für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraums (GKM)" an einem Forschungsprojekt zum Thema "Sakraler Ort und religiöser Konflikt in der Spätantike".[1] Im Jahr 2006 promoviert er über religiös motivierte Gewalt in den beiden Metropolen Konstantinopel und Alexandria. Die Dissertation erscheint 2010 im Aschendorff Verlag.[2]

In der Spielzeit 2004/2005 arbeitet Bernd Isele als Dramaturgieassistent am Schauspielhaus Zürich. Von 2006 bis 2012 ist er Dramaturg am Luzerner Theater, wo er neben Schauspiel- und einzelnen Musiktheaterproduktionen auch die Experimentierbühne UG betreut. 2016 veröffentlicht Bernd Isele einen Sammelband zur Theatergeschichte der Zentralschweiz.[3]

Zwischen 2013 und 2018 ist Bernd Isele Dramaturg am Staatstheater Stuttgart, wo er in der Oper mit Calixto Bieito und im Schauspiel regelmäßig mit den Regisseuren Armin Petras, Christopher Rüping, Stephan Kimmig, Christiane Pohle oder Schorsch Kamerun zusammenarbeitet. Von 2014 bis 2017 ist Bernd Isele Dozent für Dramaturgie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg.

Seit 2018 ist Bernd Isele am Deutschen Theater Berlin tätig, zunächst unter der Intendanz von Ulrich Khuon, seit 2023 im Leitungsteam von Iris Laufenberg. Von 2018 bis 2025 leitet er am Deutschen Theater das Festival Autorentheatertage. Seit 2023 koordiniert er das Programm für inklusive Kunstpraxis und die Kooperation mit dem inklusiven RambaZamba Theater Berlin.[4] Als Dramaturg betreut er Uraufführungen von René Pollesch, Elfriede Jelinek, Peter Handke, Nino Haratischwili, Moritz Rinke, Rosa von Praunheim, Ingrid Lausund, Ferdinand Schmalz, Nele Stuhler und vielen jüngeren Autoren. Seit Sommer 2025 ist Bernd Isele Chefdramaturg am Deutschen Theater Berlin.[5]

Publikationen

Monografien und Sammelbände

  • Kampf um Kirchen, Religiöse Gewalt, heiliger Raum und christliche Topographie in Alexandria und Konstantinopel (Jahrbuch für Antike und Christentum - Ergänzungsbände, Kleine Reihe 4), Münster: Aschendorff Verlag 2010.[6]
  • Bühnenlandschaften. Theater in der Zentralschweiz, Luzern: Weber Verlag AG - Verlag Pro Libro 2016 (Herausgeber).[7]
  • Das Glück, zu sprechen, ohne zu wissen, mit wem: Autor:innenTheaterTexte, Berlin: Alexander Verlag 2022 (Herausgeber).[8]

Aufsätze

  • Moses oder Pharao? Die ersten christlichen Kaiser und das Argument der Bibel, in: Andreas Pecar, Kai Trampedach (Hgg.), Die Bibel als politisches Argument. Voraussetzungen und Folgen biblizistischer Herrschaftslegitimation in der Vormoderne. Oldenburg: De Gruyter 2007.[9]
  • Die Zentnerlast der Heimat. Junge Dramatik rund um den Vierwaldstättersee, in: Ders. (Hg.), Bühnenlandschaften. Theater in der Zentralschweiz, Luzern: Pro Libro 2016.[10]
  • „Sein Leiden sucht einen Sinn“ – Jossi Wieler erzählt mit Peter Handkes Zdeněk Adamec vom Rätsel Mensch, in: Paola Gilardi, Anne Fournier, Andreas Klaeui, Yvonne Schmidt (Hgg.), Schweizer Theater-Jahrbuch 82, Bern u. a.: Peter Lang 2020.[11]
  • Schallwellenauffangsegel. Der Autor Fritz Kater, in: Hans-Dieter Schütt, Backstage: Petras, Berlin: Verlag Theater der Zeit, 2021.[12]
  • „Es soll nichts bleiben, was auf uns weist“. An- und Abwesenheiten des Ichs in der Neuen Dramatik und in Elfriede Jelineks Angabe der Person, in: Raffael Hiden, Translationen: Sozioautobiographie und szenische Künste. Performative Suchbewegungen in einer offenen Gattung (Abhandlungen zur Literaturwissenschaft), Heidelberg: Metzler Verlag 2024.[13]

Einzelnachweise

  1. Universität Münster: Kampf um Kultstätten. Sakraler Ort und religiöser Konflikt in der Spätantike. Abgerufen am 13. November 2025.
  2. Kampf um Kirchen | Religiöse Gewalt, heiliger Raum und christliche Topographie in Alexandria und Konstantinopel (4. Jh.) | Isele, Bernd; Isele, Bernd | Aschendorff Verlag Online-Shop - Bücher & Fachzeitschriften. Abgerufen am 13. November 2025.
  3. Bernd Isele | Bühnenlandschaften. 26. Januar 2016, abgerufen am 27. November 2025.
  4. RambaZamba Theater und Deutsches Theater. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (deutsch).
  5. Deutsches Theater. Abgerufen am 14. November 2025 (deutsch).
  6. Kampf um Kirchen | Religiöse Gewalt, heiliger Raum und christliche Topographie in Alexandria und Konstantinopel (4. Jh.) | Isele, Bernd; Isele, Bernd | Aschendorff Verlag Online-Shop - Bücher & Fachzeitschriften. Abgerufen am 14. November 2025.
  7. Bernd Isele | Bühnenlandschaften. 26. Januar 2016, abgerufen am 14. November 2025.
  8. Das Glück, zu sprechen, ohne zu wissen, mit wem - Alexander Verlag. Abgerufen am 14. November 2025.
  9. Die Bibel als politisches Argument: Voraussetzungen und Folgen biblizistischer Herrschaftslegitimation in der Vormoderne. De Gruyter Oldenbourg, 2019, ISBN 978-3-11-065085-3, doi:10.1515/9783110650853/html (degruyterbrill.com [abgerufen am 14. November 2025]).
  10. Bernd Isele. Abgerufen am 14. November 2025.
  11. Terminal8 GmbH, Bern www.terminal8.ch: MIMOS 2020. 23. August 2021, abgerufen am 14. November 2025.
  12. backstage PETRAS (EPUB). Abgerufen am 14. November 2025.
  13. Sozioautobiographie und szenische Künste. In: Abhandlungen zur Literaturwissenschaft. 2024, ISSN 2520-8381, doi:10.1007/978-3-662-69559-3 (springer.com [abgerufen am 14. November 2025]).