Bergschänke (Straßberg)
Die Bergschänke ist eine traditionsreiches Gast- und Vereinshaus im Harzgeröder Ortsteil Straßberg im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt. Die Anfänge gilt der zentralen gastronomischen Einrichtung des Ortes lassen sich bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen.
Lage
Die Bergschänke befindet sich in zentraler Lage von Straßberg, einem Ort im östlichen Unterharz. Sie liegt nahe der Selketalbahn, mehrerer Wanderwege (wie z. B. dem Selketalstieg), historischer Teichanlagen und bergbaulicher Sehenswürdigkeiten wie der Grube Glasebach.
Geschichte
Die Bergschänke befand sich im Eigentum der Grafen zu Stolberg und diente in erster Linie der gastronomischen Versorgung der zahlreichen Bergleute als Bergmannsschänke. Der Bergbau hatte zu Beginn zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Straßberg seine Blütezeit, denn 1710 verliehen die Grafen zu Stolberg dem gesamten Bergwerk in Straßberg mehrere Sonderrechte, die sogenannte Bergfreiheit.
1721 pachtete der Bergdirektor Christian Zacharias Koch die Bergschänke für die von ihm gegründete Berggewerkschaft. 1863 vernichtete ein Großbrand auf der Freiheit in Straßberg zahlreiche Gebäude, darunter auch die Bergschänke, die danach an gleicher Stelle als Eckhaus mit angebautem Backhaus wiedererrichtet wurde, nachdem der Graf zu Stolberg-Stolberg die Brandstätte im Jahre 1869 an den vorherigen Pächter verkauft hatte. Bis 1871 besaß die Bergschänke (Nr. 139) noch einen Sonderstatus; erst in jenem Jahr wurde sie gemeinsam mit der Hausstelle 140 in dem Gemeindeverband von Straßberg aufgenommen.[1]
Nach kurzer Zeit unter dem Namen Örtel Vater[2] erhielt die Bergschänke 1888 den neuen Namen „Zur goldenen Sonne“ und wurde als Gast- und Logierhaus unter wechselnden Privatbesitzern und in der DDR-Zeit auch als Konsum-Gaststätte genutzt. Erst 1964 wurde wieder der alte Name übernommen. Überregionale Bekanntheit erlangte die Bergschänke durch einen Beitrag in der MDR-Fernsehsendung „Unser Dorf hat Wochenende“ aus dem Jahr 2024, in dem sie als „einzige Dorfkneipe weit und breit“ bezeichnet wurde.[3]
Literatur
- Christian Zacharias Koch, Johann Gottfried Keßler: Vom Bergwerks-Haushalt zu Straßberg mit einer Revierkarte. 1810, S. 107.
- Dennert-Tanne am Gebäude
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Merseburg vom 18. März 1871.
- ↑ Meyers Reisebücher. Band 1. Der Harz, 1888, S. 198.
- ↑ Unser Dorf hat Wochenende – Straßberg im Harz. MDR, abgerufen am 18. Oktober 2025.
Koordinaten: 51° 37′ 4″ N, 11° 2′ 49,3″ O