Bernarda Brunović
Bernarda Brunović (* 11. April 1993 in Zagreb) ist eine schweizerisch-kroatische Sängerin und Komponistin.
Karriere
Frühe Jahre und Ausbildung
Brunović wurde in Zagreb in eine katholische Familie geboren[1] und lebt seit ihrer Kindheit in der Schweiz.[2] Mit fünf Jahren begann sie, erste Songs auf Englisch zu schreiben, wobei sie in Schule und Kirche erste Auftritte hatte.[3] Nachdem Brunović in Zürich und in Urdorf die Schule besuchte, studierte sie ab 2014 Theologie an der Universität Luzern und beendete ihr Studium.[1][3] Brunović ist durch Grünen Star von Geburt an blind.[3] Sie lebt in Dietikon.[4]
Karriere
Ende 2010 wurde Brunović vom Schweizer Fernsehen (SF) als Kandidatin für Die grosse Entscheidungsshow, dem Schweizer Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2011, bekanntgegeben. Mit ihrem Song Confidence hatte sie es zuvor unter die ersten Sieben des internen Online-Votings geschafft.[5] Am 11. Dezember 2010 trat sie im Finale auf, wo sie mit 13,36 % aller Zuschauerstimmen den zweiten Platz hinter Anna Rossinelli erreichte.[6]
Zwischen 2014 und 2017 hat Brunović drei Singles für den kroatischen Musikmarkt veröffentlicht.[7] In diesem Zeitraum nahm sie an den Abenden der dalmatinischen Chansons in Šibenik («Večeri dalmatinske šansone»), einem Musikfestival, teil. 2014 gewann sie bei diesem den Jurypreis und den zweiten Preis der Zuschauer für das Lied Olujna noć.[8]
Im Jahr 2018 nahm sie an der achten Staffel von The Voice of Germany[9] teil, wo sie es bis ins Halbfinale schaffte.[10]
Am 17. Januar 2019 wurde Brunović als Teilnehmerin für die Dora 2019, dem kroatischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2019, mit dem Titel I Believe in True Love bekanntgegeben.[11] Dort belegte sie den sechsten Platz.[12]
2020 war sie als Autorin für den maltesischen Eurovisions-Beitrag All of My Love beteiligt. Brunović wollte mit dem Titel selbst an der Dora 2020 teilnehmen, wo dieser jedoch abgelehnt wurde. Der schliesslich durch Destiny Chukunyere interpretierte Titel schaffte seinen Weg nicht auf die Eurovisions-Bühne, da der Eurovision Song Contest 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt wurde.[13]
Anschliessend nahm Brunović an der Dora 2021 mit dem von ihr und Borislaw Milanow geschriebenen Titel Colors teil, wo sie den siebten Platz belegte.[14] 2022 kehrte sie zum Festival zurück und erreichte mit Here For Love den vierten Platz.[15]
Im März 2025 wurde Brunović als Act für das m4music-Festival von Migros ausgewählt, wobei es zu Drohungen gegen den Festivalveranstalter gekommen sein soll. Hintergrund war eine Teilnahme Brunovićs am Marsch fürs Läbe in Zürich. Daraufhin sagte der Veranstalter aufgrund befürchteter «Störaktionen» den Auftritt der Sängerin ab, was besonders in konservativen Kreisen auf Kritik stiess.[16] Brunović äusserte sich später, dass sie alle Menschen «unabhängig ihres Glaubens, ihrer Nationalität oder Herkunft, Sexualität oder politischen Einstellung» respektiere.[17]
2025 kehrte Brunović als «All Star» zur 15. Staffel von The Voice of Germany zurück. Alle Juroren (Rea Garvey, Michi und Smudo, Shirin David, sowie Nico Santos) drehten sich in der Blind Audition für sie um. Im Team Michi und Smudo erreichte sie das Finale,[18] wo sie ihre neue Single The Rain vortrug und den vierten Platz erreichte.[19]
Diskographie
Singles
- 2011: Confidence
- 2014: Olujna noć
- 2016: Gdje da nađem mir
- 2017: Ti i ja
- 2019: I Believe in True Love
- 2020: Nebo
- 2021: Colors
- 2022: Here for Love
- 2025: The Rain
Literatur
- José Gracia: Bernarda Brunović. Blind ins Finale: Pro-Life Soul-Queen. In: Die Tagespost. 11. Dezember 2025, S. 27.
Weblinks
- Bernarda Brunović bei Discogs
- Bernarda Brunović bei AllMusic (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b Bernardina druga Dora. Abgerufen am 16. Dezember 2025 (kroatisch).
- ↑ Bernarda. Abgerufen am 13. Dezember 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
- ↑ a b c Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken: Interview Bernarda Brunovic. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
- ↑ Sängerin Bernarda zu Auftritt am Marsch fürs Läbe – Ich wollte eine Stimme sein für die Wehrlosen, die Ungeborenen – kath.ch. Archiviert vom am 17. April 2025; abgerufen am 16. Dezember 2025 (deutsch).
- ↑ Tko je Hrvatica koju zovu hrvatskom Adele? Bernarda niže uspjeh za uspjehom i ostvarila je sve svoje snove. In: Dnevnik. 29. Januar 2019, abgerufen am 4. Februar 2021 (kroatisch).
- ↑ Pjevačica Bernarda Bruno: Pjesmom i molitvom pobjeđujem sljepoću. In: Slobodna Dalmacija. 24. August 2014, abgerufen am 4. Februar 2021 (kroatisch).
- ↑ Tko je Hrvatica koju zovu hrvatskom Adele? Bernarda niže uspjeh za uspjehom i ostvarila je sve svoje snove. In: Dnevnik. 29. Januar 2019, abgerufen am 4. Februar 2021 (kroatisch).
- ↑ Bernarda Bruno pobjednica 17. Večeri dalmatinske šansone. Abgerufen am 16. Dezember 2025 (kroatisch).
- ↑ Pjevačica Bernarda Bruno: Pjesmom i molitvom pobjeđujem sljepoću. In: Slobodna Dalmacija. 24. August 2014, abgerufen am 4. Februar 2021 (kroatisch).
- ↑ The Voice: Ganz Deutschland zog den Hut vor der blinden Kroatin. In: Kosmo. 21. November 2018, abgerufen am 4. Februar 2021.
- ↑ Farren, Neil: Croatia: Dora 2019 Participants Revealed. eurovoix, 17. Januar 2019, abgerufen am 4. Februar 2021 (englisch).
- ↑ Herbert, Emily: Croatia: Full Dora 2019 Televoting Results Revealed ( des vom 6. Januar 2009 im Internet Archive) In: eurovoix, 20. Februar 2019. Abgerufen am 4. Februar 2021 (englisch).
- ↑ Hrvatskoj nije bila dovoljno dobra, a Malta s njenom pjesmom ide na Euroviziju - Gloria. In: Gloria.hr. 14. März 2020, abgerufen am 20. August 2020 (kroatisch).
- ↑ Meg Davies: 🇭🇷 Croatia: Albina To Eurovision 2021. In: Eurovoix. 13. Februar 2021, abgerufen am 16. Dezember 2025 (britisches Englisch).
- ↑ Full Dora 2022 voting results published. In: ESCXTRA.com. Abgerufen am 16. Dezember 2025 (britisches Englisch).
- ↑ M4Music: Warum wurde Bernarda Brunovic ausgeladen? Abgerufen am 16. Dezember 2025.
- ↑ S. W. I. swissinfo.ch: Zürcherin Bernarda Brunovic verpasst Frist für ESC 2026. In: SWI swissinfo.ch. 16. Dezember 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
- ↑ Schweizer Sieg verpasst | Blinde Zürcherin wird Vierte im Finale von «The Voice of Germany»}, auf srf.ch
- ↑ TV-Show | Christin wird Vierte bei „The Voice“, auf pro-medienmagazin.de