Benita Valente

Benita Valente (* 19. Oktober 1934 in Delano, Kalifornien; † 24. Oktober 2025[1][2] in Philadelphia, Pennsylvania) war eine US-amerikanische Opern- und Liedsängerin (Sopran).

Leben

Benita Valente wurde als Tochter von Einwanderern, die aus der Schweiz und Italien stammten, in Kalifornien geboren. Ihre Stimme wurde von einem ihrer Lehrer an der High School entdeckt, der sie ermutigte, Gesangsunterricht zu nehmen.[1] Sie nahm Privatstunden bei Chester Hayden sowie bei Lotte Lehmann in Santa Barbara, Kalifornien. Von 1955 bis 1960 studierte sie am Curtis Institute of Music in Philadelphia bei Martial Singher und später bei der US-amerikanischen Sopranistin Margaret Harshaw (1909–1997).[1] Noch während ihres Studiums debütierte sie 1958 als Konzertsängerin mit dem Philadelphia Orchestra, mit dem sie im Laufe ihrer Karriere in über 60 Konzerten gemeinsam zu hören war.[1][2] 1960 gewann sie den Gesangswettbewerb der Metropolitan Opera in New York City.

Ihr offizielles Debüt hatte sie 1960 beim Marlboro Music Festival in einem Liederabend mit Rudolf Serkin.[2] Ihr Bühnendebüt gab sie 1962 als Pamina in Die Zauberflöte am Theater Freiburg, wo sie in der Spielzeit 1962/63 engagiert war.[1][3] In der Spielzeit 1966/67 war sie am Opernhaus Nürnberg verpflichtet.[1][4] Sie gastierte in Europa u. a. am Opernhaus Dortmund, am Opernhaus Zürich, an der Opéra national du Rhin in Straßburg, bei der Niederländischen Oper in Amsterdam und beim Festival dei Due Mondi in Spoleto.[1]

Nach ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten trat Valente an der Boston Opera, am Opernhaus von Baltimore und seit 1968 an der Santa Fe Opera auf. Im September 1973 debütierte sie als Pamina in Die Zauberflöte, die als ihre besondere Glanzrolle galt, an der Metropolitan Opera.[5] Sie trat dort bis 1992 in über 70 Vorstellungen auf, u. a. als Susanna und Gräfin Almaviva in Le nozze di Figaro, als Ilia in Idomeneo, als Gilda in Rigoletto und als Nanetta in Falstaff.[1][6] Großen Erfolg hatte sie in der Saison 1983/84 als Almirena in Rinaldo an der Seite von Marilyn Horne in der Titelpartie.[7][8] Ihren letzten Auftritt an der MET hatte sie im April 1992 als Gräfin Almaviva in Le nozze di Figaro.[9]

1979 trat sie in der ersten Opernproduktion der Long Beach Opera als Violetta in La Traviata an der Seite von Louis Quilico auf.[10] In den USA gastierte sie auch an der Michigan Opera (1989, als Gräfin Almaviva), an der Los Angeles Opera[11] (1990, als Euridice in Orfeo ed Euridice) und an der Philadelphia Opera (1990, als Ginevra in Ariodante). 1990 trat sie an der Vancouver Opera in der Titelrolle der Oper Alcina auf. 1999 sang sie an der Columbus Opera in der Uraufführung der Oper Vanqui von Leslie Savoy Burrs (* 1952).

Im Jahr 2000 gab Valente ihre Bühnenkarriere auf und betätigte sich als „einflussreiche“ Gesangslehrerin.[1] Sie gab Meisterklassen an der Marlboro Music School, in Lucca, an der Europäischen Mozart-Akademie in Warschau, am Stearns Institute for Young Artists in Ravinia, am National Arts Centre’s Summer Music Institute in Ottawa und an der Temple University.[1][2]

Benita Valentes Stimme ist auf zahlreichen Schallplatten dokumentiert. Sie nahm u. a. Lieder von Mozart, Schubert, Schumann, Brahms, Richard Strauss und Hugo Wolf sowie die Nelson-Messe von Joseph Haydn und das Sopran-Solo in der 2. Sinfonie von Gustav Mahler auf.[1][2]

Benita Valente war ab 1959 mit dem US-amerikanischen Fagottisten und Kammermusiker Anthony Checchia (1930–2024) verheiratet und war Mutter eines Sohnes.[2] Sie starb im Oktober 2025 im Alter von 91 Jahren in ihrem Heim in Philadelphia, Pennsylvania.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k Francisco Salazar: Obituary: American Soprano Benita Valente Dies at 91. Nachruf bei OperaWire.com vom 28. Oktober 2025. Abgerufen am 31. Oktober 2025.
  2. a b c d e f g Mourning the Loss of Acclaimed Soprano Benita Valente. Nachruf. Offizielle Internetpräsenz des Curtis Institute of Music vom 27. Oktober 2025. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  3. Benita Valente. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1963. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 71. Jg., Hamburg 1963, S. 231 und 635 (Register).
  4. Benita Valente. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1967. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 75. Jg., Hamburg 1967, S. 389 und 704 (Register).
  5. Die Zauberflöte. Besetzung vom 22. September 1973. Vorstellungsarchiv der Metropolitan Opera. Abgerufen am 31. Oktober 2025.
  6. Enita Valente. Vorstellungsarchiv der Metropolitan Opera. Abgerufen am 31. Oktober 2025.
  7. Rinaldo. Besetzung vom 19. Januar 1984. Vorstellungsarchiv der Metropolitan Opera. Abgerufen am 31. Oktober 2025.
  8. Linda Blandford: THE PUBLIC AT LAST FINDS BENITA VALENTE. In: New York Times Magazine vom 3. Februar 1985. Abgerufen am 31. Oktober 2025.
  9. Le nozze di Figaro. Besetzung vom 2. April 1992. Vorstellungsarchiv der Metropolitan Opera. Abgerufen am 31. Oktober 2025.
  10. Long Beach Opera. Abgerufen am 31. Oktober 2025.
  11. Donna Perlmutter: Benita Valente Searches for Place in Operatic Sun : Music: The poetic soprano, hailed as the consummate professional, still hungers to sing opera’s plum roles. She opens Wednesday night in a title role in ‘Orfeo ed Euridice.’. In: Los Angeles Times vom 2. Oktober 1990. Abgerufen am 31. Oktober 2025.