Belarmino Castilla Mas

Belarmino Castilla Mas, Kampfname „Aníbal“, (* 18. Juli 1934 in Santiago de Cuba; † 20. Februar 2015 in Havanna) war ein kubanischer Revolutionär und Politiker der Kommunistischen Partei Kubas (PCC), der unter anderem im Ministerrat Kubas zwischen 1970 und 1972 Bildungsminister sowie von 1972 bis 1978 Vizeministerpräsident beziehungsweise Vizevorsitzende des Ministerrates war.

Leben

Belarmino Castilla beteiligte sich schon als Jugendlicher an der am 26. Juli 1953 begonnenen Revolution gegen den diktatorisch regierenden Präsidenten Fulgencio Batista,[1] der schließlich am 1. Januar 1959 gestürzt wurde, und war mit dem Kampfnamen „Aníbal“ Mitglied der von Fidel Castro[2] geführten Bewegung des 26. Juli (Movimiento 26 de Julio) und Rebellenarmee (Ejército Rebelde), in der ihm der höchste Dienstgrad des Comandante del Ejército Rebelde verliehen wurde. Während der Revolution nahm er unter anderem mit Frank País,[3] José „Pepito“ Tey,[4] Vilma Espín,[5] René Ramos Latour,[6] Agustín Navarrete[7] und anderen Revolutionären an Einsätzen teil.

Nach dem Sturz Bastistas übernahm er zunächst verschiedene Funktionen innerhalb der Revolutionären Streitkräfte FAR (Fuerzas Armadas Revolucionarias) und war unter anderem Chef des Stabes der damaligen Ostarmee sowie Chef des Generalstabes der FAR. Er wurde im Oktober 1965 Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der Kommunistischen Partei Kubas PCC (Partido Comunista de Cuba) und übernahm 1970 von José Llanusa Gobel[8] den Posten des Bildungsministers (Ministro de Educación)und bekleidete dieses Ministeramt bis zu seiner Ablösung durch José Ramón Fernández Álvarez 1972.[9] Als Bildungsminister war er im Oktober 1971 Leiter einer Delegation bei einem Besuch der DDR.[10][11] Gemeinsam mit Außenminister Raúl Roa García[12] und dem Nationalkoordinator der Komitees zur Verteidigung der Revolution, Luis Gonzales Marturelo, war er im Januar 1972 zu einem neuen Freundschaftsbesuche in der DDR.[13]

Er selbst war daraufhin von 1972 bis 1978 einer der Vizeministerpräsident beziehungsweise ab 1976 Vizevorsitzenden des Ministerrates und damit Stellvertreter von Premierminister Fidel Castro Ruz, der seit 1976 Vorsitzender des Ministerrates (Vicepresidente del Consejo de Ministros) war.[14] Im Zuge der Umbildung des Ministerrates im November 1972 war er als Vizeministerpräsident zugleich Koordinator für die Ministerien für Volksbildung, Kultur und Wissenschaft.[15] Des Weiteren war er zeitweise Vorsitzender des Nationalen Rates für Wissenschaft und Technik Kubas.[16] Im November 1976 wurde er außerdem Mitglied der Mitglied der Nationalversammlung der Volksmacht ANPP (Asamblea Nacional del Poder Popular), des Parlaments von Kuba, dem er bis 1981 angehörte,[17] sowie Mitglied der Versammlung der Provinz Holguín, in der er Sagua de Tanamo vertrat. Im Dezember 1976 wurde er des Weiteren Mitglied des Staatsrates (Consejo de Estado de Cuba).

Mehr als zwei Jahrzehnte lang widmete sich Belarmino Castilla Mas danach der historischen Forschung, insbesondere zur Zweiten Ostfront von Frank País, und verfasste mehrere Werke. Sein Werk trug zur Bereicherung der revolutionären Geschichtsschreibung bei. Für seine Verdienste um die Revolution erhielt er zahlreiche nationale und internationale Orden und Auszeichnungen.

Veröffentlichungen

  • Imborrables recuerdos. Memorias del comandante Aníbal, Vosa, 1997, 2. Auflage Ediciones Verde Olivo, 1999
  • Canto a la vida, al amor, Sial Ediciones, 2002
  • La razón de las armas, o, Las armas de la razón, Ediciones Verde Olivo, 2004
  • Poesía de la resistencia, Editora Política, 2005

Einzelnachweise

  1. Batista (y Zaldívar), (Rubén) Fulgencio. rulers.org, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).
  2. Castro (Ruz), Fidel (Alejandro). rulers.org, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).
  3. Frank País. EcuRed, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).
  4. Pepito Tey. EcuRed, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).
  5. Vilma Espín Guillois. EcuRed, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).
  6. René Ramos Latour. EcuRed, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).
  7. Agustín Navarrete. EcuRed, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).
  8. José Llanusa Gobel. EcuRed, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).
  9. José Ramón Fernández. EcuRed, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).
  10. Gäste aus Kuba herzlich begrüßt. Freundschaftskundgebung in Dresden / Gespräche in Leipzig, Neues Deutschland, 23. Oktober 1971
  11. Regierungsdelegation Kubas trat Heimreise an, Neues Deutschland, 28. Oktober 1971
  12. Raúl Roa. EcuRed, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).
  13. Enge Beziehungen zur DDR, Neues Deutschland, 1. Januar 1972
  14. Parlament bestätigte Ministerrat. Ernennung Fidel Castros zum Vorsitzenden fand volle Zustimmung, Neues Deutschland, 6. Dezember 1976
  15. Kuba reorganisiert seinen Ministerrat. Stärkere Profilierung für Aufgaben des sozialistischen Aufbaus, Neues Deutschland, 27. November 1972
  16. Zusammenarbeit UdSSR-Kuba in Wissenschaft und Technik, Neues Deutschland, 12. Juli 1976
  17. I Legislatura (1976–1981). Parlamento Cubano, abgerufen am 18. September 2025 (englisch).