Belvederer Allee 30
Das Wohnhaus Belvederer Allee 30 ist ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in der Südstadt von Weimar.
Geschichte und Beschreibung
Das Gebäude entstand 1907/08 nach Plänen von Paul Undeutsch, der leitender Mitarbeiter im Büro Henry van de Veldes war. Auftraggeber war der Bäckermeister Max Gröschel. „Wie bei den benachbarten Bauten Undeutschs (Belvederer Allee 28 und 29) zeichnet sich die Architektur dieses kleinen Einfamilienhauses durch eine plastische Durchdringung unterschiedlicher Baukörper und eine differenzierte Fassadengestaltung aus, wie sie für die Reformarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts charakteristisch ist.“ So ist es in der von der von dem Kunsthistoriker Rainer Müller herausgegebenen Denkmaltopographie von Weimar beschrieben.[1] So verdient der Wechsel zwischen den Natursteinbossen des Sockels, die im Eingangsbereich auch das Hochparterre bedecken, und den geputzten Wandflächen seiner Meinung nach besondere Beachtung. Der Eingang ist aus der Bauflucht zurückgesetzt und besitzt eine Freitreppe. An der Straßenseite ist ein stichbogiger Anbau zu sehen, der eigens verdacht ist und die Verblendung des Sockelbereichs durchbricht. Unter dem Stichbogen ist eine dreiteilige Fenstergruppe, die bis zur Kämpferhöhe mit dunkelblauen Fließen verblendet sind. Die Grundrissgestalt weicht von der sonstiger Landhäuser ab. Die Abweichungen machen sich an der Anordnung der Treppe, die diagonal in der Südwestecke in das Haus führt, und neben Speiseraum und Wohnzimmer befinden sich im Parterre die üblicherweise im Keller- oder Dachgeschoss untergebrachte Küche sowie die Schlafzimmer. Die bauzeitliche Ausstattung ist weitgehend erhalten. Der Vorgarten wird durch einen Holzlattenzaun begrenzt.
Weblinks
- Wohnhaus Belvederer Allee 30 – Die Handschrift des Architekten Paul Undeutsch. In: www.geschichte-sichtbar-machen.de. 22. September 2022, abgerufen am 22. September 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 662 f.
Koordinaten: 50° 57′ 56,8″ N, 11° 20′ 19″ O