Benno Wintersteller
Benno Wintersteller OSB (* 17. November 1940 in Strobl als Johann Wintersteller; † 8. Oktober 2018 in Wels) war ein österreichischer Benediktiner des Stiftes Kremsmünster sowie Literaturwissenschaftler.
Leben und Wirken
Johann Wintersteller absolvierte das Stiftsgymnasium Kremsmünster und studierte anschließend Theologie am Päpstlichen Athenaeum Sant’Anselmo in Rom sowie Anglistik und Germanistik an der Universität Salzburg. Die Studien schloss er mit dem Magister der Theologie und dem Doktor der Philosophie ab.
1960 trat er ins Benediktinerkloster Kremsmünster ein und 1965 wurde er zum Priester geweiht.
Von 1972 bis 2005 war er Lehrer für Deutsch und Englisch am Stiftsgymnasium Kremsmünster. Er war dort auch Präfekt im Internat. Zusätzlich wirkte er ab 2007 als Kaplan in der benachbarten Kaplaneikirche Kirchberg.
In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Germanistik der Universität Wien und dem Literaturwissenschaftler Herbert Zeman entstanden Winterstellers Editionen des Gesamtwerks von Simon Rettenpacher.
Wintersteller war von 1996 bis 2007 Prior der Klostergemeinschaft von Kremsmünster. Er soll auch Beichtvater und enger Vertrauter des ehemaligen Konviktsdirektors Alfons Mandorfer gewesen sein, wodurch er Mitwisser der Missbrauchsfälle im Stift Kremsmünster gewesen wäre. Sein Grab befindet sich am Klosterfriedhof in Kremsmünster.[1]
Wintersteller war seit 1986 Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung AV Austria Innsbruck im ÖCV.[2]
Schriften (Auswahl)
Als Autor:
- Simon Rettenpacher „Teutsche Reim-Gedichte“. 2 Bde., phil. Diss., Universität Salzburg 1973.
- Lateinisch-deutsche Zweisprachigkeit im katholischen Kulturraum. Dargestellt am Beispiel Simon Rettenpachers. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, 1984-01, Bd. 47, S. 241–253.
- Zusammen mit Elfriede Mejchar: Stift Kremsmünster. Galerieführer. OÖ. Landesverlag, Linz 1985/90.
- Das Stift Kremsmünster und seine Sammlungen. In: Österreichs Museen stellen sich vor Bd. 23 (1986), S. 9–15, Download als PDF auf zobodat.at.
- Simon Rettenpachers Rom-Aufenthalt im Jahre 1658/59. Eine bildungs- und bewusstseinsgeschichtliche Skizze. In: Christoph Fackelmann (Hrsg.): Literatur – Geschichte – Österreich. Lit-Verlag, Wien u. a. 2011 , S. 475 ff.
Als Herausgeber:
- Simon Rettenpacher: Dramen (lateinisch/deutsch). Übersetzt von Alfons Isnenghi und Walter Zrenner. 3 Bände, Wiener Neudrucke Bde. 18–20, Lit-Verlag, Wien / Berlin / Münster 2007/09, ISBN 978-3-8258-7626-5, ISBN 978-3-8258-7627-2, ISBN 978-3-8258-7628-9.
- Simon Rettenpacher: Oden und Epoden (lateinisch/deutsch). Übersetzt von Walter Zrenner. Wiener Neudrucke Bd. 11, Lit-Verlag, Wien u. a. 2006, ISBN 3-8258-7629-2.
Als Mitwirkender:
- Ambros Ebhart (Hrsg.): Stift Kremsmünster – Klösterliches Leben seit 777. Brandstätter Verlag, Wien 2017, ISBN 978-3-7106-0021-0.[3]
- Altman Pötsch: Stifter und Stiftung. Die Gründung des Klosters Kremsmünster im Herbst 777. Benediktinerstift Kremsmünster 2018, ISBN 978-3-90275401-1.
Weblinks
- Literatur von und über Benno Wintersteller im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Benno Wintersteller. In: Österreichische Nationalbibliothek – Katalog.
- P. Benno Wintersteller OSB. OSB dot ORG, Rom, 29. Oktober 2018 (englisch, Website der Benediktiner).
- Benno Wintersteller: 500 Jahre Kirchberger Glocken auf der Gemeinde-Website Kremsmünster.
- 500 Jahre Kirchberger Glocken in den Gemeindenachrichten Kremsmünster.
- Simon Rettenpacher-Gesamtausgabe – OÖ-Magazin (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2025. Suche in Webarchiven)
Einzelnachweise
- ↑ Parte Pater Benno Wintersteller. In: dioezese-linz.at. Abgerufen am 20. September 2020.
- ↑ Gesamtverzeichnis des Österreichischen Cartellverbandes 2014, IV. Teil, S. 667.
- ↑ Leben aus der Tradition seit 777. In: MeinBezirk.at Kirchberg. BezirksRundschau Oberösterreich, 17. August 2017, abgerufen am 13. September 2025.